Jeden Tag läuft Sebastian Hahn einen Halbmarathon

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Sebastian Hahn beginnt seit Jahren jeden Tag mit einem Lauf. Seit über zwei Jahren sind es jeden Morgen über 21 Kilometer, also ein Halbmarathon.
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Jeden Morgen geht um 3.10 Uhr der Wecker. Was den Lehrer antreibt und wieso ihn das Lauffieber gepackt hat.

Aalen. Er läuft und läuft und läuft … Nein, nicht der Käfer von Volkswagen, sondern der Sebastian Hahn aus Aalen. Jeden Tag, das Wort muss noch einmal betont werden, „j e d e n“ Tag absolviert er einen Halbmarathon – mindestens. Hier ist seine unglaubliche Geschichte.

Die Geschichte beginnt vor zehn Jahren und mit 90 Kilogramm Körpergewicht. So viel wog Sebastian Hahn damals als 35-Jähriger. Um abzunehmen, fing der Musiklehrer mit dem Laufen an. Daraus ist inzwischen mehr als eine Leidenschaft geworden. Jeden Morgen um drei Uhr zehn in der Früh klingelt sein Wecker. Nach dem Aufstehen dehnt er sich ausgiebig, zieht seine Laufsachen an, startet er erst das Hörbuch dann die Stoppuhr. Die Stirnlampe leuchtet da schon, denn wenn der Countdown der Uhr das Startzeichen gibt, ist es meist noch stockdunkel draußen. Um 4 Uhr läuft Sebastian Hahn los - täglich, ohne Ausnahme. Nur, wenn er wirklich krank sein sollte oder als er seine Coronaimpfung bekam und 48 Stunden keinen Sport machen durfte, pausiert er. Die Strecke: immer ein Halbmarathon – mindestens. Stand 27. September zeigte sein Pensum 5.837,02 gelaufene Kilometer an – nur für dieses Jahr. Den ersten Tausender in diesem Jahr hatte er schon am 14. Februar voll.

Joggen half ihm, Gewicht abzunehmen

„Ich wollte abnehmen und fing mit dem Laufen an“, erzählt er. Sein Gewicht von 66 Kilogramm hält er seitdem. In der Schule schütteln selbst die Kollege vom Fach Sport zuweilen den Kopf. Aber Sebastian Hahn ist inzwischen etwas…, ja, das trifft es wohl ganz gut, besessen.

Er genießt das Ritual. Auf seiner Laufstrecke ist er für sich ganz alleine. Im großen Pulk einen Halbmarathon zu bewältigen, hat er zwar schon hinter sich, gefallen hat ihm das Gedränge aber nicht. Dann lieber alleine. Da muss er auf niemanden Rücksicht nehmen, kann er selbst sein Tempo bestimmen. Zuweilen ist er doch etwas fremdbestimmt, nämlich immer dann, wenn Dachse oder auch einmal Wildschweine seine Laufstrecke kreuzen. Alles schon vorgekommen.

Sebastian Hahn startet immer von der Haustür aus. Genau das gefällt ihm so beim Joggen. Er muss nicht erst irgendwo hin oder auf Öffnungszeiten Rücksicht nehmen. Frisch geduscht radelt er dann nach dem Frühsport in die Schule. Seine Schüler finden sein Hobby nicht ganz so toll. Hahn ist topfit, fast nie krank und Freistunden sind deshalb Mangelware.

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Fettes Essen? Gibt es nicht. Seit 28 Jahren ist er Vegetarier. Abends um die Häuser ziehen? Nein, er muss ja morgens wieder raus.

Den Kilometer läuft er, wenn er gut unterwegs ist, in 5,05 Minuten, Müdigkeit erkennt er an sich, wenn seine Uhr eine Kilometerzeit von 5,35 oder 5,40 Minuten zeigt. Hahn hat immer zwei Paar Laufschuhe zur Hand. Er wechselt die Schuhe täglich, weil sich eben auch Laufschuhe einen Tag erholen sollten.

Zum Schluss der Geschichte noch schnell ein Wort zum Wetter. Die zuweilen raue Ostalb hat da ja eine Menge zu bieten, Starkregen, Hitze, Schnee. Egal. Sebastian Hahn läuft und läuft und läuft ...

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