Insel-Mainau-Flair mitten in Aalen

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Aalen City blüht an der Stadtkirche: Ursula Klewenhagen (links) und Edith Gold von der Gärtnerei Im langen Teich haben den Platz gestaltet.
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Sommeraktion: Der Platz an der Stadtkirche ist eine wahre Oase nicht nur für Rad- und Blumenfans. Worauf die Chefinnen der Gärtnerei Im langen Teich besonders Wert gelegt haben.

Aalen

Ob er tatsächlich der schönste Platz ist unter den gestalteten dieses Blumensommers, das ist sicherlich Geschmackssache. Einer der prunkvollsten ist er auf jeden Fall. Schon allein wegen seiner Größe. Ein wahres Meer von Blumen und Blüten begrüßt die Besucherinnen und Besucher an der Stadtkirche.

Das Motto: „Platz der Rad-Geschichte“ heißt dieser Bereich in der Sommer-Aktion. Er ist der Entwicklung des Fahrrades gewidmet. Das Rad an sich gibt es seit mehreren tausend Jahren. In der Biedermeierzeit entwickelte Karl Freiherr von Drais in Mannheim das erste Fahrrad als Fortbewegungsmittel für den Menschen. Klobig soll es gewesen sein, sehr kompakt. Es könnte so ähnlich ausgesehen haben wie das hölzerne Laufrad, das hier mitten im Blumenbeet steht. „Eine Freundin von uns hat es  gebaut“, berichten Edith Gold und Ursula Klewenhagen. Als Kontrast dazu: ein paar Meter weiter ein knallig-pinkfarbener Drahtesel, beigesteuert vom Bauhof. Ebenso wie zeichnerische Darstellungen der Hochräder von anno dazumal. Die beiden Gärtnerinnen der Gärtnerei „Im langen Teich“ in Oberkochen haben diese Fläche gestaltet und finden: Sie ist ein echter Hingucker.

Edith Gold denkt bei „Abgefahren“, dem Motto der diesjährigen Aalen-City-blüht-Aktion, oft an die Liedzeile von Max Raabe: „Manchmal ist das Leben ganz schön leicht. Zwei Räder, ein Lenker, das reicht.“ Und macht sich so ihre Gedanken: „Der Erfinder des Fahrrads hat uns eigentlich die erste klimaneutrale Mobilität überhaupt geschenkt. Warum also nicht zurück zu den Anfängen? Aufsteigen – und abfahren!“

Die Gestaltung: Etwa 4000 Pflanzen, so schätzen Gold und Klewenhagen, haben sie an der Stadtkirche gesetzt. Der Platz liegt vormittags in der prallen Sonne, nachmittags überwiegend im Schatten. Was hier blüht, muss einiges aushalten können. Eisbegonien und Knollenbegonien, Fleißige Lieschen, Goldmarie und Goldköpfchen, Salbei oder Strohblumen. Zwischendrin die etwas höheren Spinnenblumen, Eisenkraut, verschiedene Gräser, die unterschiedliche Bewuchshöhen markieren. Und als Füller immer wieder Geranien.

Die Farben: Rot-Töne in verschiedenen Nuancen stechen sofort ins Auge. Dazu Pink, Lila, hin und wieder auch Gelb – besonders in Szene gesetzt immer wieder von weißen Blüten oder silbrigem oder grünem Blatt zum Neutralisieren. Bei knapp 40 Grad im Schatten der vergangenen Woche „hat einiges schon gelitten“, sagt Ursula Klewenhagen mit prüfendem Blick. Und ist trotzdem recht zufrieden: „Der ganze Platz hat ein bisschen Insel-Mainau-Flair.“

Die Pflege: Regelmäßige „Kontrollgänge“ durch die beiden Gärtnerinnen sind das eine. Verblühtes ausputzen. Nachpflanzen, falls nötig. Bisher hielt sich das in Grenzen. Erstaunlich wenig, so bilanzieren sie, sei kaputt gegangenen beim Mountainbike-Weltcup mit seinen Tausenden von Besuchern. Schließlich führte die Rennstrecke genau  hier entlang. Und auch Vandalismus war bisher kein Thema. Allerdings, da sind sie sich einig, sähe dieser Platz in Woche vier der Aktion niemals so aus, gäbe es die Gartenfreunde Fachsenfeld und Dewangen mit ihrem verlässlichen ehrenamtlichen Engagement nicht. Die Mitglieder beider Vereine kommen hier regelmäßig zum Gießen. Höchstes Lob von Profi-Gärtnerin Klewenhagen: „Die machen’s brutal gut.“

Gold und Klewenhagen mit ihrer Gärtnerei „Im langen Teich“ sind seit vielen Jahren bei „Aalen City blüht“ dabei. Beständig an der Stadtkirche. Langweilig finden sie das keineswegs. Da sei das wechselnde Motto, das inspirierend sei. Und der Platz an sich mit dem Kirchenbau, den Kneipen ringsherum, dem alten Kopfsteinpflaster und den engen Gassen – der habe einfach Atmosphäre. Das Tüpfelchen auf dem i, finden sie, ist der Biergarten der Bierhalle für ein Getränk nach Feierabend: mitten drin im Blumenmeer. Eben mit Flair, wie auf der Mainau.

Tipp für Hobbygärtner

Die Geranie ist aus der Mode. „Zu altbacken“, hören Edith Gold und Ursula Klewenhagen von Kunden immer wieder. Dabei brechen die beiden Gärtnerinnen eine Lanze für „Pelargonium“, wie sie mit lateinischem Namen heißt. Die Geranie sei robust, brauche nicht viel Pflege und blühe sehr zuverlässig. Ihr Geheimtipp: die Geranie „Saxonia“. Die stehende Pflanze sei bestens geeignet für Beet, Kübel oder Kasten, dehne sich wuchtig aus und blühe bis zum Frost. Was viele Hobbygärtner falsch machen: verblühte Blüten mit der Schere abschneiden. Besser ist: den ganzen Blütenstängel ab Ansatz entfernen, damit die die Kraft der Pflanze nicht in überschüssige Stiele geht. Wie man's macht? „Am Ansatz abdrehen. Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand. Und in der linken Hand ein schönes Glas Roséwein“, wirbt Edith Gold augenzwinkernd für leichte hobbygärtnerische Tätigkeiten an lauen Sommerabenden. bea

Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche:
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Saxonia: Diese Geranie ist der Hammer, finden Edith Gold und Ursula Klewenhagen.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche. Und wie es hier blüht! Trotz der extremen Hitze entfaltet die Bepflanzung ihre volle Pracht. Die Gartenfreunde Fachsenfeld und Dewangen gießen hier regelmäßig.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.
Aalen City blüht an der Stadtkirche.

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