Keine Seilbahn aufs Härtsfeld

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Aus der grüne Traum von einer Seilbahn hinauf aufs Härtsfeld. Der Aalener Gemeinderat sprach sich am Donnerstag dagegen aus – auch gegen eine Machbarkeitsstudie. Grafik: ca
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Aalener Gemeinderat diskutiert lebhaft über eine Idee der Grünen-Fraktion und entscheidet dann. Wie die Rätinnen und Räte argumentiert haben.

Aalen. Abgelehnt hat der Aalener Gemeinderat am Donnerstag die Machbarkeitsstudie zur Seilbahn. Die Idee der Grünen-Fraktion dahinter: in einer Studie zu überprüfen, ob eine Verbindung von Oberkochen über Unterkochen hinauf aufs Härtsfeld nach Ebnat möglich und wirtschaftlich ist. Viel Gegenwind hatte die Fraktion im Vorfeld bekommen.  Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer verwies auf das Positionspapier zum Mobilitätspakt, das der Ostalbkreis und der Kreis Heidenheim gemeinsam auf den Weg gebracht haben.

Darin heißt es: "Ein Zukunftskonzept soll unter Wegfall von Denkverboten ganz neue Wege und Möglichkeiten aufzeigen. Eine schnelle Seibahnverbindung von Heidenheim nach Aalen ist dabei ebenso eine Option wie eine öffentlich getragene Mitfahrzentrale über eine benutzerfreundliche App." Die Grünen im Aalener Gemeinderat beantragten, im Papier die mögliche Seilbahnverbindung zwischen Ebnat und Oberkochen aufzunehmen.

Fleischer argumentierte: Wenn man jemanden, der die Idee einer solchen Verbindung aufs Härtsfeld, als Spinner bezeichne, "dann gehören auch die Unterzeichner in diese Kategorie. Unter anderem hat Oberbürgermeister Thilo Rentschler das Papier im Namen der Stadt Aalen unterschrieben. Würden die anderen Fraktionen, diesen Antrag der Grünen unterstützen, so Fleischer, dann seien die Grünen auch bereit, den ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung zu unterstützen, nämlich die Studie zur Seilbahn an den Landkreis zu verweisen.

Doch soweit kam es nicht. Mehrheitlich lehnten die Räte eine solche Studie ab, nur die Grünen-Fraktion stimmte zu, zwei Räte enthielten sich. Kurz darauf stimmte das Gremium dem Positionspapier zu, und zwar in der ursprünglichen Version, ohne die Möglichkeit einer Seilbahnverbindung aufs Härtsfeld. Die Grünen enthielten sich, alle anderen Fraktionen unterstützten das Positionspapier. 

In der inhaltlichen Debatte begründete Gabriele Ceferino einmal mehr ihren Antrag. Eine Seilbahn könne zur Entlastung der Verkehrssituation in Unterkochen beitragen und stelle in der Diskussion um den Albaufstieg eine günstigere und umweltfreundlichere Alternative zur Pulverturmtrasse dar.

Manfred Traub (CDU) zweifelte Annahmen der Grünen an, zum Beispiel, dass die Pulverturmtrasse 47 Millionen Euro kosten solle. Die Grünen hatten dazu den Ausbau der B29 bei Essingen als Referenz herangezogen, eine Traub zufolge autobahnähnlich ausgebaute vierspurige Straße. "Diesen Dimensionen entspricht die Pulverturmtrasse nicht", sagte Traub. Statt einer Seilbahn forderte er den Ausbau und die Verbesserung der bisherigen Strukturen, zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr und den Werksverkehr.

Ähnlich argumentierte auch Hermann Schludi (SPD). Er ergänzte: "Klar sind wir bereit, Verkehrsstrukturen neu zu denken, aber wir bleiben auf dem Boden." Thomas Rühl (Freie Wähler) spielte auf den Begriff der Denkverbote an: "Das gilt auch für uns. Wir finden diese Idee utopisch." Markus Waidmann (AfD) wiederholte das Argument, dass die Höchstgeschwindigkeit einer Seilbahn bei 27 Kilometer pro Stunde liege. Eine Stunde brauche man daher für die Strecke hinauf aufs Härtsfeld. "Damit hat sich die Idee schon erledigt" In der Verberatung hatte Gabriele Ceferino bereits darauf hingewiesen, dass von einer urbanen Seilbahn die Rede sei, die andere Geschwindkeiten als eine alpine Seilbahn schaffe. Arian Kriesch (FDI) forderte, sich speziell auf den Ausbau der Brenzbahn zu konzentrieren. Christa Klink (Linke) verwies auf eine Untersuchung aus Mannheim, nach der eine Seilbahn außerhalb der Bundegartenschau nicht wirtschaftlich sei.

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