Hier schmeckt's

In der Villa Koepf gibt es Frauenpower satt

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Gruppenbild mit Herrn. In der Mitte steht die Chefin Chrstine Auzinger, ganz oben steht ihr Mann Oliver.
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Jeden Donnerstag verwandelt sich die altehrwürdige Villa in einen Gourmettempel. Wieso es immer ein anderes Menü gibt und wieso die Stimmung so familiär ist.

Aalen. Zum Anfang gibt es einen Ginger’s Red Nose Spritz. Über Pulled-Lachs Trifle im Gläsle geht es zum Bratapfel-Schaschlik mit Pecannüssen. Das Essen in der Villa Koepf in Aalen ist schon etwas Besonderes. Genauso wie die Räume und die geballte familiäre Frauenpower, die einen Besuch in diesem Restaurant in dem herrschaftlichen Haus zu einem einzigartigen Erlebnis macht.

Christine Auzinger ist die Chefin oder besser die Grand Dame in der Villa Koepf. Ihrem Kopf entspringen die einzigartigen Rezepte, die die Restaurant-Gäste allerdings immer nur donnerstags genießen können. Einen Tag in der Woche, an besagtem Donnerstag, öffnet sie die Villa, die sie zwei Jahre lang zu einem historisch-modernen Gourmettempel umgebaut hat. 2018 erwachte die Villa dann zu neuem Leben. Im Erdgeschoss befinden sich fünf Speisezimmer, eine Kaffeebar und die Küche. Von den fünf Speisezimmern sind drei etwas größer. In zwei kleineren Esszimmern geht es etwas privater zu. 60 Gäste kann das Team um Christine Auzinger in der Villa bewirten. An warmen Tagen hat der große Garten noch einmal Platz für 60 Menschen.

Jedes Zimmer hat seinen Charme

Es lohnt sich, in der Villa nicht nur auf die Menükarte und die liebevollen Details in den Räumen zu achten. Die Menschen, die dort arbeiten, sorgen durch ihre sympathische Art für eine Nuance „Villa Kunterbunt“ in der Villa Koepf. Ellie, Belgin und Curly sind von Anfang an dabei. Ellie stammt aus Vietnam und bereitet in der Küche die Speisen vor. Belgin hat türkische Wurzeln. Sie hat beim Spülen das Sagen. Curly, eigentlich Kerstin, arbeitet im Service. Genauso wie Britta, Christine II und Luisa. Luisa ist gerade einmal 17 Jahre jung und, ja, das kann zweifelsfrei gesagt werden, ein Gastro-Genie. Manal kommt aus Syrien und hilft ebenfalls in der Küche. So manches Falafel-Rezept stammt von ihr. Auch Miriam ist im Küchenteam. Auf die Frage, was das Arbeiten so besonders macht, geben alle unabhängig voneinander die gleiche Antwort: „Das Familiäre, dieses Team, die Herzlichkeit.“ Es wird viel gelacht in der Villa Koepf, vor allem wenn die Frauen das Essen vorbereiten. Fast alle haben noch andere Berufe, gehen zur Schule, studieren oder arbeiten etwa als Krankenpflegerin. Der Donnerstag indes gehört dieser Gemeinschaft. Wenn sich um 18 Uhr die Türen öffnen, greift ein Rad ins andere. Dann stehen die Gäste im Fokus. Die bezahlen für ein Menü schließlich gutes Geld. Wer etwa vom Aperitif über Vorspeise, Hauptgang und Dessert nichts auslässt, hat am Ende gut 60 Euro auf der Rechnung stehen.

Mit Schnitzelhunger sollte der Weg in die Villa nicht angetreten werden. Die welterfahrene Christine Auzinger serviert jeden Donnerstag eine einzige Menüfolge, die garantiert in dieser Form auf keiner anderen Karte im Ostalbkreis gefunden wird. Auf ihrer Homepage können sich die Gäste im Vorfeld informieren, was sich die Köchin überlegt hat. Eine vegetarische Variante gibt es immer.

Eine Villa zum Mieten

Warum nur donnerstags geöffnet? „Das stimmt so nicht“, sagt Christine Auzinger. Feiern, Hochzeiten, Seminare, Tangokurse, Kochkurse…, in der Villa Koepf, dem einstigen Stammhaus der Privatbrauerei Koepf auf dem Gelände der Ehemaligen Brauerei zum Ochsen an der Hirschbachstraße 6, ist immer etwas los.

Der Abend endet mit einer Zitruscreme mit Vanille-Aprikosen und Pistazienplätzchen. Gegen Mitternacht verabschieden sich erst die letzten Gäste, dann die Frauen. Oli, Christina Auzingers Mann, schaut noch einmal nach dem Rechten. Er ist der einzige Mann im Team. „Ich bin der Hausmeister“, sagt er.

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Besonders beliebt: Da ChristineAuzinger jeden Donnerstag ein neues Menü kreiert, gibt es den Klassiker auf der Speisekarte nicht.

Das teuerste Essen: Variiert je nach Karte. Bei unserem Besuch war es das Bratapfel-Schaschlik für 23.50 Euro. Ein ganze Menü kostet etwa 50 Euro (Vorspeise, Hauptgang, Dessert).

Sitzplätze: 60 innen, draußen im großen Garten (bei schönem Wetter) ebenfalls 60 Plätze.

Öffnungszeiten: Essen mit einem Menü gibt es immer donnerstags ab 18 Uhr.

Friseésaltächen mit Mandarinen, Joghurt Ingwer Dressing und Ziegenkäse.
Bratapfel-Schachlik mit gebackenem Kartoffel-Ofengemüse und Pecannüssen.
Pulled Lachs im Gläsle.
Die Nachtisch-Parade steht bereit.
Jedes Zimmer hat seine eigene Note. Es gibt auch ein kleines Esszimmer für Zweisamkeit.
Das Treppenhaus in der Villa Koepf. Oben gibt es einen Saal und private Zimmer.
Eines der fünf Esszimmer in der Villa Koepf.
Zitruscreme mit Vanille-Aprikosen und Pistazien Plätzchen

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