Kinder auf Artensuche im Kocher

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Mit Gummistiefel und ausgerüstet mit Sieb und Becherlupe gehen die jungen Forscher auf Expedition. Ein häufiger Fang: der Bachflohkrebs. Danach werden die Tierchen im Labor untersucht.
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Zwölf Mädchen und Jungen machen sich am Montag auf Erkundungstour. Dabei sollen sie etwas über die Natur und Tierwelt lernen.

Aalen

Wir fangen die Tiere lebend und bringen sie auch lebend zurück", stellt Hanspeter Pfeiffer, Vorsitzender des Aalener Ortsverbands des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), klar. Er ist am Montag im Aalener Stadtgarten vor Ort, um zwölf Kindern die versteckten Flusstierchen aus dem Kocher zu zeigen. Die Aktion ist eine von mehreren aus dem Ferienprogramm des Aalener BUND-Ortsverbands.

Ausgerüstet mit Sieben, Becherlupen – das sind kleine Bescher mit im Deckel eingefassten Lupen – und Wassergefäßen machen sich die jungen Teilnehmer zwischen sechs und zwölf Jahren ans Werk. Im Kocher suchen sie nach kleinen Flusstierchen, schauten unter Steinen oder im Sand nach. Immer wieder springen einzelne Kinder auf, um Pfeiffer ihren Fang zu präsentieren. "Ein Bachflohkrebs", erkennt der Experte. Viele verschiedene Tiere leben in dem Fluss. "Wenn viele Arten vorkommen, ist es immer gut", erklärt Pfeiffer.

Haben die jungen Teilnehmer genügend Tierchen eingefangen, werden diese in Behälter mit frischem Wasser zur Beobachtung gepackt. "Wir machen einen kleinen Zoo", sagt Pfeiffer. Er hat verschiedene Materialien im Gepäck, mit denen er und seine jungen Forscher die Tiere im aufgebauten Labor mir Mikroskopen bestimmen können. Haben die jungen Forscher die gefangenen Tierchen bestimmt, ist die Theorie dran. Pfeiffer erklärt den Kindern, was zum Beispiel Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven oder Tellerschnecken zum Überleben brauchen und welche Rolle sie in der Nahrungskette spielen. Für Fische seien sie zum Beispiel als Nahrung für das Überleben wichtig.

Wir sind immer überrascht, was die Kinder so finden.

Hanspeter Pfeiffer BUND Ortsverband Aalen

Außer dem Spaß am Forschen ist Pfeiffer auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur wichtig. "Wir wollen, dass sie die Natur kennenlernen und mit Begeisterung dabei sind." Trotzdem brauche es mehr junge Leute in den Reihen des Aalener Naturschutzbundes, sagt er.

Ebenfalls vor Ort ist Katharina Riethe. Sie macht beim BUND im Moment ihren Bundesfreiwilligendienst. "Ich finde die Aktion wirklich, wirklich schön", sagt sie. Für sie ist die Aktion eine tolle Freizeitbeschäftigung für die Kinder, bei der diese zusammen mit ihren Eltern die Natur näher kennenlernen können. Denn vor Ort sollen aus Sicherheitsgründen Aufsichtspersonen für die Kinder sein. "Die Eltern können dabei dann auch noch etwas lernen", freut sich Pfeiffer.

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