„Kairos“: Kurzfilmdreh in Aalen

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Dreh einer Szene am bereitgestellten Linienbus.
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An sieben Orten in und um Aalen haben junge Filmschaffende jetzt einen Film über verpasste Chancen gedreht. Premiere soll Ende Februar sein.

Aalen

Junge Filmschaffende haben in den vergangenen zwei Wochen in Aalen ihren neuen Kurzfilm „Kairos“ gedreht. An insgesamt zwölf Drehtagen seit Anfang August hat das Team um Regisseurin Jeanine Lang, die selbst aus Aalen stammt, das Material für das letztlich 30-minütige Werk erstellt. Die Premiere soll Ende Februar im Kino am Kocher stattfinden.

Gedreht wurde an insgesamt sieben Orten in und um Aalen. Aalen deshalb, weil die Regisseurin sich hier auskennt und Kontakte hat.

Gestartet wurde am Sonntag, 1. August, an einer Tankstelle in der Stadt. Am zweiten Tag drehte die zehnköpfige Crew an einer Bushaltestelle auf der Heide. Dort waren rund 15 Szenen in einem Zeitplan von acht Stunden vorgesehen. Ein sportliches Ziel, wie sich herausstellte. Wurden die Dreharbeiten doch immer wieder durch dicke Wolken oder kurze Regenschauer verzögert.

Die OVA hatte einen Linienbus mit Fahrerin Rosemarie Weiß zur Verfügung gestellt. Immer wieder muss sie den Bus zentimetergenau rangieren, oder die Türen öffnen, oder einfach warten, bis sie das nächste Mal gebraucht wird. Und immer wieder werden einzelne Szenen wiederholt, bis Kameramann Simon Niedermaier und die Regisseurin zufrieden sind.

„Klappe Bild 5 die 3., und Action – Kamera läuft“, heißt es dann wiederholt. Zwei Beamte der Polizei sperren, wenn nötig, die Straße und fordern Autofahrer zum Umweg auf. „Ist schon beeindruckend, was das für ein Aufwand ist und wie solche Filmaufnahmen – selbst im Kleinen – ablaufen“, hört man von den Beobachtern der Arbeiten.

Film um verpasste Chancen

„,Kairos“ ist ein fiktionaler Film um verpasste Chancen, um das,was wäre wenn´“, beschreibt Jeanine Lang das Thema. Anna, eine junge Frau, wird aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und gerät in den Einfluss einer undurchsichtigen Gemeinschaft.

Das junge Filmteam besteht aus Studenten der „Hochschule der Medien“ in Stuttgart, die dort verschiedene Studiengänge wie Regie, Kameraführung und anderes belegen. Gemeinsam arbeiten sie im Netzwerk „Cimagine Crew“ zusammen bei Projekten wie Kurzfilmen oder Werbeclips für Firmen.

Nachwuchspreis

Bereits 2019 hatte ein Team um Jeanine Lang mit dem Kurzfilm „Abszission“ bei der Filmschau Baden-Württemberg den Nachwuchspreis „Bester Film“ gewonnen. Oberbürgermeister Thilo Rentschler hatte ihr daraufhin gratuliert und zugesagt, weitere Projekte zu unterstützen. Ein weiterer Grund, weshalb „Kairos“ jetzt in Aalen gedreht wurde.

Hauptakteure in dem Film sind junge Schauspielstudierende wie Govinda Gabriel Choletti aus Berlin, Sina Periz aus Mannheim und eine weitere Kollegin aus Köln; dabei ist auch Arwid Klaws vom Theater der Stadt Aalen, der immer wieder gern in solchen Kurzfilmprojekten junger Studierender mitspielt.

Während die jungen Schauspieler in einem Hotel übernachteten, war das Filmteam während der zwei Wochen in der THG-Turnhalle auf einem Mattenlager untergebracht. „Wie in einem Jugendcamp“, lacht Jeanine Lang. „Aber das fördert den Zusammenhalt.“ Denn den braucht es, wenn man den ganzen Tag unter Stress steht, wie Kameramann Siman Niedermaier schmunzelt. Müssen doch sowohl Zeitplan als auch der Kostenrahmen eingehalten werden.

Das angedachte „Crowd-Funding“ hat nicht wie erhofft funktioniert, so werden die Kosten von rund 8000 Euro von Stadt und Kreissparkasse teilweise abgedeckt. „Und teilweise finanzieren wir den Film eben privat vor“, sagt Lang. „Wir hoffen, dass der Film gut wird und dann auch gerne gesehen wird und so die Kosten wieder eingespielt werden“, ergänzt Produzent Lukas Bayer. Er ist neben den Finanzen für die gesamte Organisation zuständig, sorgt dafür, dass alle Genehmigungen vorliegen, und dass die Locations stimmen.

Die können oft über Beziehungen organisiert werden, beispielsweise ein großer Garten im Zochental, eine alte Scheune außerhalb Aalens oder ein Waldstück bei Hüttlingen.

Ende Februar soll dann die Premiere stattfinden, im „Kino am Kocher“ im KubAA in Aalen.

Immer wieder werden Einstellungen wiederholt. Links auf dem Stuhl der AalenerSchauspieler Arvid Klaws.
Regisseurin und Kameramann betrachten eine Kameraeinstellung.
Eine Szene mit drei Schauspielern wird gedreht. Rechts sitzend Regisseurin Jeanine Lang schaut die Szene an.
Besprechung einer Einstellung

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