Kind erfasst und weitergefahren

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Am Tag nach dem Unfall sind Polizeibeamte vor Ort. An dieser Stelle in der Gartenstraße ist der Zweijährige auf die Straße gelaufen und von einem Auto erfasst worden. Der Fahrer ist einfach weitergefahren.
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Ein zweijähriger Junge ist am Donnerstag in der Gartenstraße lebensgefährlich verletzt worden. Der Autofahrer fuhr nach dem Unfall einfach weiter. Die Polizei bittet jetzt um Mithilfe.

Aalen

Am Donnerstagabend ist es in der Gartenstraße zu einem tragischen Unfall gekommen. Gegen 22.30 Uhr erfasste ein Fahrer mit seinem Auto einen zweijährigen Jungen, der auf die Straße lief. Das Kind wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Laut Polizei fuhr der Fahrer einfach weiter, ohne sich um das Kind zu kümmern.

Update am 18. Juli: Der Unfallflüchtige hat sich bei der Polizei gemeldet.

Der zweijährige Junge überquerte die Fahrbahn in Richtung Tankstelle, weil er seinem Vater folgen wollte. Die Eltern bemerkten nicht, dass er auf die Straße lief, teilt die Polizei mit. Das Auto, das das Kind erfasste, war stadtauswärts in Richtung Hofherrnweiler unterwegs. Es handelt sich laut Polizei um eine silberne Mercedes-Limousine, vermutlich ein nicht aktuelles Modell der C-Klasse. "Ein Fahrzeug mit Stufenheck, kein Kombi", erläutert Polizeisprecher Holger Bienert dazu.

Mit neun Streifenbesetzungen fahndete die Polizei nach dem Mercedes. Das Auto konnte jedoch nicht gefunden werden. Das Auto müsste an der Fahrzeugfront, vermutlich im Bereich des rechten Scheinwerfers beschädigt sein, so die Polizei.

Die Polizei fragt: Fiel jemandem der beschriebene Mercedes am Donnerstagabend in der Aalener Innenstadt, der Gartenstraße oder in Hofherrnweiler oder Unterrombach auf? Wer kann Hinweise auf Fahrzeuge geben, die der Beschreibung entsprechen und womöglich im Bereich der Fahrzeugfront Beschädigungen aufweisen? Der Verkehrsunfallaufnahmedienst hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet unter Telefon (07904) 94260 um Hinweise.

Je schwerer die Unfallfolgen, desto intensiver die Ermittlungen.

Holger Bienert Polizeisprecher

2000 Unfallfluchten im Ostalbkreis: Immer wieder ermittelt die Polizei nach Verkehrsunfallfluchten. Rund 2000 Mal sind Unfallverursacher 2019 im Ostalbkreis einfach weggefahren, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Das geht aus dem Jahresbericht der Polizei hervor. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen (Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis und Kreis Schwäbisch Hall) wurden rund 5800 Fälle von Unfallflucht angezeigt. 35 Menschen wurden dabei schwer, 202 Menschen leicht verletzt. "Je schwerer die Unfallfolgen, desto intensiver die Ermittlungen", erläutert Holger Bienert. Daher ist auch die Aufklärungsrate bei der Flucht nach schweren Unfällen höher. Rund die Hälfte der Verursacher kann die Polizei laut Statistik in solchen Fällen ermitteln. Bei allen Unfallfluchten zusammengenommen waren es 2019 rund 37 Prozent, die aufgeklärt werden konnten.

Ähnlicher Fall bei Bartholomä: Erst Anfang Juli dieses Jahres flüchtete eine 26-jährige Autofahrerin nach einem schweren Unfall bei Bartholomä. Sie hatte einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen und ihn nach der Kollision lebensgefährlich verletzt liegen gelassen. Doch weil ein Zeuge des Unfalls laut Holger Bienert Angaben zum Kennzeichen machen konnte, konnte sie ausfindig gemacht werden.

Ermittlungen im aktuellen Fall: Holger Bienert hofft nun auch nach dem Unfall in der Gartenstraße auf die Mithilfe aus der Bevölkerung und auf Hinweise von Zeugen. Die Polizei wird ihm zufolge nun als eine der nächsten Maßnahmen erheben, auf wen Autos zugelassen sind, auf die die Beschreibung passt. Autobesitzer in der Aalener Weststadt und Essingen sind zunächst besonders im Fokus, weil der flüchtige Fahrer in diese Richtung unterwegs war. In der Gartenstraße ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 50 Kilometer pro Stunde. Hinweise darauf, dass der Fahrer zu schnell unterwegs war, liegen laut Holger Bienert bisher nicht vor.

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