Ins Freibad während Corona: ein Selbstversuch am Hirschbach

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Seit einiger Zeit haben viele Freibäder wieder geöffnet – auch in Aalen. Wie ein Besuch derzeit abläuft und was Badegäste beachten müssen.

Aalen

Ein Korridor aus rot-weißem Flatterband ist über die Straße gespannt, Ordner in Warnwesten beobachten mich. Ich betrete aber weder eine Baustelle noch einen Tatort, sondern mache einen Ausflug in das Aalener Hirschbachbad.

Die Absperrung und Markierungen auf dem Boden sollen den Abstand gewährleisten, wenn sich eine Schlange bilden sollte. Heute ist das aber glücklicherweise nicht der Fall. Damit habe ich jedoch gerechnet – schließlich leuchtete die Kapazitäten-Ampel auf der Webseite des Freibads grün.

Ganz ohne Hindernisse schaffe ich es jedoch nicht hinein. Erst einmal muss ich meine Daten auf einem Formular zur Kontaktdatenerfassung hinterlassen. Diese Formulare liegen vor dem Eingang aus. "Aber besser ist es, das Formular vorher zu Hause auszufüllen", sagt mir einer der Ordner. Die könne man ebenfalls auf der Webseite herunterladen und ausdrucken.

Während ich den Eintritt bezahle, muss ich eine Maske tragen. Aber das ist ja – inzwischen – ganz normal. Nach mir möchten ein paar Kinder ebenfalls das Freibad betreten. Eines der Mädchen hat jedoch kein Formular dabei. Das müssen bei Besuchern, die unter 16 sind, die Eltern unterschreiben. Aber das Personal ist konsequent – kein Formular, kein Einlass.

Vielleicht hätte sie heute ohnehin nicht so viel Spaß gehabt. Denn das große Nichtschwimmerbecken ist geschlossen. Ob das an Corona liegt? "Nein, das sind technische Probleme", sagt mir ein Mitarbeiter. Die müssten aber bis zum nächsten Besuch wieder behoben sein.

Auf dem Weg in die Umkleidekabine kann ich meine Maske gleich aufbehalten, denn auch dort herrscht Maskenpflicht. Dann kann ich mir aber, ohne Mundschutz, ein sonniges Plätzchen suchen und es mir gemütlich machen. Ein wenig komisch ist es schon – auch innerhalb des Bads sind viele Bereiche abgesperrt. Das Volleyballfeld zum Beispiel. Auch der Spielplatz ist eingezäunt – hier dürfen die Kinder aber in Begleitung eines Erwachsenen spielen.

Ich mache mich auf den Weg ins Wasser. Im Schwimmerbecken gibt es klare Regeln – zum Beispiel darf man nicht überholen. Die Badegäste dort scheinen jedoch entspannt zu sein. Und auch ich finde die Beschränkungen wenig einschränkend. Im Gegenteil – ein randvolles Becken, in dem sich die Schwimmer in die Quere kommen, gibt es hier heute nicht.

Alles was man braucht, ist da

Was den Tag im Freibad nun abrunden würde, wäre eine Portion Pommes. Und der Kiosk ist glücklicherweise geöffnet. Neben mir rufen einige Kinder wild durcheinander und teilen der erwachsenen Begleitung aufgeregt mit, welches Eis sie haben möchten. Spätestens dann stellt sich das vertraute Freibadgefühl ein. Und generell gibt es hier heute alles, was man für einen gelungenen Freibadbesuch braucht – Sonne, Wasser und Snacks.

Zurück an meinem Platz entspanne ich noch ein wenig, bevor ich den Heimweg antrete. Wenige Meter vor mir sitzen zwei Jungs, etwa zwölf oder 13 Jahre alt. Schweigend starren sie ins Leere. "Voll lahm ohne das eine Becken", sagt einer der beiden. "Ja Mann, Bruder", pflichtet ihm sein Begleiter bei. Ich verstehe die beiden schon – aber irgendwie ist es doch auch eine angenehme Normalität, wenn manche Einschränkungen nicht Corona-bedingt sind.

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