Kreative Geschäftsideen in der City

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Citymanager Reinhard Skusa zeigt bei einem Rundgang, was sich seit dem Sommer in der City bewegt: vom Königskinder Schmuck bis zum originellen Szenelokal.

Aalen

So kurz vor Weihnachten zeigt sich die Aalener City mit all dem Licht und Glanz von ihrer schönsten Seite. Und ist irgendwie noch mehr in Bewegung als unterm Jahr. Was sich seit dem Sommer im Städtle Neues getan hat, zeigt Citymanager Reinhard Skusa bei einem Rundgang.

"Unverpackt"-Supermarkt: Im November hat im Erdgeschoss des Aalener Kubus eine Filiale des Supermarkts mit unverpackten Lebens- und Haushaltsmitteln als Pop-up-Store – also als zeitlich begrenzt geöffnetes Geschäft – eröffnet. Inhaberin ist Stephanie Adler, die seit Juli 2015 in Schwäbisch Gmünd unverpackte Lebensmittel verkauft. Nudeln, Reis – alles in Bio-Qualität – Haferflocken, Nüsse, Saaten und Müsli werden in Schütten aufbewahrt und in von Kunden mitgeführte Schüsseln und Gefäßen abgepackt. Ab April will Stephanie Adler mit dem "Unverpackt"-Laden fest Fuß fassen im Kubus. Möglich macht das ein Crowdfunding-Projekt mit vielen Unterstützern.

Königskinder Schmuck: Die Goldschmiedin, Einzelhandelskauffrau und Dekorateurin Anja Neufischer hat es von Stuttgart zurück auf die heimatliche Ostalb verschlagen. 21 Jahre führte die gebürtige Ellwangerin in Stuttgart ein eigenes Juweliergeschäft mit selbstgefertigtem Schmuck. Jetzt hat sie ihr großväterliches Haus in Ellwangen übernommen und dort ihre Schmuckwerkstatt eingerichtet. Gleichzeitig ist sie auf der Suche nach einer geeigneten Fläche für einen Juwelierladen in Aalen. Sozusagen als Überbrückung hat sie eine Schaufensterfläche im "Unverpackt"-Supermarkt im Erdgeschoss des Aalener Kubus angemietet. Bis mindestens Ende Dezember ist sie hier mit selbstgefertigten Ringen, Armbändern, Ketten & Co. vertreten.

"Zeitraum" und Café: Die offene Ladenfläche im Erdgeschoss des Kubus, auf der Cerstin Hafner und Maike Merz seit Mai dieses Jahres einen Mix aus Ausgesuchtem und Handgemachtem, aus Mode, Design, Kleidung, Wohnaccessoires, Delikatessen, Papeterie und Zeitgeist anbieten, nennt sich "Zeitraum" und ist ebenfalls ein Pop-up-Store, also ein Verkaufsladen auf Zeit. Aktuell sind daran 53 Aussteller beteiligt. "Monatlich wechseln die Aussteller, in denselben Abständen wird die Auswahl erneuert", erläutert Cerstin Hafner. Im Januar macht "Zeitraum" drei Wochen Pause. "In der Zeit modeln wir den Laden um und öffnen dann wieder mit neuen Ausstellern." Seit November gibt es zudem das "Zeitraum"-Café im Erdgeschoss. Anders, als ursprünglich geplant, wird es nun auch noch nach Weihnachten geöffnet sein. "Aufgrund der guten Resonanz und weil sich die Mietverhandlungen mit dem Nachfolger hinziehen", weiß Cerstin Hafner.

Genuss + Kultur am Markt: Vor wenigen Wochen hat Mahmoud Alirezazadeh seinen Teeladen LoveNdel am Marktplatz 2 abgegeben an Thomas Glässing, der in Sonthofen im Allgäu die vegane Kochschule Gemüsespeiserei betreibt. Und der den vormaligen Teeladen in Aalen in ein veganes Laden-Bistro umbaut. Dass traditionell schwäbische und bayerische Speisen auch ohne Fleisch und andere tierische Zutaten schmecken, beweist Glässing auch schon in seinem Stuttgarter Laden-Bistro "Zom Schleggiga Egg". Alexandra Ehlert, Geschäftsführerin des Aalnener veganen Bistros, schwärmt ihren Besuchern vor allem vor von den veganen Kuchen, Torten und Cupcakes.

City Music School: Aalen hat eine neue private Musikschule. Mitten in der Stadt, in den oberen Etagen der Mittelbachstraße 4-6, haben Markus Büttner und Magda Müller am 3. Dezember ihre eigene Musikschule eröffnet, die bereits 80 Schülerinnen und Schüler zählt. Büttner und Müller waren zuvor bei der Musikschule Rublack als Musiklehrer tätig. Unterrichtet wird in den Fächern Klavier, Gitarre, Flöte, Ukulele und ab dem neuen Jahr auch in Gesang. "Dann haben wir auch einen Chor und ein Bandprojekt mit Bandcoaching", kündigt Markus Büttner an.

Binder Optik: Der Umzug ist vollzogen. Seit Anfang August befindet sich die Binder-Filiale in der Mittelbachstraße 14/16 (vormals Osiander). Filialleiter Armin Wolf ist entzückt ob des modernen Ladenkonzepts mit großzügiger Aufteilung auf zwei Ebenen. "Als absolute Besonderheit bieten wir jetzt sogar Netzhautscreening an." Und wer möchte, kann sich seine individuelle und passgenaue Brillenfassung aus dem 3D-Drucker bestellen. Dazu werden alle Daten auf die Kopfform des Trägers abgestimmt, gescannt und an den 3D-Drucker übermittelt. "Innerhalb einer Woche kann der Kunde die Fassung bei uns abholen", sagt er.

Das Sanitätshaus OrthoTecLeicht mit Orthopädietechnik und Rehatechnik sowie angegliederter Orthopädiewerkstatt gibt es seit September auch in Aalen, in der Mittelbachstraße 20. Firmeninhaber ist Michael Leicht, der eine 35-jährige Berufserfahrung mitbringt. Hier erhalten Kunden unter anderem individuell gefertigte Schuheinlagen, die Leicht in seinem neuen GangLabor vermisst. Und hier finden Kunden Hilfsmittel fürs Gehen.

Luther – Café Weinheimat: Peter Baurs Projekt ist geglückt, seit dem Nikolaustag hat das neue "Gesprächscafé" am Alten Kirchplatz 4, neben der Stadtkirche, geöffnet. "Es ist ein richtig kreatives Szenelokal geworden", schwärmt Citymanager Reinhard Skusa. Das Interieur ist gleichermaßen rustikal und originell: eine Thekenwand aus Weinkisten, Baumstämme als Tischbeine, goldfarben die Decke, die Wände schwarz. Hinter der Theke steht die junge Betriebsleiterin Selina Monteforte. Von der Seitenwand hebt sich farbig ein Relief der Heiligen Drei Könige ab. "Eine Leihgabe des beratenden Architekten Cemal Isin", sagt Peter Baur. Am Samstag gibt's ein Weißwurstfrühstück. "Und vor Weihnachten noch eine Skistiefelparty."

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