Kritik an KIZ und Ambulanz

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Die Sorge darüber, ob der gebuchte Impfstoff auch der richtige ist, ist spürbar. Ausnahmen gibt es aber nur in den wenigsten Fällen. Archivfoto: Oliver Giers
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SchwäPo-Leser haben im Aalener Kreisimpfzentrum und der Fieberambulanz schlechte Erfahrungen gemacht. So reagieren die Verantwortlichen.

Aalen

Das Kreisimpfzentrum und die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts wurden ins Leben gerufen, um Bürgerinnen und Bürgern eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung zu liefern – dennoch scheint es an manchen Stellen zu knirschen, wie Leser der SchwäPo berichten.

Darunter etwa Rainer Weber aus Ebnat. "Am Samstag, 3. April, meldete ich mich bei der 116117, weil ich hohes Fieber hatte", berichtet er. Am Telefon schilderte er seine Symptome, am Tag davor habe er bereits einen Schnelltest gemacht, der negativ ausgefallen war. "Man verwies mich an die Notfallpraxis", fährt Weber fort.

Seine Frau, die ihn in die Aalener Notfallpraxis gefahren hatte, meldete ihn an. Weber selbst durfte wegen seines hohen Fiebers allerdings nicht das Ostalbklinikum betreten. "Ich würde ja nichts sagen, wenn ich nicht vorher bei der 116117 extra angerufen hätte", betont er. Letztendlich wurde er an die Fieberambulanz in der ehemaligen Aalener Musikschule verwiesen. Dort sei ihm vor allem die Enge aufgefallen, Abstände hätten sich nur schwer einhalten lassen. "Wir sind die letzten", fährt er fort, "die sich nicht an die Corona-Regeln halten." Aber mit solchen Aktionen und der fehlenden Kommunikation müsse sich das Land über den Zuwachs von Querdenkern nicht wundern.

Viel Vorsicht bei Symptomen

Tatsächlich habe es sich bei dem Rat, den Rainer Weber von der Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erhalten hatte, um einen Fehler gehandelt, wie Kai Sonntag, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, bestätigt. "Die Notfallpraxen befinden sich meistens in Krankenhäusern", erläutert er, "und die darf man mit Corona-Symptomen nicht betreten". Daher sei es im Endeffekt richtig gewesen, Herrn Weber schlussendlich an die Fieberambulanz zu verweisen.

Keine Scheu im Notfall

So sollte keine Impfung ablaufen.

Uli Eisele SchwäPo-Leser

Was aber, wenn diese geschlossen ist und die Beschwerden nicht auszuhalten sind? "In einem solchen Fall kann man natürlich in die Notfallpraxis", betont Sonntag. Und mit Corona-Symptomen müsse man sich selbstverständlich auch nicht davor scheuen, im Notfall die 112 zu wählen.

Auch über das Impfzentrum gibt es Beschwerden, etwa von SchwäPo-Leser Uli Eisele aus Wasseralfingen. "So sollte keine Impfung ablaufen", berichtet er. Er fragte am Tag seines Impftermins an der Rezeption des Kreisimpfzentrums (KIZ) nach, ob aufgrund seiner erblich bedingten Gerinnungsstörung auch eine Impfung mit Biontech anstelle von Astrazeneca möglich sei. Diese Frage, so Eisele, sei mit "Ja" beantwortet worden. Letztendlich müsse aber ein Arzt darüber entscheiden.

Der richtige Impfstoff?

Das Ergebnis, so berichtet Uli Eisele: "Eine Ablehnung nach circa zwei Stunden hin und her, da für mich nur eine Impfung mit Astrazeneca vorgesehen sei." Letztendlich entschied er sich dafür, sich bei seinem Hausarzt impfen zu lassen, wenn er dann die Möglichkeit dazu hat. "Ich hoffe, dass meine Dosis verimpft und nicht entsorgt wurde", ergänzt er.

"Bei Grenzfällen beraten sich die unterschiedlichen Fachärzte, die im KIZ Dienst haben, um eine optimale Lösung für den Patienten zu erreichen", erläutert Lena Kümmel vom Landratsamt Ostalbkreis auf Nachfrage. "In diesem Fall sind die Ärzte zum Schluss gekommen, dass kein erhöhtes Risiko bei einer Astrazeneca-Impfung besteht.

Zwar sage das Sozialministerium deutlich, dass keine Wahlfreiheit beim Impfstoff besteht. Dennoch befasst sich das Personal bei Sorgen hinsichtlich des Impfstoffes mit dem einzelnen Fall: Nichtsdestotrotz seien im Aalener KIZ nach eingehender Beratung der diensthabenden Ärzte teilweise andere Impfstoffe verimpft worden als die, die ursprünglich gebucht waren. Es sei aber ratsam, sich bei Bedenken vorab mit dem Hausarzt auszutauschen.

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