Kaufen, wenn geschlossen ist

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Alexander Schuh (l.) und Jan Lippstreu demonstrieren am Schaufenster "Vom Fass" in der Mittelbachstraße, wie schnell man den isi-Code mit dem Smartphone scannen und anschließend den Kauf des Produkts abwickeln kann.
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Mit isiSnap haben die beiden Gründer Jan Lippstreu und Alexander Schuh eine Weltneuheit auf den Markt gebracht, die es bislang nur in Aalen gibt.

Aalen

Es ist zwar nicht die eine ganz große Lösung, die jetzt allen Innenstadt-Händlern komplett über den Corona-Lockdown hinweg hilft. Aber es ist ein Hoffnungsschimmer, der – zumindest eine kleine – Perspektive aufzeigt, um mehr Umsätze zu generieren. Gerade dann, wenn die Geschäfte geschlossen haben.

"Es ist eine Weltneuheit, die es bislang nirgends auf der Welt gibt, außer in Aalen", machte Citymanager Reinhard Skusa am Freitag bei einem Pressegespräch neugierig auf eine Revolutionierung des regionalen Online-Shoppings.

"isiSnap" heißt der neue Verkaufskanal, den die beiden Aalener Jan Lippstreu (34) und Alexander Schuh (31) während eines längeren Prozesses in ihrer Freizeit aufgebaut haben. Sie bezeichnen ihn als einen begehbaren Online-Shop. Durch einen glücklichen Zufall konnten sie dafür die IT-Werke Technology GmbH aus Lahr als Sponsor gewinnen.

"Wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit dem Problem, wie wir das regionale Kaufen und Verkaufen vereinfachen können", erzählt der gelernte Maschinenbautechniker Alexander Schuh.

QR-Code im Schaufenster

Jetzt haben sie ihre Idee umgesetzt, mit Hilfe des Smartphones in der Hand Sofortkäufe innerhalb von wenigen Sekunden direkt vor dem Schaufenster tätigen zu können. Und zwar 24 Stunden rund um die Uhr und unabhängig davon, ob der Laden offen oder geschlossen ist.

Jan Lippstreu erklärt, wie das funktioniert: Der Händler legt im Internet einen isi-Account an. Danach erfasst er einige ausgewählte Produkte und generiert dafür den isi-Code. "Diesen QR-Code platziert der Händler dann mit einem Foto des entsprechenden Produkts an seinem Schaufenster." So kann der vorbeiflanierende Kunde den Code später mit seinem Smartphone direkt am Schaufenster scannen und innerhalb weniger Sekunden den Kauf abwickeln. "Über sein Smartphone kann der Kunde auswählen, ob er das Produkt später selbst im Laden abholen und bezahlen möchte. Oder ob er eine Lieferung wünscht und mit PayPal bezahlt." Für den gesamten Vorgang ist laut Lippstreu und Schuh keine Registrierung notwendig, der Kunde brauche weder ein Konto anzugeben noch eine App herunterzuladen.

isiSnap ist eine Weltneuheit, die es bislang nur in Aalen gibt.

Reinhard Skusa Citymanager

"Auch für den Händler ist der Vorgang unkompliziert: Er benötigt dafür keine Internet-Website und keinen Online-Shop", sagt Lippstreu.

Smart City direkt erlebbar

Der Aalener Wirtschaftsförderer Reinhard Skusa ist begeistert: "Diese Idee zeigt, wie innovativ Aalen ist." Für ihn ist "isiSnap" ein weiteres Instrument, das die Bestrebung der Innenstadtaktiven unterstützt, die Kunden in der Stadt zu halten und in die Stadt zu holen. "Wir müssen die Online-Verkaufsmöglichkeiten mit dem stationären Handel verbinden. Denn nur dann lebt unsere Innenstadt!"

In den Augen des Citymanagers macht isiSnap für die Aalener erlebbar, was Smart City bedeutet. "Wir werden diesen Verkaufskanal massiv unterstützen", verspricht Reinhard Skusa. Zumal sich der Handel in Aalen an die Corona-Verordnungen halten wolle. "Wir wollen nicht – wie es andernorts zum Teil passiert – aus unseren Textilgeschäften Kolonialwarenläden machen", betont er. Stattdessen gehe man mit dieser "sympathischen und innovativen Idee" von isiSnap an den Markt. "Das wird uns helfen, die schwere Phase zu überbrücken", hofft der Citymanager.

Und auch noch nach Corona soll diese smarte Einkaufsmethode zum Alltag gehören. "Der Handel muss sich bewegen", sagt ACA-Vorsitzender Josef Funk. "Morgens aufschließen, die Kunden hereinlassen und abends abschließen – diese Zeit ist vorbei."

OB Thilo Rentschler jedenfalls hat den beiden innovativen Tüftlern und Begründern von isiSnap schon mal einen Platz im Aalener Innovationszentrum zugesagt.

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