Kiesewetter verliert viel - und gewinnt

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Keine Partystimmung: Roderich Kiesewetter gibt am Abend der Bundestagswahl 2021 eine Stellungnahme im Kreisbüro in Aalen ab.
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CDU verliert auch im Wahlkreis erdrutschartig. Dennoch: Kiesewetter holt das Direktmandat. Breymaier sicher im Bundestag - Zitterpartie für Margit Stumpp. AfD und Linke verlieren.

Aalen

Roderich Kiesewetter hat gewonnen, wenngleich er fast 10 Prozent der Stimmen verloren hat und auf 37,05 Prozent kommt. Dennoch: Der CDU-Kandidat hat das Direktmandat im Wahlkreis Aalen-Heidenheim geholt. Doch der Abstand zur Konkurrenz ist geschmolzen. Ein brutaler Einbruch bei der CDU auch bei den Zweitstimmen: Nur noch 27,42 Prozent wählen die Union. Das sind fast 11 Prozent weniger als 2017. Dennoch freut sich Kiesewetter über das Ergebnis - weil er im Unionsvergleich im Land eines der besten ist.

Leni Breymaier belegt den zweiten Platz - und hatte den am wenigsten aufregenden Abend, zumindest, was ihr Mandat anbelangt. Auf Platz 7 der Landesliste der SPD war klar, dass sie wieder in den Bundestag kommt. Breymaier erhält 21,87 Prozent, gewinnt knapp ein Prozent dazu im Vergleich zu 2017. An Zweitstimmen entfallen 23,6 Prozent auf die SPD - ein sattes Plus von fast 5 Prozent. Breymaier äußert sich am Wahlsonntag zurückhaltend in Bezug auf mögliche Koalitionen.

Margit Stumpp (Bündnis 90/Die Grünen) kommt auf 12,2 Prozent und kann 2,58 Prozent zulegen. Bei den Zweitstimmen landen die Gründen auf 12,69 Prozent: ein Plus von 1,74 Prozent. Bei Redaktionsschluss war noch nicht klar, ob es für Stumpp erneut ein Bundestagsmandat gibt. Stumpp sieht eher Gemeinsamkeiten mit der SPD als mit der CDU, insbesondere beim Thema Klimaschutz. An einer möglichen Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP hat sie aber Bedenken wegen den Liberalen.

Stark präsentiert sich die FDP. Der Aalener Kandidat Arian Kriesch holt bei den Erststimmen 9,41 Prozent. Bei den Zweitstimmen ist die FDP sogar drittstärkste Kraft und liegt mit 14,68 Prozent noch vor den Grünen und der AfD. Kriesch wertet dies als deutliches Zeichen dafür, dass die Wählerinnen und Wähler eine Regierung der Mitte wollen. Eine Präferenz für CDU oder SPD als möglichen Koalitionspartner neben den Grünen nennt er nicht.

Die AfD kommt auf 10,73 Prozent - und ist neben der CDU der zweite Verlierer im Wahlkreis Aalen-Heidenheim (minus 1,53 Prozent). Auch der AfD-Direktkandidat Jan Czada verliert im Vergleich zu 2017 (minus 0,83 Prozent) und kommt auf 10,18 Prozent.

Die Linken kommen auf 2,71 Prozent - und liegen damit nur knapp vor der Partei „Die Basis“, die sich vor allem mit einer fundamentalen Kritik an Corona-Maßnahmen hervorgetan hat. Die Linken haben 2,78 Prozent der Stimmen verloren und spielen auf der Ostalb eigentlich keine Rolle mehr. Tim Steckbauer, Direktkandidat der Linken, bekam 2,34 Prozent (minus 2,84).

Einen Kommentar zur Bundestagswahl von SP-Redaktionsleiter Jürgen Steck finden Sie im Arikel: "Sisyphos von der Ostalb"

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