Keine Sexkinos, aber andere Probleme

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An mehreren Stationen im Industriegebiet West spricht OB Frederick Brütting mit Anwohnerinnen und Anwohnern über Probleme vor Ort. Foto: ks
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Beim Quartiersrundgang mit Oberbürgermeister Frederick Brütting sprechen Bewohnerinnen und Bewohner des Industriegebiets West an, was sie stört.

Aalen

Prostitution, Lärm, schlechte Straßen, Müll: Beim Quartiersrundgang mit Oberbürgermeister Frederick Brütting haben Anlieger im Industriegebiet West zahlreiche Probleme angesprochen. Vergnügungsstätten waren nur am Rande Thema.

Der Gemeinderat hatte zu Beginn des Jahres einen neuen Bebauungsplan fürs Gebiet auf den Weg gebracht, der Sexkinos, Stripteaselokale und Swingerclubs dort zugelassen hätte. Doch wegen des Widerstands der Anwohner hat der Gemeinderat den Entschluss dazu wieder kassiert und nur Spielhallen oder Wettbüros zugelassen.

„Alles, was mit Sex zu tun hat, haben wir ausgeschlossen“, fasste Frederick Brütting zusammen. Anwohnerinnen und Anwohner haben zu diesen neuen Plänen schriftlich Stellung nehmen können. Der Gemeinderat soll laut Brüttting im Herbst die Entscheidung dazu treffen. Aber auch jenseits der Vergnügungsstätten, sind mehrere Probleme im Quartier zutage getreten.

Prostitution: Auf einem Parkplatz ist immer wieder eine Frau beobachtet worden, die wohl in geparkten Lkws oder Autos der Prostitution nachgeht. Inzwischen sei sie aber nicht mehr anzutreffen, berichtet ein Gewerbetreibender. Marietta Hageney, die Vorsitzendes des Vereins Solwodi im Ostalbkreis, erläuterte die allgemeine Situation. Wenn eine Stadt einen Sperrbezirk habe, so wie Aalen in Neukochen, dann sei Prostitution nur dort erlaubt. Ausnahmen seien private Wohnungen. Mit einer entsprechenden Erlaubnis, sei Prostitution erlaubt. Nicht erlaubt sei Prostitution auf Aalener Parkplätzen. Laut Ordungsamtschefin Ulrike Ebert droht in so einem Fall eine Geldstrafe oder in schweren Fällen sogar eine Freiheitsstrafe. Hageney ergänzte: „Die Frau bekommt die Strafe, der Sexkäufer nicht.“

Lärm: Sabine Burr aus Hofherrnweiler höre nachts die LKWs der Spedition gegenüber über die Laderampen fahren. Der Hausmeister eines Gewerbebetriebs, der auch vor Ort wohnt, hört am sehr frühen Morgen, wie das Schotterwerk die Lkws belädt. Besonders stören sich die Anwohnerinnen und Anwohner am Hochzeitssalon.

„Der hat sich erweitert und hat nun eine Außengastronomie“, sagte Bobby Krapp. Da laufe am Wochenende Musik und Freien und es werde gegrillt im Freien. Mehrere andere bestätigten seien Eindruck und sprachen auch von Feuerwerk, das regelmäßig nachts gezündet wird. „Ich würde mich schämen, wenn ich ein Fest feiern würde, ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen. OB Brütting bat, nach dem nächsten Feuerwerk bei der Stadtverwaltung anzurufen, dass man dem nachgehen könne. Ob eine Erlaubnis für die Außengastronomie vorliege, wolle man überprüfen.

Müll: Ein Anwohner wohnt direkt neben den Containern eines Entsorgungsunternehmens und schimpfte über Schmutz. „Wir ersticken hier im Staub“, sagte er. Der OB sprach von Konflikten, die entstehen, wenn Gewerbe und Wohnen zusammentreffen. „Wir können die Konflikte nicht immer ganz auflösen“, sagte Brütting. Aber die schlimmsten Auswirkungen könne man abmildern. Der Anwohner ist überzeugt, wenn ein bestimmter Container wegkäme, brächte das eine Erleichterung für das Wohnhaus. Der OB kam mit ihm mit, um sich das anzuschauen, währen die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon mal zur nächsten Station weitergingen.

marode Straße: Rolf Heidelberg kämpft schon seit Jahren dafür, dass die Carl-Zeiss-Straße in Gänze saniert wird. Vor acht Jahren wurde ein kleiner Abschnitt saniert. Seitdem warten die Anwohner darauf, dass es weiter geht und auch die restliche Straße saniert wird. Tiefbauamtschef Stefan Pommerenke kündigte die Sanierung der Carl-Zeiss-Straße für kommendes Jahr an. Danach sei die Robert-Bosch-Straße an der Reihe.

Zusammenarbeit mit Innenstadt: Bobby Krapp schlug vor, dass die Einzelhändler im Industriegebiet künftig mit der Innenstadt zusammenarbeiten. Seide Idee: Kundinnen und Kunden parken im Industriegebiet, kaufen dort ein, bekommen einen Busgutschein, mit dem sie kostenlos in die Innenstadt fahren können, kaufen dort weiter ein und kommen wieder zurück.

Kinderbetreuung: Dass Gewerbetreibende eine Kinderbetreuung im Industriegebiet aufbauen könnten, sei schon Thema bei einem Gespräch mit den Anwohnern im Rathaus gewesen, sagte der OB. Die Kinderbetreuung sei eine große Aufgabe, die man gemeinsam angehen wolle. Bei Betriebskindergärten übernehme die Stadt 97 Prozent der Betriebskosten und 70 Prozent der Investitionskosten.

Quartiersrundgang Industriegebiet West
Quartiersrundgang Industriegebiet West
Quartiersrundgang Industriegebiet West
Quartiersrundgang Industriegebiet West mit OB Frederick Brütting. Prostitution ist ein Thema. Dazu spricht Marietta Hageney, Vorsitzende des Vereins Solwodi Ostalb.

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