Konditor lüftet sein Plätzchengeheimnis für die gute Tat

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Harry Ulrich macht in der Konditorei Ammann nicht nur die bekannten Spionle. Ab Ende November entstehen in der Backstube weihnachtliche Leckereien, Zimtsterne zum Beispiel.
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Geheimnisse eines Konditors: Harry Ulrich hat vier klassische Plätzchenrezepte in eine Broschüre gepackt. Die gibt's für eine Spende.

Aalen

In der Weihnachtsbäckerei (...) macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei" – nein, diese Zeile aus Rolf Zuckowskis Lied passt ganz und gar nicht zu dem, was sich in Harry Ulrichs Backstube abspielt. Jeder Handgriff sitzt bei dem Aalener Konditormeister. Das erkennen Naschkatzen spätestens, wenn sie einen Blick in die Auslage der Konditorei Ammann am Marktplatz werfen. Makronen, Nussplätzle, Springerle und, und, und reihen sich dort aneinander. Das duftet!

1000 Stück weihnachtliche Leckereien macht Ulrich in diesen Zeiten pro Tag. Geheim wie ein Zauberer seine Tricks, hält der Weihnachtsbäcker seine Rezepte nicht. Für Sie, liebe Leserinnen und Leser, und alle, die die Aktion "Advent der guten Tat" dieser Zeitung unterstützen, hat Harry Ulrich vier seiner liebsten Rezepte ausgekramt und in eine Broschüre gepackt. Diese gibt's ab sofort am Marktplatz 6 gegen eine Spende. "Alle Einnahmen gehen an den Advent der guten Tat. Ich spende auch die Unkosten", betont er.

Keine Kleckerei mehr

Anisplätzle, Zimtsterne, Makronen, Vanillekipferl, Harry Ulrich hat bewusst klassische Rezepte ausgesucht. "Die verrückten findet man im Internet zuhauf." Es seien meist die gängigen Gebäcke, die danebengehen (und nebenbei bemerkt eine riesengroße Kleckerei verursachen).

Damit das nicht passiert, hat der Konditor, der auch aus dem SWR-4-Radio bekannt ist, die Rezepte vielfach getestet und mit Tipps aufgewertet. "Sie funktionieren", verspricht er.

Und, lieber Herr Konditor, gibts einen Tipp für alle Hausfrauen und -männer, die Süßes aus Mehl, Milch, Zimt, Eiern & Co. zaubern wollen? "Es ist wichtig, dass man Spaß hat und auf sich hört." Wer das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, hat meist recht, wie Ulrich sagt. Jedes Material verhalte sich anders. "Ist der Teig zu weich, sollte etwas Mehl dazu, sind die Eier klein, kann auch eins mehr verwendet werden", erklärt er.

Der Apfel in der Dose

In seinen 25 Jahren als Radiokonditor habe er die abenteuerlichsten Varianten gehört, wie Zimtsterne wieder weich werden: Die Plätzchendose bei Nebel auf die Fensterbank stellen oder einen Apfelschnitz ins Gefäß legen sind nur zwei Beispiele. Ulrich weiß: Wirklich sinnvoll sind die Tricks nicht.

Die Rezepte habe ich vielfach getestet.

Harry Ulrich Konditormeister

"Die Sterne müssen so weich aus dem Ofen kommen, dass man sie mit der Hand nicht anheben kann", verrät er. Beim Abkühlen werden diese fest. Backen habe viel mit Physik zu tun. "Man muss einfach ein bisschen nachdenken, was dabei passiert."

Ulrichs Herz schlägt fürs Regionale, für schwäbische Plätzle und die Menschen vor Ort. Deshalb unterstützt er auch die Aktion Advent der guten Tat, die Menschen im Verbreitungsgebiet der SchwäPo hilft. "Uns geht es hier richtig gut, Lockdown hin oder her", sagt er. Es sei wichtig, dass Menschen, denen es schlechter geht, direkt hier vor Ort unterstützt werden, betont er.

Rezept zum Nachbacken

Mit Harry Ulrichs Rezeptbroschüre ist Helfen doppelt schön: Sie tun Gutes und haben Rezepte für Ihre Weihnachtsbäckerei, die dann hoffentlich klecksfrei ist.

Harry Ulrichs Tipp für Springerle: Damit Springerle aufgehen, muss die Unterseite feucht bleiben. Dazu eine Backfolie mit Wassernebel befeuchten und die Plätzchen über Nacht darauf legen. Dann können die Springerle am nächsten Tag in den Ofen.

Die Rezeptbroschüre gibt's gegen Spende in der Konditorei Ammann am Marktplatz 6 in Aalen.

Spendenkonto: Stichwort: "Advent der guten Tat": Konto Kreissparkasse Ostalb, IBAN: DE 41614500500110050500; oder Konto VR-Bank Ostalb, IBAN: DE 05614901500101010001.

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