Katholische Frauen kritisieren ihre Kirche

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Das Kreuz als Zeichen des Glaubens.
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Es geht um Gerechtigkeit, Teilhabe und mehr: Onlinegespräch der Katholischen Erwachsenenbildung.

Aalen. Wie nehmen katholische Frauen ihre Kirche wahr? Welche Veränderungen braucht es aus ihrer Sicht für eine zukunftsfähige Kirche? Um diese Fragen ging es in einem Online-Gespräch im Rahmen des Internationalen Frauentags in diesem Jahr. Eingeladen hatte die Katholische Erwachsenenbildung Ostalbkreis (keb).

Moderatorin Birgit Elsasser (keb) begrüßte gut 20 Teilnehmerinnen, auch ein Mann hatte sich angemeldet. Sie hieß die Gesprächspartnerinnen, ein „Mehrgenerationenteam“, herzlich willkommen: Silke Weihing, Pastoralreferentin in Schwäbisch Gmünd, die pensionierte Lehrerin Luzia Gutknecht sowie die beiden 17-jährigen Laura und Maxi. Allen ist gemeinsam, dass sie sich ihrer Kirche verbunden fühlen und sich engagieren.

Es knirscht an mehreren Ecken

Sie sehen jedoch deutliche Kritikpunkte. Ist die Kirche wirklich ein Ort für jeden oder dominieren nicht doch die Männer?, fragt Laura. Nach ihrer Erfahrung werden die Stimmen der Frauen nicht zur Genüge gehört und respektiert. „Was Frauen und Männer in der katholischen Kirche dürfen, passt nicht mehr in unsere Zeit“, stellt Luzia Gutknecht fest, „eine Schizophrenie, in der wir heute leben“.

Ihr liege viel am Thema Freiheit, sagt Silke Weihing. „Aber mich frei entfalten, das kann ich eben nicht.“ Sie leide an der Institution, „aber ich will die Kirche nicht verlassen“.

Wollen Frauen eigentlich Macht übernehmen? Man wolle eine geschwisterliche Kirche, weg von Männerbünden und hierarchischem, patriarchalem Denken, so Luzia Gutknecht. „Ich glaube, dass wir Frauen teamfähiger sind.“

Silke Weihing meint dazu: „Es geht nicht darum, dass Frauen Macht haben wollen, es geht um Gerechtigkeit und Teilhabe, dass alle alles machen können. Das Gesamtsystem würde sich verändern.“

Was sich Jugendliche wünschen

Für die Zukunft wünschen sich Maxi und Laura eine Kirche, die offener ist, in der es nicht nur eine richtige Antwort gibt, und wo Frauen predigen dürfen. „Dann würden auch mehr Jugendliche in die Kirche kommen“, sind sie überzeugt.

Für Silke Weihing ist die Kirche der Zukunft ein Ort, an dem sich Menschen treffen, die Jesus nachfolgen – egal ob Frau oder Mann, ob queer, ob katholisch oder nicht.

Von der Basis her zu denken, fordert Luzia Gutknecht, „mit Unterstützung von oben statt Druck“. Außerdem die Einbeziehung von Laien bei Entscheidungen und die Trennung von Weiheamt und Leitungsamt.

⋌Beate Krannich

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