Kombibad: Zweiter Bieter hält das Angebot doch aufrecht

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Die vorbereitenden Arbeiten an der Baustelle Kombibad laufen bereits.
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Das Angebot liegt laut OB allerdings 44 Prozent über der Kostenberechnung. Im Gemeinderatsausschuss am Mittwoch spricht er das Thema an.

Aalen

Im Moment wird am früheren Hirschbachfreibad gearbeitet. Die Einrichtung der Baustelle und die Erdarbeiten sind vergeben und laufen. Wie es nun mit dem Rohbau weitergeht, ist fraglich. Bei einem Bürgergespräch mit dem Hirschbachclub am Montag sagte OB Frederick Brütting, dass die beiden Bieter für dieses großes Gewerk ihre Angebote zurückgezogen hätten.

Am Mittwochnachmittag, zu Beginn der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) nahm der OB Stellung zum Thema. Ende letzter Woche war ihm zufolge der Termin für die Submission. Zum Hintergrund: Zu dem Termin, nach Ablauf Abgabefrist, werden die Angebote geöffnet. Der Erstplatzierte der Ausschreibung, also der günstigste Bieter, hat laut Brütting nicht am Gebot festhalten. Als Grund hätte er den Ukraine-Krieg und damit einhergehende Lieferprobleme und gestiegene Kosten genannt.

Der Zweitplatzierte wollte dem OB zufolge zunächst auch nicht an seinem Gebot festhalten. Später habe er aber mitgeteilt, „dass er sich doch an das Gebot gebunden fühlt.“ Allerdings liegt dieses Gebot laut Brütting 44 Prozent über der Kostenberechnung. Zur Erläuterung: Damit würde der Rohbau also 44 Prozent teurer als gedacht. Die prognostizierten Kosten für das Kombibad insgesamt kletterten zuletzt im Dezember um 8,75 Millionen Euro auf 53,55 Millionen Euro.

Angesichts der „dramatischen Situation“ möchte Brütting das weitere Vorgehen mit dem Gemeinderat und dem Aufsichtsrat der Stadtwerke besprechen. Kommende Woche soll das Thema zunächst im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung stehen. Dort sollen Vorschläge erarbeitet werden, die dem Gemeinderat vorgelegt werden. Der OB geht davon aus, dass das in der Sitzungsrunde im April der Fall sein wird. Es gelte, die weiteren Schritte „klug zu überlegen“. Ein Vorgehen nach dem Motto „Augen zu und durch“ hält Brütting für falsch.

Der OB kam auch darauf zu sprechen, warum er von den Problemen zunächst beim Bürgergespräch mit dem Hirschbachclub am Montag berichtet hatte. Das Treffen zum Thema Kombibad sei bereits seit Langem so vereinbart gewesen. „Ich bin konkret gefragt worden und habe mich entschieden, es den Bürgerinnen und Bürgern mitzuteilen.“

Für diese Informationspolitik kritisierte Roland Hamm (Linke) den OB. „Ich habe nicht vor, auf alle Veranstaltungen zu gehen und dort informiert zu werden“, sagte er. „Ich möchte Sie bitten, darauf Rücksicht zu nehmen, dass der Gemeinderat und der Aufsichtsrat das Recht haben, zuerst informiert zu werden.“ Hamm verwies auf seine Aussagen, die er tags zuvor gegenüber der SchwäPo gemacht hatte. Der OB hätte sich seine Aussagen bis zur Ausschusssitzung „verheben“ können, hatte er da gesagt. Brütting antwortete: „Die Kritik ist angekommen.“

Weitere Wortmeldungen aus dem Gremium zum Thema gab es nicht.

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