Kombibad: „Ja“ trotz Verteuerung

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Das neue Kombibad im Hirschbach soll Freibad und Hallenbad miteinander verbinden. So soll das Bad innen aussehen.ÌÌDarstellung: Stadtwerke Aalen
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Die prognostizierten Kosten für das Kombibad klettern um 8,75 Millionen Euro auf 53,55 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat darüber diskutiert, wie es jetzt weitergehen soll.

Aalen. Erst 35 Millionen Euro, dann 44,8 und jetzt also 53,55 Millionen Euro. Über diese neuerliche durch gestiegene Baupreise prognostizierte Kostensteigerung von 8,75 Millionen Euro für das Kombibad diskutierten die Aalener Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Donnerstag über drei Stunden lang. Dabei betonten allesamt, dass sie den Bau des Kombibads nicht infrage stellen wollen.

Die Stellungnahmen der Räte in Kürze: Die Fraktionen der Grünen (Michael Fleischer) und der CDU (Thomas Wagenblast) stehen weiterhin zu 100 Prozent hinter Größenordnung und Ausstattung des im März dieses Jahres beschlossenen Projekts im Aalener Hirschbach.

Die SPD (Hermann Schludi) will im Kombibad zwei von zehn Bahnen im Hallenbecken einsparen und zudem auch die Sauna.

Claus Albrecht (Freie Wähler) wünscht eine Kostenreduzierung um 10 Millionen Euro. Mit diesem Vorschlag sympathisiert Roland Hamm (Die Linke): „Wir brauchen ein neues Konzept und eine neue Finanzierungsgrundlage!“ Man müsse erneut die Funktionalität auf den Prüfstand stellen und nach Einsparpotenzial suchen.

Auch Inge Birkhold (Zählgemeinschaft mit Manfred Traub) fordert eine Umplanung. „Ich denke, mit kleineren Einsparungen kommen wir da nicht weiter“, meint sie. Arian Kriesch (FDP/FW) pflichtete ihr bei. Er ist gegen eine Mehrverschuldung. „Zum Schluss geht's auf die Eintrittspreise.“

Norbert Rehm (Aktive Bürger) will alles noch einmal auf den Prüfstand stellen lassen. „Wir müssen die Fragen klären: Welchen Bedarf haben wir, wie können wir ihn befrieden und was wollen wir dafür zahlen.“

Baubeschluss ist getroffen

„Das Projekt ist aufgegleist, der Zug ist bereits aus dem Bahnhof raus und hat Fahrt aufgenommen“, erinnerte eingangs der Geschäftsführer der Stadt Aalen, Christoph Trautmann, die Räte an ihren im März dieses Jahres getroffenen Baubeschluss. Allerdings lag damals noch eine Kostenannahme von 44,8 Millionen Euro zugrunde.

Bei einer wie von Claus Albrecht gewünschten Einsparung in Höhe von 10 Millionen Euro müsse man laut Trautmann ein komplett anderes Bad planen und bauen. „In so einem Fall springen wir dann wieder in Planungsprozesse zurück, die bereits abgeschlossen und bezahlt sind“, mahnte der Stadtwerke-Geschäftsführer die dadurch entstehenden Mehrkosten an. „Und die müssten Sie dann natürlich zusätzlich einsparen“, wandte er sich an die Räte.

Zusätzliche Planungskosten

Trautmann redete Tacheles: In den Leistungsphasen 1 bis 7 (1 bis 3 sind bereits abgeschlossen und bezahlt, Anm. d. Red.) stehen Gesamtplanungskosten von fünf Millionen Euro im Raum. „Eine Umplanung würde noch etwa zusätzliche zwei Millionen an Planungskosten verursachen.“

OB Frederick Brütting meinte, wenn man wirklich 10 Millionen Euro einsparen wolle, werde seiner Meinung nach die Idee von einem Kombibad mit Freibad und Hallenbad an einem Ort nicht mehr realisierbar sein. Der OB stellte zwei Alternativen in Aussicht: „Entweder wir ziehen das jetzt durch oder wir gehen auf Null. Und diskutieren über ein Freibad im Hirschbach. Und über eine neue Hallenbad-Idee am Standort Galgenberg.“

Am Schluss ergab sich folgendes Stimmungsbild: Claus Albrechts Antrag, mit Umplanungen zehn Millionen Euro einzusparen, wurde mehrheitlich abgelehnt, bei 25 Gegenstimmen, 16 Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Mehrheitlich abgelehnt (25 Gegenstimmen, 15 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen) wurde auch der Antrag der SPD, in Zusammenarbeit mit Stadtwerken, Stadtverwaltung, Gemeinderat und dem Büro Kannewischer nochmals nach Einsparpotenzialen zu suchen. Mit 27-Ja-Stimmen erhielt am Ende der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung die überzeugende Mehrheit: Der Gemeinderat hat die prognostizierte Kostensteigerung zur Kenntnis genommen, der Investitionskostenzuschuss der Stadt wird entsprechend angepasst.

Immerhin: Laut Trautmann liegt für das Kombibad ganz aktuell eine Förderzusage der KfW von 4,2 Millionen Euro vor. „Diesen Betrag kann man natürlich in der städtischen Haushaltskasse mit der prognostizierten Kostensteigerung verrechnen.“

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