Klima und Kaffee oder Tee 

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Sie sprechen übers Klima: Rainer Hauswurz, Ute Kaufmann, Moni Bieg-Körber (Mitglieder des Klimaentscheids) und Klimacafé-Besucherin Issi Dick.
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Einmal im Monat startet die Gruppe Klimaentscheid in den Räumen von Utopiaa das Klimacafé. Was dort passiert, zeigt ein Besuch.

Aalen. Kaffee oder Tee stehen bereit, Doppelkekse und Datteln sind auf Tellern verteilt: Nein, eine englische Kaffeestunde startet in den Räumen „An der Stadtkirche 18“ nicht. Die Mitglieder der Gruppe Klimaentscheid wollen hier darauf aufmerksam machen, dass es sprichwörtlich fünf vor zwölf ist, dass eine weitere Erwärmung der Erde schlimme Folgen hat. 


Wer das Klimacafé besucht, trifft auf Moni Bieg-Körber und Ute Kaufmann. Zum dritten Mal starten sie die Aktion in den Räumen von Utopiaa. Die Resonanz? Bisher eher verhalten. Dabei sind die beiden so etwas wie ein Knotenpunkt bei Fragen rund ums Klima. Was muss beim Einbau einer Fotovoltaikanlage beachtet werden? Wie kann möglichst klimaneutral gelebt werden? Was gibt es bei der energetischen Sanierung eines Hauses zu beachten? Auf all das haben die beiden eine Antwort – oder sie vermitteln Ansprechpartnerinnen und -ansprechpartner.  


Bei diesem Klimacafé hat Issi Dick mit einer Tasse Kaffee am runden Tisch Platz genommen. „Ich bin eine interessierte Aalenerin, der das Thema nicht egal ist“, sagt sie. Mit „Thema“ meint sie die Klimakrise – schafft die Menschheit es nicht, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, drohen Ernteeinbrüche, Wassermangel, Nahrungsengpässe, Ressourcenkonflikte und mehr. Die gute Nachricht: Wir können handeln!  


Das will die Aalener Klimaentscheid-Gruppe. 1200 Unterschriften sammelten sie im Sommer 2021 für ein klimaneutrales Aalen. Die Verwaltung erarbeitet nun gemeinsam mit den Mitgliedern der Initiative einen Klimaaktionsplan, der einen Weg zeigt, wie die Treibhausgasemissionen in der Kocherstadt bis 2035 auf nahezu null gesenkt werden können. 


Der Erfolg der Petition treibt die Mitglieder an. „Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man durch Wände gehen muss“, sagt Ute Kaufmann, für die es wichtig ist, sich zu engagieren. „Es ist zu spät, man kann nicht einfach nur dasitzen“, sagt sie und nimmt einen Schluck Tee. Die Zeichen des Klimawandels seien bereits zu sehen, sagt Moni Bieg-Körber. Daher nimmt sie sich gerne nach Feierabend Zeit, um mit Menschen im Klimacafé zu sprechen, um samstags auf dem Wochenmarkt auf die Krise aufmerksam zu machen oder in einer der vier Projektgruppen der Organisation mitzuarbeiten. „Mir macht das Thema sehr viele Sorgen, es tut gut, sich mit Menschen zu umgeben, die die Sache ernst nehmen“, betont Ute Kaufmann.  


Ihr Ziel, das Thema Klimaneutralität nach Aalen zu bringen, haben sie erreicht. Doch so richtig los geht ihre Arbeit erst jetzt. Denn nun brauchen sie die Unterstützung der Aalenerinnen und Aalener. „Wir hoffen, dass alle spüren, dass wir dadurch etwas gewinnen. Mehr Lebensqualität, Ruhe und bessere Luft“, sagt Moni Bieg-Körber und widmet sich wieder Issi Dick, der einzigen Besucherin des Cafés an diesem Tag. 


Auch in drei Wochen werden bei Utopiaa wieder Kaffee, Tee, Datteln und Doppelkekse bereit und das Klima im Mittelpunkt stehen.  


Das nächste Klimacafé startet am Donnerstag, 7. Juli, von 17 bis 20 Uhr bei Utopiaa. Kaffee, Tee und mehr gibt’s kostenlos. 

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