Neu am explorhino: Infostelle Geopark

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Das Experimente-Museum ist jetzt offiziell eine Infostelle des Unesco Geoparks Schwäbische Alb. Was das mit Aalener Engagement, Schulen und Nachhaltigkeit zu tun hat. Von Bea Wiese

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Aalen. Für den normalen Besucher ändert sich nicht viel. Für Verantwortliche der Stadt Aalen, des Landkreises, der Hochschule, der umliegenden Museen und einigen Schulen hat der Titel trotzdem Gewicht: Das Experimente-Museum explorhino in der Beethovenstraße darf sich jetzt offiziell „Infostelle des Unesco-Geoparks Schwäbische Alb“ nennen. Das wurde von den Beteiligten und rund 30 Gästen am Freitagnachmittag feierlich im explorhino gewürdigt. 


Infostelle: Eine eher unscheinbare quadratische Tafel mit einem Ammoniten als Erkennungszeichen wird künftig außen am explorhino-Gebäude auf die Infostelle hinweisen. Drinnen finden sich drei mannshohe neue Stelen. Kurze Texte, ein paar Bilder: Besucher erfahren, was der Geopark Schwäbische Alb eigentlich ist und was er mit der Unesco zu tun hat. Es gibt Informationen über Fossilien und deren Reichtum auf der Alb sowie über Höhlen - allein 2800 sind es auf der Schwäbischen Alb - als bevorzugter Ort für Fledermäuse. Allein 15 der in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind im Geopark Schwäbische Alb zu finden. 


Warum im explorhino? Das explorhino als GeoparkInfostelle - eine der ersten Reaktionen auf die Nachricht sei schon ein wenig Verwirrung gewesen, bekannte die Leiterin des Museums, Dr. Jana Weßing in ihrer Begrüßung. Dennoch passe beides wunderbar zusammen: „Das explorhino macht naturwissenschaftliche Phänome sinnlich erfahrbar, und das schafft eine solide Grundlage für das Verständnis für die Besonderheiten der Schwäbischen Alb.“ 

Deshalb werde künftig das Symbol für den Geopark, der Ammonit, an solchen Experimentierstationen im Haus zu finden sein, die geophysikalisch oder ganz allgemein mit der Entstehungsgeschichte der Alb zu tun haben. 

Das explorhino so Weßing, wolle sich verstehen als Teil des Netzwerks „Geopark“ und „Kräfte bündeln“. Wie Kräfte gebündelt werden können, demonstrierte sie unter Beifall der Zuschauer anhand eines Experiments mit drei Utensilien: Tasse, Kochlöffel, Schnur.


Das Label: Der stellvertretende Geopark-Vorsitzende, Landrat Dr. Joachim Bläse, erinnerte launig an den Vergabeprozess des Labels „Unesco Geopark“ 2015, an den Besuch der Unesco-Vertreter vor einigen Jahren. Man habe viel dafür getan, um das Siegel zu bekommen. Unter anderem würdigte er das Engagement von Geopark-Geschäftsführerin Sandra Teuber. Wolle man das Label behalten, bedeute das: „Man ist immer unter Beobachtung.“ Entscheidend für die Unesco werde sein, wie die Gesellschaft vor Ort „die Einmaligkeit“ des besonderen Natur-, Kultur- und geologischen Raumes Schwäbische Alb lebe und erlebe. Wie die Besonderheiten Schülerinnen und Schülern nahegebracht würden - Bläse: „Jede Geopark-Schule ist kurz vor der Seligsprechung“ - und wie man die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umsetze.


Die Sache mit der Nachhaltigkeit: Nachhaltige Entwicklung im Sinne der Unesco, das habe sich Aalen vielfach auf die Fahnen geschrieben, sagte OB Frederick Brütting. Die neue Infostelle am explorhino sei nach den Standorten am Tiefen Stollen und am Urweltmuseum die dritte auf Aalener Gemarkung. Sie hier zu platzieren, nannte er „klug“: an einem Ort, wo Bildung für nachhaltige Entwicklung stattfinde, in der Nähe der forschungsstarken Hochschule. Und in einer Stadt, „in der Nachhaltigkeit gelebt wird“, deren Name sogar geologisch bekannt sei durch das „Aalenium“, eine Schicht des Jura, und in der geologisches Interesse stark ehrenamtlich in der Gesellschaft verankert sei.

Bei einem Rundgang am Ende erlebten die Besucher geophysikalische Experimente vorgeführt, die Teile der Entstehungsgeschichte der Schwäbischen Alb veranschaulichen. Gewohnt engagiert präsentierte Prof. Michael Bauer am Schluss das Albrelief.

Der Geopark Schwäbische Alb darf sich seit 2015 „Unesco Geopark“ nennen. Er umfasst ein Gebiet von zehn Landkreisen auf 6200 Quadratkilometer. Es gibt jetzt 30 offizielle Infostellen, davon drei in Aalen. Als Teil der Unesco-Familie sind Geoparks der Agenda 2030 mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet.

Rubriklistenbild: © OLIVER GIERS

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