Kombibad: Sportler enttäuscht

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Sie gut aus auf dem Plan: das Aalener Kombibad. Der Baubeschluss für das Bad im Hirschbach soll am Mittwoch fallen. Aalener Sportvereine machen dagegen im Vorfeld mobil. Visualisierung: mr 4a Architekten
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Vor der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch machen Aalener Sportvereine mobil gegen die abgespeckte Planung für das Kombibad im Hirschbach.

Aalen

In einer Sondersitzung soll der Aalener Gemeinderat am Mittwoch dem "optimierten Gesamtkonzept" und der entsprechenden Kostenberechnung für das Kombibad zustimmen. Im Vorfeld der Sitzung äußern sich die Aalener Sportvereine enttäuscht über die Pläne und machen mobil. Und das hat Gründe: Wie den Unterlagen zur Sitzung am Mittwoch zu entnehmen ist, soll das Angebot an Schwimmbahnen aus Kostengründen von zehn auf acht reduziert werden. In einer ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2015 war zwar lediglich von acht Bahnen die Rede gewesen. Allerdings hatte der Gemeinderat im Juli 2018 unter anderem beschlossen, dass in das ins Kombibad integrierte Hallenbad zwei weitere Schwimmbahnen eingeplant werden sollen.

Dass diese zwei Bahnen jetzt in der letztendlichen Planungsvariante, die am Mittwoch beschlossen werden soll, fehlen, das bringt die Sportler in den Harnisch. "Alle Schwimmsportvereine sind dagegen", sagt der Vorsitzende des Stadtverbandes der sporttreibenden Vereine Aalen, Ulrich Rossaro gegenüber der SchwäPo. Mit "großem Aufwand" hätten es die Sportler geschafft, dass zehn Bahnen ins Programm für das Kombibad aufgenommen werden. Dass jetzt nur acht gebaut werden sollen, das würden die Sportler nicht akzeptieren.

Als Grund für die Reduzierung der Bahnen von zehn auf acht gibt die Stadt den Kostenrahmen von 44,4 Millionen Euro an, den man sich gesetzt habe. Man habe alle planerischen Einsparmöglichkeiten an "nicht-funktionalen Eingriffen" bereits ausgeschöpft. Dies habe aber nicht gereicht, weswegen man weitere Einsparmöglichkeiten gesucht habe – mit dem Ziel, "die Mehrkosten bei geringstmöglicher Beschneidung des Leistungsangebotes zu reduzieren und insbesondere den Budgetrahmen einzuhalten". Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Bädergutachtens stellten "ein kombiniertes Kurs- und Lehrschwimmbecken in Verbindung mit einem auf acht Bahnen angepassten Sportschwimmbecken im Innenbereich den geringstmöglichen Eingriff unter Berücksichtigung der Bedarfe aller Nutzergruppen dar", schreibt die Stadt.

Das sieht Rossaro anders. "Wir sehen ein, dass man sparen muss", sagt Aalens oberster Sportfunktionär. Es gebe dafür aber andere Möglichkeiten. Er hat dabei auch die laufenden Kosten im Blick: "Mit Energieeinsparungen lässt sich einfacher Geld sparen", sagt er weiter. Denn die Energiekosten seien gleich nach den Personalkosten der "größte Kostenfaktor" für den Betrieb – und da seien die Möglichkeiten noch bei Weitem nicht ausgereizt. Rossaro erklärt zudem, die Sportler sehen große Einsparmöglichkeiten, wenn ein im Kombibad geplantes Sprudelbecken wegfallen würde. In einem solchen sieht er im Übrigen sowieso eine "Konkurrenz zu den Limesthermen". Ein weiterer Kritikpunkt des Stadtverbandes betrifft die Integration des Kursbeckens in das Lehrschwimmbecken. "Für die Kinder ist das zweite Becken, das auch zur Diskussion steht, immens wichtig, weil nur dort die Kinder und Schüler sich auch mit Wasserballspielen austoben können, ohne die auch älteren Nutzer im großen Becken zu belästigen", erklärt Rossaro – und kündigt für Dienstag eine umfassende Stellungnahme der Vereine an.

Bei der Stadt sieht man das anders: "Auch unter Berücksichtigung der funktionalen Einsparungen bietet das neue Kombibad in Aalen eine sehr deutliche Verbesserung des Angebotes für alle Nutzergruppen", heißt es in der entsprechenden Vorlage an den Gemeinderat. So verdoppelten sich die ganzjährig nutzbaren Wasserflächen sowohl im Sport-, als auch im Freizeitbereich. In der Summe aus Einsparungen bei Kursbecken und Sportbecken und anderen Optimierungsmaßnahmen könne der Kostendeckel von 44,4 Millionen Euro eingehalten werden.

Die Sitzung ist am Mittwoch , 10. März, in der Stadthalle, Beginn: 14 Uhr.

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