Jahresrückblick 2022

Kleine Fliege, große Wirkung

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Am Ostalbklinikum musste im November der Zentral-OP geschlossen werden, nachdem hier Fruchtfliegen gesichtet worden sind.
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Fruchtfliegen legten im November über mehrere Wochen den Zentral-OP am Aalener Krankenhaus lahm - Schuld war ein alter Wasserschaden.

Aalen

Das Ostalb-Klinikum Aalen ist im November 2022 in die Schlagzeilen geraten. Dabei ging es ausnahmsweise mal nicht um die zukünftige Ausrichtung der medizinischen Versorgung im Landkreis, sondern um ein sehr kleines, aber trotzdem gewichtiges Problem im Zentral-OP. Hier hatte man sowohl im Aufenthaltsraum wie auch im Flur Fruchtfliegen ausgemacht. Das Krankenhaus reagierte auf diese Entdeckung sofort. Der Zentral-OP wurde am 12. November geschlossen. Die Folge: Planbare Operationen wurden abgesagt, dringende OPs an die Stauferklinik und an die Virngrundklinik umgeleitet.

Wer zu diesem Zeitpunkt davon ausging, dass sich dieses winzige Problem schnell beheben lässt - notfalls mit altbekannten Hausmitteln wie einer Essig-Falle - sollte sich täuschen. Die Fruchtfliegen ließen sich auch mit einer aufwendigen Desinfektion durch eine Spezialfirma, die mit schweren Geschützen wie Nebeldosen und Ultraviolettfallen gegen die Eindringlinge vorging, nicht vertreiben. 

Die Suche nach der Ursache

Hatte man anfangs noch vermutet, dass womöglich irgendwer irgendwo in einem Spind einen Apfel vergessen haben könnte, wurde am 16. November die tatsächliche Ursache für die Fruchtfliegenheimsuchung ausgemacht: ein alter Wasserschaden auf dem Flachdach des OP-Gebäudes - ausgelöst durch einen verstopften Dachablauf. Dadurch wurde wenigstens eine Deckenplatte so durchgefeuchtet, dass sie den Fruchtfliegen als Nährboden dienen konnte, hieß es. Die Folge: Das Zentral-OP musste weiter geschlossen bleiben, die Räume wurde ein weiteres Mal desinfiziert - dieses Mal bei geöffneter Decke. Außerdem rückte eine weitere Fachfirma an - zur Begutachtung und Prüfung des Klinikdaches. „Wir werden keinerlei Risiken oder Kompromisse eingehen,“, betonte Klinikvorstand Professor Ulrich Solzbach damals gegenüber unserer Zeitung. „Erst wenn zu 100 Prozent keinerlei Beeinträchtigungen mehr vorhanden sind und wir dies auch durch das Gesundheitsamt bestätigt bekommen haben, werden wir unseren Zentral-OP wieder öffnen.“

Zu diesem Zeitpunkt waren sich die Verantwortlichen allerdings sicher - spätestens am 18. November kann der Zentral-OP wieder genutzt werden. Aber Pustekuchen: Nur kurze Zeit später tauchten in einem Büroraum außerhalb der eigentlichen OP-Säle wieder zwei Fruchtfliegen auf. Womöglich nur zwei Nachzügler, mutmaßten die Klinikverantwortlichen.

Komplette Entkernung

Inzwischen weiß man: Der Wasserschaden hat nicht nur einer Deckenplatte zugesetzt. Auch die Dämmschicht beziehungsweise der Estrich eines Büroraumes wurde in Mitleidenschaft gezogen - und genau hier saß das Problem beziehungsweise die Fruchtfliegenfamilie.

Wieder mussten Experten ran: Der identifizierte Bereich wurde Ende November komplett entkernt und nochmals komplett grundgereinigt. Danach war dann tatsächlich endlich Ruhe. Bei den Messungen in den über 100 Feuchtfallen wurden im gesamten OP-Trakt inklusive den Funktionsräumen keine einzige Fliege mehr nachgewiesen.

Seit dem 1. Dezember ist der Zentral-OP im Ostalb-Klinikum  wieder in Betrieb. Eine Fruchtfliege wurde hier seither nicht mehr gesichtet.

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