Kritik an Verantwortlichen der Limes-Thermen von Besuchern und Stadt

+
Das Außenbecken der Limes-Thermen Aalen steht Besucherinnen und Besuchern nun doch zur Verfügung.
Alle Autoren
    schließen
  • Katharina Scholz
    Katharina Scholz
  • Ulrike Wilpert
    Ulrike Wilpert

Der Alleingang der Stadtwerke sorgte unter anderem für Kritik im Gemeinderat. Besucher bemängeln nicht nur die vorübergehende Schließung des Außenbeckens, sondern auch den Zustand des Bades.

Aalen. Eine Pressemeldung der Aalener Stadtwerke sorgte in den vergangenen Tagen für viel Kritik. Darin wurde mitgeteilt, dass das Außenbecken des Bades aus wirtschaftlichen Gründen bis auf Weiteres geschlossen bleiben soll. Das sorgte für viel Unmut– sowohl seitens der Besucher als auch des Gemeinderats.

Lange hielt das reduzierte Angebot nicht: Oberbürgermeister Frederick Brütting äußerte sich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag zum Thema. Er habe mit den Stadtwerken gesprochen und den Wunsch geäußert, dass das Außenbecken der Limes-Thermen über die Weihnachtsfeiertage und die Winterferien zugänglich bleibt. Wie die Stadt am Freitag mitteilt, steht das Außenbecken auch schon ab sofort Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung.

„Wir sind übereingekommen, dass das Außenbecken bis mindestens 20. Januar geöffnet bleibt.“ An dem Tag, einem Donnerstag, steht eine weitere Gemeinderatssitzung mit Haushaltsberatungen an und man könne über das weitere Vorgehen sprechen. Bis dahin hofft der OB, dass das Angebot auch angenommen wird.

Stadtrat Claus Albrecht lobt ausdrücklich die Initiative von Frederick Brütting, der sich „freundlicherweise“ dafür eingesetzt habe, dass das Außenbecken des Thermalbads zumindest vorerst bis 20. Januar offen bleibt. Albrecht kritisierte vehement die Vorgehensweise der Aalener Stadtwerke in diesem Fall. „Es kann nicht sein, dass die Geschäftsleitung der Stadtwerke alleine über so große Eingriffe in der Aalener Bäderlandschaft entscheidet“, betonte er.

Albrecht beantragte, dass künftig „solche maßgeblichen Entscheidungen“ im Aalener Gemeinderat getroffen werden. „Es kann nicht sein, dass der Gemeinderat Auftraggeber für Neubauten und Sanierungen der Aalener Bäder ist, aber die Entscheidung über die Betriebsfähigkeit alleine bei den Aalener Stadtwerke liegt.“

Unmut bei den Kunden

Zuvor hatten sich Besucher an die SchwäPo gewandt, um ihrem Unmut Luft zu machen. Etwa ein Kunde aus Giengen, der am vergangenen Sonntag das Bad besucht hat und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Einer seiner Kritikpunkte: Zum Zeitpunkt seines Besuchs habe man auf der Webseite des Bades nichts von dem reduzierten Angebot sehen können. "Es gab Leute, die noch von weiter weg hergekommen sind als ich", berichtet er, "die haben sich natürlich richtig aufgeregt."

Damit nicht genug: Im Bad selbst habe man die aktuell geltenden Sicherheitsabstände nicht einhalten können, in einem kleinen Becken haben die Besucher "Schulter an Schulter" gesessen. "Durch das geschlossene Außenbecken hat sich alles verdichtet", so der Giengener. Bevor er sich an die Presse wandte, habe er das persönliche Gespräch mit einem der Verantwortlichen gesucht. "Der meinte nur, dass ja alle geimpft und getestet sind und es gute Luftfilter gibt."

Ernst genommen gefühlt hat er sich nicht – zumal man nicht wisse, welche Gefahren die neue Omikron-Variante birgt. "Da stellt man die Wirtschaftlichkeit über die Gesundheit der Besucher", findet er.

Mängel im Bad

"Ich bin ja froh, dass wir die Limes-Thermen haben", sagt außerdem ein enttäuschter, langjähriger Besucher, der in der Zeitung ebenfalls anonym bleiben möchte. Auch er besuchte das Bad, während das Außenbecken geschlossen war. Obwohl an diesem Tag wenig Besucher vor Ort waren, haben sich wohl bis zu etwa zwölf Leute in die kleine Wärmegrotte gedrängt. "Das wundert mich, dass man während der Pandemie gerade das Außenbecken schließt", sagt er.

Schon länger fallen ihm aber Mängel in dem Bad auf. Er berichtet von Stolperfallen im Außenbereich, verdreckten Drüsen oder defekten Lampen. Dass man die Thermen so "herunterkommen" lasse, komme ihm komisch vor, in Anbetracht der Tatsache, dass in das neue Kombibad "immer mehr Geld gesteckt" werde. "Die Stadt nutzt die Limes-Thermen bei Touristen immer als Aushängeschild, dann sollte man es auch so behandeln", betont er. Auch er hat sich vor einiger Zeit persönlich an die Betreiber des Bades gewandt – ohne Erfolg.

Der Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung am 20. Januar über das weitere Vorgehen beraten, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt vom Freitag. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt wurde in Aussicht gestellt. Zu diesem Termin will auch Geschäftsführer Christoph Trautmann über den Geschäftsverlauf der letzten Monate und die Perspektiven für 2022 informieren.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare