Kiesewetter und Mack: geteilte Meinung zur Impfpflicht

+
Roderich Kiesewetter (links) und Winfried Mack
  • schließen

CDU-Abgeordnete über eine allgemeine Impfpflicht. Der eine sagt Ja, der andere Nein.

Aalen. Die beiden CDU-Abgeordneten Roderich Kiesewetter (Bundestag) und Winfried Mack (Landtag) bewerten eine allgemeine Impfpflicht unterschiedlich.

Kiesewetter, der sich vor einem halben Jahr noch gegen die Impfpflicht ausgesprochen hat, sagt inzwischen Ja zur allgemeinen Impfpflicht. Er glaubt nicht mehr daran, dass der Corona-Pandemie durch Überzeugungskraft bei Impfverweigerern entgegengewirkt werden kann. „Wir können nicht 60 Millionen geimpfte Menschen als Geiseln nehmen dafür, dass sich 20 Millionen Menschen nicht impfen lassen und die Intensivstationen dadurch gefüllt werden“, sagt Kiesewetter im Gespräch mit der SchwäPo. Die Impfpflicht können aber erst dann umgesetzt werden, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Wenn eine allgemeine Impfpflicht kommt, dann „wird sie erst frühestens ab März nächsten Jahres kommen können“, so Kiesewetter weiter. Außerdem: Es müsse das Rechtssystem für Impfverweigerer geklärt werden. „Handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, ist es eine Straftat, was ich nicht hoffe?“, fragt Kiesewetter. Das müsse erst geklärt werden.

Mack hat eine andere Meinung. Die allgemeine Impfpflicht könne nur „ein Pfeil im Köcher“ vieler Pandemie-Maßnahmen sein. Der Landtagsabgeordnete glaubt vielmehr, dass Impfgegner bei einer Impfpflicht eine Abwehrhaltung gegen den Staat einnehmen. „Durch eine allgemeine Impfpflicht wird sich niemand fügen“, sagt Mack. Der Staat müsse mit diesen Menschen reden und niederschwellige Angebote machen, die Menschen überzeugen, ruhig auch mit Druck, wie etwa weitere Einschränkungen. Zwang sei für ihn aber nur das letzte Mittel. Mack habe mit vielen Unternehmern gesprochen. Die hätten ihm für ihre Betriebe gesagt, dass sie am Ende alle Personen überzeugen könnten, sich impfen zu lassen. „Sie müssten sich aber die Mühe machen, mit allen zu reden.“

Über eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona soll der Bundestag voraussichtlich im kommenden Jahr in freier Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin entscheiden. Bereits beschlossen hat das Parlament, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit besonders schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis Mitte März 2022 nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Lars Reckermann

Roderich Kiesewetter (l.) und Winfried Mack. Das Foto entstand am Abend der Bundestagswahl dieses Jahres im Kreisbüro in Aalen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare