Jubelfeier für St. Augustinus

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Pfarrer Wolfgang Sedlmeier (l.) und Kirchengemeinderat Bernd Kinzl freuen sich, dass am Sonntag, 20. September, 10 Uhr, ein Jubiläumsgottesdienst bei St. Augustinus gefeiert werden kann.
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Das Gotteshaus im Aalener Süden wurde vor 50 Jahren geweiht. Was die Katholiken für das Jubiläum am Sonntag, 20. September planen.

Aalen

Ein halbes Jahrhundert ist sie alt, die St. Augustinuskirche. Für ein Gotteshaus nicht unbedingt ein Alter. Doch die Geschichte des Gebäudes ist eine besondere. An die erinnert wird am Sonntag, 20. September, um 10 Uhr in einem Festgottesdienst im Freien. Und danach mit einer kleinen Feier – coronabedingt ebenfalls im Freien.

"Mitmachkirche", das steht auf dem Eingangsportal der St. Augustinuskirche. Dass aus dem Gotteshaus, das viele Jahre geschlossen war, heute wieder ein beliebter Treffpunkt für die Menschen aus der Triumphstadt und dem Zochental geworden ist, dazu haben zwei Personen wesentlich beigetragen: Pfarrer Wolfgang Sedlmeier sowie Kirchengemeinderat und Mitbegründer der Mitmachkirche Dr. Bernd Kinzl.

Die beiden gestalten den Jubiläumsgottesdienst im Wesentlichen. Liturgisch hält Pfarrer Wolfgang Sedlmeier das Heft in der Hand. "Es singt die erweiterte Schola um Ralph Häcker", sagt der Theologe. Teil der Feier sei auch die Ehrung von "Altkirchengemeinderäten". Auch eine Weihe wird es an diesem Vormittag geben. Ein restauriertes Feldkreuz der Familien Weng/Seibold wird künftig einen Platz am Eingang zur Kirche haben. Bei alledem darf die Geschichte der Kirche nicht fehlen. Bernd Kinzl wird daran erinnern. Für die Vertiefung gibt es Stellwände und eine Chronik.

Ende der 1960er Jahre gehört es zur Kirchenpolitik, die Stadtteile mit Kirchen zu "versorgen". Es sind Kirchen von der "Stange". Zwei Fertigbaumodelle stehen zur Auswahl: "Frank" heißt das Modell, das in St. Augustinus verwirklicht wird. Geweiht wird die Kirche am Sonntag, 13. September 1970. Viele Jahre dient das Gotteshaus als Treffpunkt – sowohl den Triumphstädtern, als auch den Bewohnern des Zochentals. Dabei ist St. Augustinus nicht nur den Katholiken vorbehalten. "Die Ökumene spielt hier eine große Rolle. Auch heute wieder", sagt Bernd Kinzl und erinnert daran, dass bis in die 1980er Jahre auch die Protestanten dort ihre Gottesdienste gefeiert haben.

St. Augustinus ist eine Bürgerkirche.

Wolfgang Sedlmeier Pfarrer

Die Kirche als Mittelpunkt der beiden Siedlungen mit ihren 4000 Bewohnern spielt eine große Rolle beim Erhalt von St. Augustinus. Denn zu Beginn des 21. Jahrhunderts – mit steigenden Austrittszahlen – entstehen Pläne, Gotteshäuser in Aalen zu schließen. Der Kirchengemeinderat erstellt mit Dekan Dr. Pius Angstenberger ein Zwei-Zentren-Konzept – mit Salvator und St. Maria. "Dieses sah unter anderem vor, die Satellitenkirche St. Augustinus zu entweihen und abzureißen", blickt Sedlmeier zurück. Der Prozess dafür ist bereits weit fortgeschritten, als Sedlmeier 2017 nach Aalen kommt. Er legt sein Veto ein. Das macht die Situation im Kirchengemeinderat schwierig. Die folgenden Jahre sind geprägt von Rücktritten und Emotionen.

Doch mit und dank ihm beginnt die zweite Ära von St. Augustinus. Allerdings nicht nur mit ihm alleine. Er ist der Wegbereiter. Die darauf gehen sind die Bewohner des Zochentals und der Triumphstadt. Einer von ihnen ist Bernd Kinzl. Er initiiert die Mitmachkirche. Mitgetragen wird sie von den dortigen Kindergärten, von der Grundschule, der Wohngemeinschaft Triumphstadt/Zochental um Sigmar Tomaschko und vielen Ehrenamtlichen, die Hand anlegen, wo es nötig ist.

"St. Augustinus ist eine Bürgerkirche", betont Pfarrer Sedlmeier. Offen für alle. Bei der Nikolausfeier oder beim neuen Gottesdienst-Format: "#Song4u". Und auch beim Jubiläumsgottesdienst am 20. September.

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