Kreativer Protest gegen Rechts

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Fotos: Oliver Giers
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Als Reaktion auf die AfD-Wahlkampfveranstaltung in der Aalener Stadthalle organisierten verschiedene Organisationen eine Gegenkundgebung. 

Aalen

Menschen mit Schildern haben sich vor der Aalener Stadthalle versammelt, an Absperrgittern hängen bunte Banner, zahlreiche Polizisten behalten die Situation im Blick. Der Grund ist die Wahlkampfveranstaltung von AfD-Spitzenkandidat Bernd Gögel und Jan-Hendrik Czada, der bei der Landtagswahl für den Wahlkreis Aalen kandidiert.

Die rund 40 Menschen, die an diesem Abend vor der Stadthalle ihren Protest gegen die AfD zum Ausdruck bringen, sind nicht alleine. Zwischen den Besuchern der Kundgebung, stehen Aufsteller mit Bildern von Menschen, die "nicht kommen können oder wollen", wie Kerstin Pätzold, Sekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbunds und Mitinitiatorin der Kundgebung erläutert. "Über 30 Organisationen aus Aalen und Umgebung nehmen teil", sagt sie. "Denn wir sind bunt und vielfältig."

Denn wir sind bunt und vielfältig.

Kerstin Pätzold Mitinitiatorin

Pätzold bedankt sich bei den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern, die freiwillig als Ordner eingesprungen sind, um bei der Veranstaltung für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu sorgen. Unter ihnen sind vor allem junge Menschen – diese tragen auch mit Wortbeiträgen zur Kundgebung bei. Darunter Maja Lessle von der Linksjugend Solid Ostalb. Neben der Leugnung des Klimawandels prangert sie auch die Homophobie, die in der AfD vorherrsche, an: "Es gibt keine Alternative zur Gleichheit", betont sie, "egal ob politisch oder gesellschaftlich".

Neben der Jugend engagieren sich auch die "Omas gegen Rechts". Dazu gehört Anja Denkena, die selbst 20 Jahre in Neuseeland als Ausländerin lebte. "Es braucht Zeit und ist anstrengend", betont sie, aber Integration könne funktionieren, wenn sich alle bemühen.

Der kommissarische Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostalb, Kai Burmeister, spricht sich vor der Stadthalle gegen Nationalismus und Rassismus aus. Als Gewerkschaft müsse man in Betrieben, aber auch in der Gesellschaft gegen Faschismus vorgehen. "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen", betont er.

SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymeier ist ebenfalls anwesend und setzt den Fokus ihres Redebeitrags auf das Frauenbild der AfD. "Die AfD steht dafür, alle Errungenschaften der Vergangenheit zunichte zu machen, etwa die Emanzipation", sagt sie. Ihre Aussage belegt sie mit mehreren Zitaten, etwa dem Tweet des AfD-Politikers Johannes Biesel: "Das Problem an Fasching ist, dass du nicht sagen kannst, ob sie 14 oder 18 ist", schrieb der Politiker, und wenn man Pech habe, komme man an die 18-Jährige.

Justin Niebius, Linken-Kandidat für die Landtagswahl im Landkreis Aalen, legt in seinem Beitrag den Fokus darauf, was passieren kann, wenn Rechtspopulisten in die Regierung gelangen – als Beispiele nennt er etwa den Sturm auf das Kapitol in Washington oder die Repressionen, die Demonstranten in Polen derzeit zu befürchten haben. "Die AfD hat diesem Land nichts zu bieten, außer Hass und Spaltung", betont er.

Auch Pfarrer Bernhard Richter spricht sich gegen Hass und Hetze aus. "Stehen wir zusammen und erteilen diesem Mob eine klare Absage", betont er. Und dankt den Einsatzkräften der Polizei. Für die blieb der Abend ruhig – die Kundgebung verlief friedlich.

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Zwischen den Besuchern der Kundgebung, stehen Aufsteller mit Bildern von Menschen.
Ingrid Honold, Mitglied im Kreisfrauenrat und bei Omas gegen Rechts.
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Bundestagsabgeordnete Leni Breymeier (rechts) setzt den Fokus ihres Redebeitrags auf das Frauenbild der AfD. Links im Foto Mitinitiatorin Kerstin Pätzold.
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