Kombibad: planen für Menschen mit Handicap

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Der Außenbereich des Kombibads: Aus dem Beirat für Menschen mit Behinderung kommt die Anregung, die Höhenunterschiede durch Rampen auszugleichen. Grafik: 4a Architekten Stuttgart
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Rampen, Lifts, Toiletten und anderes was der Beirat für Menschen mit Behinderung bei der Planung ins Visier nimmt. Das sind die Anregungen.

Aalen

Was ist nötig, damit das künftige Kombibad auch für Menschen mit Handicaps bequem zu nutzen ist? Diese Frage hat den Beirat für Menschen mit Behinderung beschäftigt. Am 15. März und am 12. Mai habe es Treffen der Arbeitsgruppe „Kombibad“ aus dem Beirat gegeben, berichtete Beiratssprecherin Alexandra Argauer in der jüngsten Sitzung. Etliche Anregungen seien inzwischen in die Planung des Stuttgarter Büros 4a Architekten eingeflossen. Unter anderem diese:

WCs: Es wird zwei barrierefreie Toiletten mit Duschen und separaten Umkleiden im Innenbereich geben,

die Rampen im Außenbereich werden verbreitert: Statt 1,50 sind nun 1,80 Meter vorgesehen.

Vor dem Bad werden fünf behindertengerechte Parkplätze angelegt.

Vorgeschlagen worden sei darüber hinaus, so Argauer, die geplanten Drehkreuze am Eingang zu streichen und nach behindertenfreundlicheren Alternativen zu suchen. Im Raum stehe die Empfehlung, alle Treppen im Freibad durch Rampen zu ersetzen. Beiratsmitglied Werner Rieger erinnerte an die Forderung nach einem Lift im Innenbereich, der vom Eingangsbereich auf Beckenniveau führt. Seine Kollegin Kerstin Abele wies auf die Möglichkeit hin, den Aufzug über Fördergelder zu finanzieren. Rieger plädierte dafür, die verschiedenen Ebenen im Außenbereich konsequent durch Rampen miteinander zu verbinden, um Treppen zu vermeiden. Er bot eine Skizze dazu an.

Großes Thema sind die Behindertentoiletten außen, die aus Sicherheitsgründen nicht dauerhaft offen stehen sollen. Laut Dorothee Bosch vom Sachgebiet Inklusion der Stadt Aalen wird geprüft, ob Personen mit Handicap Zugang bekommen sollen durch ein spezielles Schlüssel- oder Chipsystemsystem. „Wir brauchen eine Lösung für die Zugänglichkeit. Dass man klingeln und warten muss, bis jemand kommt und aufschließt, ist nicht akzeptabel.“ Kerstin Abele merkte an: „Das betrifft nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern ist ein Problem auch für Personen mit Rollator.“

Im Sommer soll es ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe aus den Reihen des Behindertenbeirats zur Gestaltung des Innenraums geben. Alexandra Argauer: „Da geht es dann um Bodenbeläge, Farbgestaltung, Blindenleitsystem und solche Dinge.“ Im Herbst ist eine Klausur mit Planern und Architekten vorgesehen. Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann lobte die Arbeit des Beirats: Auch wenn geprüft werden müsse, was im einzelnen tatsächlich umsetzbar sei – „Sie werden gehört.“ Es sei „durchaus notwendig, dem einen oder anderen Planer die Augen zu öffnen“.

Der Bau des kombinierten Hallen- und Freibads im Hirschbach wurde im März vom Gemeinderat beschlossen. Kosten: 44,8 Millionen Euro.

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