Internationale Talente willkommen

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WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser.
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Das Welcome Center Ostwürttemberg steht ausländischen Fachkräften als Lotse für das Arbeiten und Leben in der Region zur Seite.

Aalen

Gestartet ist das Welcome Center Ostwürttemberg, das internationalen Fachkräften hilft, in der Region Fuß zu fassen, zwar bereits im Oktober 2020. Weil die Pandemie aber eine offizielle Eröffnung bis jetzt verhinderte, gab es nun eine Auftaktveranstaltung, die digital aus dem Aalener Kulturbahnhof übertragen wurde.

Evgeniya Abdieva, Leiterin des Welcome Centers, stellte die beiden Zielgruppen der Anlaufstelle vor, die bei der Wirtschaftsförderung Region Ostwürttemberg (WiRO) in Schwäbisch Gmünd angedockt ist: einerseits die kleinen und mittleren Unternehmen, die internationale Fachkräfte einstellen wollen oder schon beschäftigen. Andererseits die Fachkräfte selbst, egal, ob sie bereits in Deutschland leben oder sich vom Ausland aus um einen Job in Ostwürttemberg bemühen. Sie erhalten Hilfe bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen, der Vermittlung von Kontakten, sowie, wie es Abdieva ausdrückt, beim „Zurechtfinden im Ansprechpartner-Dschungel“. Die Leiterin sowie die Mitarbeiterinnen Daniela Todorovic und Dr. Lola Bulut können die meisten Hilfesuchenden sogar in ihrer jeweiligen Muttersprache beraten. Internationale Studierende finden Ansprechpartner an der Hochschule Aalen, die neben der WiRO Trägerin des Welcome Centers Ostwürttembergs ist.

WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser richtete aus dem Kulturbahnhof die Botschaft an die digital Zugeschalteten: „Talente aus aller Welt sind bei uns in der Region herzlich willkommen“, schließlich sei Ostwürttemberg der „Raum für Talente und Patente“ und wolle dies auch bleiben. Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium sowie der Ostalbkreis und die Städte Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd unterstützen das Zentrum finanziell. Für das Wirtschaftsministerium hatte sich Ministerialdirigent Dr. Thomas Hoffmann per Video zugeschaltet: „Internationale Fachkräfte müssen sich bei uns zu Hause fühlen und das Gefühl haben, angekommen zu sein“, unterstrich er die Rolle der zehn regionalen Welcome Center im Land. Gerade in den Bereichen Gesundheit und Pflege, aber auch Handwerk und Bau sowie im technischen und IT-Bereich seien ausländische Fachkräfte sehr gefragt.

„Die Menschen, die zu uns kommen, müssen spüren, da gibt es Begegnung, da gibt es Strukturen, da werde ich aufgenommen“, sagte Ostalb-Landrat Dr. Joachim Bläse, der auch WiRO-Aufsichtsratsvorsitzender ist. „Wir konkurrieren mit der Welt um die Besten“, so Bläse, der unter den wenigen im Kulturbahnhof Anwesenden war.

Unternehmenskultur wird internationaler

Dazu gehörte auch Aalens Wirtschaftsförderer Felix Unseld: Der Fokus, so der Vertreter der Stadt Aalen, dürfe nicht nur auf fachlichen Qualifikationen und Wissen liegen: Es halte mit internationalen Fachkräften auch immer ein anderer Blick auf Probleme in Firmen Einzug, „die Unternehmenskultur wird verändert, wird interkultureller, internationaler“.

In einer Online-Fragerunde forderte Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter, Welcome Center und Europäische Ausbildungsakademie EATA in Ellwangen besser zu verzahnen. WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser versprach, den bestehenden Kontakt weiter auszubauen.

„Diversity – Vielfalt fördern – leben – nutzen“, lautete der Titel des Referats von Beraterin und IT-Spezialistin Carola Herrmann. Sie forderte eine Willkommenskultur in Unternehmen. Es gelte, auf Alter, Geschlecht, soziale Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Identität, Religion und Weltanschauung, körperliche und geistige Fähigkeiten der Mitarbeiter und Bewerber einzugehen. Unternehmen mit einer Diversity-Kultur begeisterten die Menschen und seien langfristig erfolgreicher, so die Referentin.

Das Welcome Center Ostwürttemberg steht allen internationalen Fachkräften sowie Unternehmen aus der Region zur Seite. Beratungen finden derzeit Pandemie-bedingt noch ausschließlich telefonisch und online statt, Präsenztermine in Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Giengen sind aber bereits in Planung. Zu den Aktivitäten gehören zudem Netzwerktreffen, Vorträge für Unternehmen – etwa zu aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen oder Sprachförderung –, außerdem Workshops und interkulturelles Training für die Fachkräfte oder ein Online-Speed-Dating, das Unternehmen und Fachkräfte zusammenbringt. Kontakt und Infos unter www.welcome-center-ostwuerttemberg.de

Bei der Eröffnung des Welcome Center im Aalener Kulturbahnhof (von links): Felix Unseld, Nadine Kaiser, Dr. Joachim Bläse und Evgeniya Abdieva.

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