Kirchenchor probt für Ostermesse

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Im großen Saal des Gemeindezentrums St. Maria probt Dirigent Ralph Häcker mit dem Chor der Marienkirche die „Messe brève Nr. 7 aux chapelles“ von Charles Gounod.
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Wie der Chor der Marienkirche die romantische „Messe brève Nr. 7 aux chapelles“ von Charles Gounod einstudiert und am Ostersonntag, 17. April, um 10.30 Uhr im feierlichen Hochamt präsentiert.

Aalen

Wir leben in stürmischen Zeiten!“ Mit diesen Worten begrüßte Chordirektor Ralph Häcker die Mitglieder des Chores der Marienkirche zur Chorprobe. Das bezog sich nicht nur auf den windigen Tag, sondern auch auf die politische Großwetterlage. Und so erklang zu Beginn ein „Dona nobis pacem“ auf die Melodie der ukrainischen Nationalhymne.

„Seit Kriegsbeginn in der Ukraine ist das fast schon zur Tradition geworden“, erklärt der Chorleiter im Gespräch. Der Chor habe das Lied dieser Tage auch im Gottesdienst zum Friedensgruß gesungen.

Die Mitglieder des Marienchors sitzen im Halbrund im großen Saal des Gemeindezentrums. Chordirektor Ralph Häcker steht am Klavier. Sie proben an diesem Abend die „Messe brève Nr. 7 aux chapelles“, die erste von 14 Messen, die der Franzose Charles Gounod komponiert hat. Die Messe erklingt im feierlichen Hochamt am Ostersonntag, 17. April, um 10.30 Uhr in der Marienkirche.

Chor und Dirigent tragen Maske, auch beim Singen. Das gehört zum Konzept. Denn der Marienchor zählt zu den wenigen Chören, die den Winter „durchgeprobt“ und nicht pausiert haben. „Das war nur möglich, weil alle Chormitglieder geimpft sind, denn eine Zeit lang galt sogar 2G-plus“, betont der Chordirektor. Dank der strengen Hygienekonzepte der Diözese sei der Chor bislang gut durch die Pandemie gekommen. Der Chor habe die vergangenen Monate genutzt, eine neue Messe einzustudieren.

Jetzt ist die Vorfreude groß. Am Ostersonntag erwartet die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine Aalener Premiere. Die romantische Messe habe Charles Gounod ursprünglich für zwei Stimmen und Orgel geschrieben. In der Aalener Version wird sie jedoch in der Fassung für gemischten Chor und Streichorchester von Richard Rudolf Klein aufgeführt.

Ein entscheidender Tipp

Den Tipp dafür erhielt Ralph Häcker von einer befreundeten Kirchenmusikerin aus München. „Die Orchesternoten habe ich erst nach längerer Suche aufgetrieben, aber die Mühe hat sich gelohnt“, freut sich der Chorleiter. Und diese Freude teilen auch die Chormitglieder.

Eine von ihnen ist Monika Kern. Die 58-Jährige singt seit 1999 im Marienchor. „Diese Messe gefällt mir sehr gut“, stellt sie fest. Sie besteche durch ihre Klarheit, sei schlichter und besonders anrührend, charakterisiert sie Gounods Werk. Und noch eins ist der passionierten Sängerin wichtig. „Ich finde, dass uns die Messe von Charles Gounod guttut.“ Denn wegen Corona habe der Chor seit 2019 nichts mehr aufführen können. Jetzt werde de Chor nach langer Zeit wieder am Ostersonntag vor einer vollen Kirche singen. „Da bin ich gespannt, wie der Funke überspringt“, sagt Monika Kern.

Dabei wird der Chor nicht wie sonst üblich gemeinsam auf der Empore stehen. Während die Sängerinnen – gemeinsam mit den Streichern – an ihrem angestammten Platz auf der Empore die Messe intonieren, werden die Sänger beim Taufbecken unten stehen. Alle mit gebührendem Abstand. „Und mit Maske“, fügt Chordirektor Häcker an. Das funktioniere und sei im wahrsten Wortsinn gut „erprobt“.

Kurz darauf geht's in der Probe weiter. Zuvor hatte das „wichtigste Gerät“ im Raum, wie Häcker das Gerät zur Messung der CO2-Konzentration nennt, eine Pause „angeordnet“ und „lüften“ signalisiert.

Ich finde, dass uns die Messe von Charles Gounod guttut.“

Monika Kern, Sängerin im Chor der Marienkirche

Gounod-Messe und das Programm im Hochamt

Charles François Gounod (1818-1893) war ein französischer Komponist. Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Oper Faust, die in Deutschland auch unter dem Titel Margarethe aufgeführt wird. Gounod, der zeitweise Priester werden wollte, hat 14 Messen geschrieben, seine erste war die „Messe brève Nr. 7 aux chapelles“.

Im Hochamt am Ostersonntag um 10.30 Uhr erklingt die Messe als Neueinstudierung. Es handelt sich dabei um die Aalener Erstaufführung der Fassung für gemischten Chor und Streichorchester von Richard Rudolf Klein.

Auf dem Programm des Festgottesdienstes stehen außerdem die „Air“ von Johann Sebastian Bach, das „Ave verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart und das „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Chor und Orchester der Marienkirche musizieren unter der Leitung von Chordirektor Ralph Häcker. Teresa Nar (Orgel) spielt am Ende die Toccata G-Dur von Théodore Dubois. aki

Chorprobe mit Chordirektor Ralph Häcker

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