Jetzt impfen unsere Hausärzte

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Ist der Patient oder die Patientin dafür berechtigt, gibt's Corona-Impfungen nun auch beim Hausarzt. Hier bekommt Franz Schirle das Vakzin von Renate Grabowski verabreicht. Dr. Peter Schmidt und Krystyna Kluziak übernehmen Vor- und Nachgespräch.
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Die Impfkampagne verlief bislang schleppend. Nun kommen Hausarztpraxen als weitere lokale Impfstationen hinzu. Wie ein solcher Termin aussieht.

Aalen

Impfstart jetzt auch bei den Hausärzten: Auch niedergelassene Ärzte dürfen nun Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Ein solcher Impftermin unterscheidet sich in einigen Punkten von einem Termin im Impfzentrum. "Das Ergebnis ist aber überall das gleiche: Wir kommen der Normalität ein Stück näher", sagt Dr. Peter Schmidt, der im MVZ Ostalb Kliniken gGmbH in Westhausen erste Impfungen vornimmt. Impferfahrung sammelte Schmidt bereits als Leiter des Kreisimpfzentrums.

Bevor der Hausarzt die Impfung verabreicht, braucht es auch hier einen Termin. Dabei gilt nach wie vor die Impfreihenfolge. "Der Hausarzt nimmt dann die Patienten mit dem größten Risiko", erklärt Schmidt. Das können sie auch gut abwägen. Denn: "Hausärzte kennen ihre Patienten", fügt die im MVZ niedergelassene Ärztin Krystyna Kluziak hinzu. Daraus resultiere mehr Komfort, besserer Service und generell weniger Aufwand für impfwillige Patienten. Momentan wähle und kontaktiere das MVZ die Patienten, die geimpft werden können, noch selbst. "Da haben wir ruckzuck die Menschen mit hoher Priorität angerufen", sagt Kluziak.

Impfstoff bleibt knapp

In den kommenden Wochen könnte sich die Herangehensweise der Praxis allerdings ändern. Momentan wird mit Vakzinen von Biontech geimpft. 18 Dosen gibt es zurzeit maximal für Hausärzte. Bei zwei niedergelassenen Ärzten im MVZ wären das 36. Letztendlich seien aber nur 12 Dosen eingegangen. "Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Schmidt, "der Flaschenhals ist die Verfügbarkeit des Impfstoffs". Denn die Arztpraxen hätten die Kapazitäten, mehr Impfungen zu verabreichen.

In Kürze sollen allerdings auch Astrazeneca-Präparate zum Einsatz kommen. Steigt das Ausmaß des Impfangebots, könnten die Patienten selbst anrufen, um einen Termin zu vereinbaren. Generell haben Hausärzte aber freie Hand, wie sie die Impftermine vergeben wollen.

Man hat mehr Vertrauen zum Hausarzt.

Franz Schirle ließ sich in der Arztpraxis impfen

"Das kann jede Praxis individuell selbst gestaltet", erklärt Dr. Manuel Kieninger, Hausarzt in Unterkochen und Pandemiebeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Aalen/Ellwangen. In seiner Praxis beispielsweise laufe die Terminvergabe online.

Steht der Termin, gibt's vor dem Pieks noch ein Beratungsgespräch. "Dabei klären wir die Leute auf", sagt Schmidt, "sehen, welche Medikamente sie einnehmen und welche Vorerkrankungen sie haben". So könne man komplexe Fälle besser abschätzen. "Danach kommen noch 15 Minuten Nachbeobachtungszeit", erklärt er. Ist diese soweit überstanden, wird der Termin für die Zweitimpfung sechs Wochen später vereinbart. Aber bekommen Patienten und Patientinnen beim zweiten Mal den gleichen Impfstoff, wie beim ersten Mal? "Das muss sogar sein", versichert Schmidt.

Ist soweit alles überstanden, darf der Patient mit einem allgemeinen Aufklärungsbogen die Praxis verlassen. Die Wirkung des Impfstoffs, die Entstehung der Impfwirkung und mögliche Nebenwirkungen sind darin vermerkt. "Zum Beispiel, dass man sich am Tag nach der Impfung etwas matt fühlen kann", sagt Schmidt.

Und was sagt ein Patient, der gerade seine erste Impfung beim Hausarzt erhalten hat? "Ich bin happy, ich bin zufrieden", sagt Franz Schirle. Er sei etwas überrascht gewesen, als der Anruf der Praxis bei ihm Einging. Die Impfung habe er gut überstanden. "Es war harmlos. Man hat mehr Vertrauen zum Hausarzt", berichtet er und hofft, dass die Pandemie durch die Impfungen ein Ende findet. Schmidt stimmt zu: "Nur so schaffen wir es, gegen die dritte Welle anzukommen."

So geht's zum Impftermin beim Hausarzt

Die Impfreihenfolge muss nach wie vor von den Hausarztpraxen beachtet werden, betont Dr. Peter Schmidt. Daher können vorerst lediglich Menschen, die entsprechenden Priorisierungsgruppen angehören, Impftermine vereinbaren. Diese werden anschließend entsprechend der Dringlichkeit vergeben.

Impftermine werden von den Arztpraxen teils unterschiedlich vergeben. Daher kann es variieren, ob die Patienten direkt kontaktiert werden oder sie sich selbst telefonisch oder online melden müssen. Im Zweifelsfall helfe es, die Praxis zu kontaktieren, um die Terminvorgabe abzuklären.

Hausbesuche für Impfungen seien bei Menschen mit Pflegebedarf ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Alle Infos zur Impfberechtigung und -reihenfolge sowie Informationen und Aufklärung über die verschiedenen Impfstoffe finden Impfwillige auf www.kvbawue.de. err

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