Kombibad: Der Rohbau wird teurer

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Die Baustelle des künftigen Kombibads aus der Luft: Die Bagger haben sich in den vergangenen Wochen in den Hang hineingegraben. Die Endhöhe sei erreicht. Mit der Fertigstellung der Baugrube rechnet Christine Wede, Projektleiterin der Stadtwerke, Ende Juli/Anfang August. 
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Vergeben sind bereits Rohbau-Gewerke in Höhe von 10,5 Millionen Euro - 9 Millionen Euro waren veranschlagt. Welches Problem sich bei starkem Regen im März offenbart hat. 

Aalen. Die Arbeiten für den Aushub der Baugrube des künftigen Kombibads laufen. „Wir sind dabei, uns in den Hang hinein zu graben. Wir haben die Endhöhe schon erreicht“, informierte Christine Wede, Projektbeauftragte der Aalener Stadtwerke für das Kombibad, in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderats. Man sei bereits angekommen dort, wo später die Bohrpfahlgründungen beginnen werden. Immerhin: Der Großteil der Erdbauarbeiten verlaufe bislang nach dem abgestimmten Zeitplan.

Rohbauarbeiten teurer: Allerdings deutet sich eine Kostensteigerung bei den Rohbauarbeiten an: „Wir haben bereits Rohbauarbeiten in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro vergeben. Veranschlagt waren 9 Millionen Euro.“ Alle anderen Ausschreibungen aber liegen laut Wede bislang in prognostizierter Höhe. Aktuell laufe die Ausschreibung Badewassertechnik.

Ein Problem hatte sich im März beziehungsweise April offenbart: „Wegen der starken Regenfälle ist uns im östlichen Hangbereich der sandige Boden entgegen gerutscht.“ Folglich habe man zur Absicherung der Böschung einen Verbau planen müssen – die Spritzbetonwand sei schon hochgezogen. Mit der Fertigstellung der Baugrube rechne man Ende Juli/Anfang August. Dann könne der Rohbau beginnen.

Aufträge in Höhe von 15,3 Millionen netto vergeben: Bislang wurden Gewerke in Höhe von etwa 28 Prozent der prognostizierten Gesamtkosten vergeben. Darunter befindet sich auch der Rohbau mit 10,5 Millionen Euro netto. Weitere große Vergaben wie Badewassertechnik, Metallbau, Fassade und Dach stehen noch aus. Nach und nach, so Wede, werden in den nächsten Monaten insgesamt mehr als zwei Dutzend weitere Ausschreibungen veröffentlicht.

Armin Abele (CDU) lobte ausdrücklich das ordentliche und saubere Arbeiten der Baufirma, die regelmäßig die Baustellen-Verunreinigung von der Hirschbachstraße räume.

Hermann Schludi (SPD) erinnerte angesichts der Hangrutschung daran, dass der Gemeinderat sich lange mit der Frage beschäftigt habe, ob die in den Hang hineingehende Bauweise die Kosten in die Höhe treiben werde. Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der seit 2016 als „Coprojektleiter“ intensiv mit der Planung des Kombibads befasst ist, betonte, dass die „kleine Rutschung“ keine Auswirkung auf die Kosten haben werde.

Roland Hamm (Die Linke) sieht nach wie vor in der Topographie ein Problem. Er erinnerte, dass die Linke schon mehrfach nach Lösungen gesucht habe für Menschenmit Behinderungen, wie etwa Rollstuhlfahrer. Er bat Steidle darum, den Gemeinderäten mit dem nächsten Quartalsbericht zum Kombibad auch eine konkrete Lösung zur Überwindung der Barrieren im Gelände des Kombibads vorzustellen.

Die Projektbeauftragte der Stadtwerke, Christine Wede, entgegnete, dass man seit Beginn des Projekts mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen (BMB) zusammenarbeite und auch diverse Anregungen aufgenommen habe. So habe man sich etwa entschieden, zusätzlich einen Außenaufzug zu installieren. Weiter wies Wede auf den barrierefreien Weg zum Kinderspielplatz hin. Um die seh- und hörgeschädigten Besucher gehe es in der nächsten gemeinsamen Sitzung mit dem BMB im Spätsommer dieses Jahres.

Doris Klein (Grüne) knüpfte an Hamms Bitte an: „Der Zugang für Menschen mit Beeinträchtigungen ist keine Kür, sondern eine Pflichtaufgabe!“

Petra Pachner (SPD) erinnerte die Verwaltungsspitze an ihre Auflistung von Vorschlägen, wie andere Bäder mit dieser Herausforderung umgehen. „Wir müssen uns wirklich über jede Form von Behinderung Gedanken machen!“

Davon abgesehen nickten die Mitglieder des Finanzausschusses den Bericht Wedels einstimmig ab. Wie auch den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung, den Bäderbeirat Kombibad aufzulösen. Zuvor hatte OB Frederick Brütting darauf hingewiesen, dass es sich dabei nicht um einen beschließenden, sondern um einen beratenden Ausschuss handele. Da nun aber die planerischen Entscheidungen zum Kombibad getroffen seien, sei dieser Beirat nunmehr obsolet.

Der Baubeschluss für den Neubau des Kombibads inklusive einer Saunalandschaft hatte der Gemeinderat im März 2021 getroffen.

Über die prognostizierte Kostensteigerung von 44,4 Millionen Euro netto beim Baubeschluss, auf 53,55 Millionen Euro netto wurde der Gemeinderat Anfang Dezember 2021 informiert.

Der städtische Kostenzuschuss wurde entsprechend angepasst und beläuft sich aktuell auf insgesamt 14,35 Millionen Euro.

Die Baustelle des künftigen Kombibads aus der Luft: Die Bagger haben sich in den vergangenen Wochen in den Hang hineingegraben. Die Endhöhe sei erreicht. Mit der Fertigstellung der Baugrube rechnet Christine Wede, Projektleiterin der Stadtwerke, Ende Juli/Anfang August. 

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