Investor kommt Anwohnern im Zochental entgegen

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Blau gestrichelt ist die Abgrenzung des neuen Bebauungsplangebiets. Rot markiert ist die Baulücke, auf der der Investor plant. Grafik: bo
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Die Pläne für mehrere Häuser in einer Baulücke wurden geändert. Nicht alle im Ausschuss sind einverstanden mit dem Kompromiss.

Aalen

Verschiedene Interessen prallen im Zochental aufeinander. Die Bauverwaltung möchte die Innenentwicklung vorantreiben, also in der Stadt Wohnraum schaffen. Eine Möglichkeit ist es dabei, Baulücken zu schließen, so wie die im Zochental unweit der Kirche St. Augustinus. Die Verwaltung möchte einem Investor ermöglichen, dort ein Einfamilienhaus, acht Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften zu bauen. Dazu muss der Bebauungsplan geändert werden. Anwohner sind nicht begeistert.

Für den zweiten Auslegungsbeschluss, einen Teil dieses Verfahrens, hat der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) nun grünes Licht gegeben. Zuvor hatte der Investor seine Pläne leicht geändert. Dominik Sorg vom Stadtplanungsamt erläuterte das genauer. Ihm zufolge ist es den Anwohnern vor allem darum gegangen, dass die neuen Gebäude zu dicht an ihren geplant worden waren. In dem Zusammenhang hätten die Anwohner auch das Thema Verschattung vorgebracht. Dem sei der Investor nachgegangen. In der neuen Planung seien die Gebäude nun weiter von der Grundstücksgrenze abgerückt. Das erhöhte Verkehrsaufkommen sei ein weiterer Punkt gewesen. Auch dem ist der Investor Sorg zufolge nachgegangen. Mittels einer Untersuchung habe er das Thema „objektiviert“, wie Sorg sagte.

Auch dem Thema Bergbau sei man nachgegangen. Unter dem Gelände verlaufe ein alter Stollen. „Der wurde sauber verfüllt“, sagte Sorg. Eine Tiefbohrung habe das ergeben. Für die Statik seien keine Schwierigkeiten zu erwarten.

Michael Fleischer (Grüne) sagte: „Natürlich ist man nicht begeistert, wenn man Bebauung in der Nachbarschaft bekommt.“ In der Stadt habe man immer Beschattung. Die geänderte Planung sei ein Kompromiss. Daher signalisierte er Zuspruch. Thomas Wagenblast (CDU) sagte: „Des einen Nordseite ist des anderen Südseite.“ Er betonte, wie wichtig Innenentwicklung sei. Hermann Schludi (SPD) lobte die Verwaltung und signalisierte Zustimmung.

Nicht so Norbert Rehm (FDI). Er sprach über das aktuell noch geltende Planungsrecht in dem Bereich, einen Bebauungsplan aus dem Jahr 1966. Dem zufolge gebe es dort drei Baufenster. Nun würden 15 Gebäude dort geplant. „Die Anwohner haben unter der Prämisse gekauft, dass hier ein rechtskräftiger Bebauungsplan gilt“, sagte Rehm. „Wir sind der Meinung, dass diese Leute nicht ausreichend gehört worden sind.“ Baubürgermeister Wolfgang Steidle antwortete, dass nirgends geschrieben stünde, dass Bebauungspläne nicht geändert werden können. Wenn sie geändert werden, geschehe das in einem demokratischen Prozess. Ilse Schmelzle (FDI) schlug vor, auf eines der Reihenhäuser zu verzichten, um mehr Platz zu gewinnen.

Was ist eigentlich ein Auslegungsbeschluss?

Der AUST hat dem Gemeinderat mehrheitlich empfohlen, den geänderten Bebauungsplan ein zweites Mal auszulegen. Stimmt der Gemeinderat zu, sind die Pläne dann für jeden einsehbar. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Stellung zu nehmen und Bedenken zu äußern. Die Verwaltung wägt die Eingaben ab und stellt für die Gremien eine neue Sitzungsvorlage zusammen. Die wird im Ausschuss wieder vorberaten und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Erst, wenn der Gemeinderat dann den Satzungsbeschluss fasst, wird der Bebauungsplan rechtskräftig.

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