Impfung: Ein kleiner Pieks zum Wochenmarkt

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Diese Damen wissen ganz genau, was sie tun. Nur Fachkräfte sind bei den Pop-up-Impfungen im Einsatz.
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40 Minuten von der Ankunft bis zum Abschied: Das Impfangebot im Rathaus wird am Samstag gut angenommen. Die Malteser Dr. Peter Schmidt und Bernd Schiele sind zufrieden.

Aalen

Die Corona-Inzidenzzahlen steigen weiter. Impfen halten Deutschlands Virologen für den besten Weg aus der Krise. Das Impfzentrum im Greut ist längst geschlossen, weshalb sich OB Frederick Brütting um ein temporäres Impfzentrum im Rathaus bemüht hat. Mit Erfolg. Die Nachfrage ist groß am Samstag.

Bereits im Oktober hat ein Team aus Schwäbisch Hall vor Ort geimpft. „Es ist dringend notwendig, wir sehen ja, der Bedarf ist da,“ sagt Dr. Peter Schmidt, der der ärztliche Leiter des Kreisimpfzentrums war. Schnell hat er „sein“ Team aus dem Impfzentrum wieder zusammengeholt. „Wir sind stets in Kontakt geblieben,“ sagt Bernd Schiele vom Malteser Hilfsdienst. So sei es schnell gelungen, die Truppe zu reaktivieren.

Eine Booster-Impfung sei vor allem für Ältere und Menschen mit Vorerkrankung wichtig. „Auch wer mit Johnson&Johnson geimpft wurde, braucht nach vier Wochen eine weitere Impfung,“ erklärt Peter Schmidt.

Landrat Dr. Joachim Bläse sei derzeit sehr engagiert, um ein zweites Impfteam in den Ostalbkreis zu holen. Zwar sind die weiteren Impftermine bis Ende 2021 durchgetaktet, doch soll so eine höhere Leistung erreicht werden. Im Hintergrund ist es Julia Holzinger vom Kreis-Ordnungsdezernat, die alles koordiniert. Geimpft werden Wirkstoffe von Moderna und BioNTech.

Die geschulten Mitarbeiter haben viel zu tun. Sie sind entweder ärztliche Fachangestellte oder haben PTA-Erfahrung. Vier Mitarbeiter und ein Arzt sind immer vor Ort. Peter Schmidt ist auch da. „Unter diesen Bedingungen muss die Familie leider hintenanstehen,“ sagt er. Aber seine Frau habe Verständnis. Die Malteser sind im Ehrenamt mit im Rathaus dabei. „Wir wollen alles geben, um den Ostalbkreis zu schützen,“ sagen Peter Schmidt und Bernd Schiele unisono.

So läuft es ab Im Rathaus

Es geht zügig voran an diesem Samstagmorgen. Bereits am Eingang wird bei den Impfwilligen abgefragt, ob überhaupt die Voraussetzungen zum Impfen gegeben sind. „So können wir frühzeitig aussortieren und diejenigen ohne Voraussetzung brauchen nicht zu warten und verschwenden keine Zeit,“ erklärt der Arzt Schmidt. „Gut ist es auch, wenn der Aufklärungsbogen des Robert-Koch-Instituts bereits ausgefüllt mitgebracht wird,“ sagt Schmidt. So könnten längere Wartezeiten vermieden werden.

Nach der Aufnahme und Aufklärung geht es sofort zum Impfen und dann noch 15 Minuten in den Wartebereich. „Die Sicherheit ist uns wichtig,“ betont Dr. Schmidt. Der Impfstoff muss nicht erst aufgetaut werden, sondern ist bei Zimmertemperatur vor Ort. Darum kümmert sich Apothekerin Miriam Schaum.

„Nur 40 Minuten. Respekt“

Einer, der an diesem Samstag ins Aalener Rathaus kommt, ist Herbert Wagner. Er ist extra aus Ellwangen gekommen, um sich seine dritte Impfung verabreichen zu lassen. „Eigentlich wollte ich damit noch warten, aber bei den Inzidenzen bin ich jetzt schon gekommen,“ sagt der Lehrer.

Einige seiner Kollegen sind ebenfalls mitgekommen. Bedenken über Nebenwirkungen hat er keine. Nach der ersten Impfung mit AstraZeneca hatte er zwei Tage Symptome. „Aber das war gut so, dann weiß ich, dass es wirkt,“ sagt er.

Wagner lobt das Team im Aalener Rathaus. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so rasch geht. Respekt.“ 40 Minuten hat er vom Betreten des Gebäudes bis zum Verlassen gebraucht.

Eine Frau aus Aalen ist ebenfalls zur Booster-Impfung da. Sie hat die ersten zwei Impfungen im Impfzentrum erhalten. „Ich möchte auch meinen Hausarzt entlasten,“ begründet sie ihren Besuch im Rathaus. Auch möchte sie dazu beitragen, dass die Inzidenzen wieder sinken.

Draußen vor dem Rathaus läuft der Wochenmarkt und einige Menschen kommen ganz spontan vorbei. „Wenn es schon mal im Rathaus heute die Gelegenheit zur Impfung gibt“, geben sie als Begründung an.

Für Dr. Peter Schmidt ist das der richtige Weg. „Wir müssen schnell viele erreichen.“ Deshalb wird er mit seinem Team weiter impfen, auch wenn er seit Wochen keinen freien Tag hatte.

Weitere Termine Nächsten Impftermine im Rathaus sind am 17.; 18.; 24. und 25. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Als Impfstoffe werden Moderna, BioNTech und Johnson&Johnson eingesetzt.

Ohne Termin, mit etwas Wartezeit kann man sich an bestimmten Tagen im Aalener Rathaus gegen Covid-19 impfen lassen.
Am beginn steht das Aufklärungsgespräch.
Am Ende steht dann der kurze Piks für die Impfung.

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