KubAA: Mieter fordern Gastronomie

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Die Mieter des Kulturbahnhofes wünschen sich ein dauerhaftes Gastroangebot. Noch wird lediglich bei Veranstaltungen gecatert, vor der Theateraufführung und in der Pause.
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Die Mieter des Kulturbahnhofes wünschen sich mehr Leben durch ein Angebot, das über das jetzige hinausgeht.

Aalen

Mal eben einen Kaffee trinken, während man aufs Töchterchen wartet, die sich gerade an der Geige übt. Sich vor dem Theaterabend mit „Romeo und Julia“ mit einem kleinen Snack stärken. Schön wäre es, wenn es diese Möglichkeit im Kulturbahnhof geben würde, finden dessen Mieter Theater, Kino am Kocher und vermutlich auch die Eltern der Musikschulkinder, die momentan vor allem im Auto auf ihre Sprösslinge warten. Eine Gastronomie im KubAA – die war ursprünglich geplant und wurde im Zuge des Realisierungswettbewerbes für die Architekten explizit genannt. Nun ist der KubAA seit Oktober 2020 eröffnet und es herrschen, wenn dort keine der noch wenigen Veranstaltungen ist, im Foyer mit Bar gähnende Leere und meist Dunkelheit. Das muss anders werden, sagen die Mieter:


Intendant Tonio Kleinknecht: „Natürlich ist die Situation aus acht Monaten Lockdown heraus schwierig“, sagt er. Man habe sich den KubAA stärker als lebendigen Ort des Austausches vorgestellt, als er das momentan ist. Die Frage sei: „Wie bekommen wir das hin, dass wir das stärker beleben können?“ Nicht nur „Pre-Show“ und Pausenbewirtung, sondern einen „lebendigen Ort für die Musikschüler und die Anwohner drumherum“, fordert Kleinknecht. Ideen der Nutzer gebe es viele, die auch zu einer Gastronomie passen könnten. Frühstück oder Lesungen mit Musik beispielsweise. „Die Frage ist, was ist politisch gewollt, um da weiterzukommen?“

Jan Lugtenburg , Aufsichtsrat Kino am Kocher: Ein kulturelles Zentrum für den Hirschbach und das Stadtoval soll der KubAA sein – das habe schon in den ursprünglichen Vorgaben für den Bau gestanden, so Lugtenburg. Der Ingenieur stieg bereits 2014 in die Planung des Projektes mit ein. Auch im Architektenwettbewerb sei es darum gegangen, dass sich das unterschiedliche Publikum der Mieter im Haus in der Gastro treffe, erinnert er sich. „Vormittags die Mütter zum Kaffee trinken, mittags die Leute von drumherum, abends die normale Bewirtung und von den Nutzern ein ergänzendes Programm“, sagt Lugtenburg. Das sei ja auch ein Grund, warum man das Foyer so offen gestaltet habe. Die Entscheidung sei bereits getroffen worden, dass der KubAA ein Ort sei, bei dem die Menschen aus dem Quartier und der Stadt sich treffen. Man sei also im Moment „nicht so happy, dass die ursprünglichen Ansätze nicht angegangen werden“.

Vor den Theateraufführungen und in der Pause ist der Gmünder Caterer GS-Gastro vor Ort. Der weist auf den wirtschaftlichen Aspekt einer Gastronomie hin:

Sride Sriskandarajah , Geschäftsführer GS-Gastronomie : „Es ist ja erst kurz nach Corona, da sind die Veranstalter noch gar nicht so richtig drin, das muss sich noch steigern.“ Man könne nicht monatelang Geld mitbringen, wenn sich der Einsatz nicht lohne. Noch gebe es sich ständig wechselnde Corona-Verordnungen und damit zu viele Unsicherheiten. Aber es gebe viele Überlegungen, man sei im Austausch mit der Stadt. Eine Ausweitung habe aber Investitionen zur Folge, damit sich die rentieren, müssten nach einer Veranstaltung 50 statt fünf Leute bleiben. Denn so wenige seien es gewesen, als man vergangenen Juni und im Oktober 2020 das Angebot versuchsweise schon einmal für vier Wochen ausgeweitet habe. Man werde weiter mit den Nutzern sprechen und schauen, was rentabel sei. „Wir haben ja Interesse“, betont Sride Sriskandarajah.

Florian Münzmay , Leiter von „ aalen.kultur & event “, ist überzeugt, dass es eine Lösung geben werde. „aalen.kultur&event“ ist auch für die Vermietung des Veranstaltungssaals und des Foyers mit Bar im KubAA zuständig. Dass sich dessen zeitweise Vermietung mit einer zukünftigen Gastronomie beißen könnte, glaubt Münzmay nicht. „Das ist immer ein Zusammenspiel, wie auch in der normalen Gastronomie“, sagt er. Auch dort gebe es ab und zu geschlossene Gesellschaften. „Das Zusammenspiel der Nutzer ist gut“, meint Münzmay. Man müsse nicht entscheiden, ob Kultur oder Tagungen. „Es ist aber eine Veranstaltungslocation. Eine Sechs-Tage-Gastronomie wird es nicht geben“, sagt er. Hauptkerngeschäft seien Veranstaltungen. Die Gastronomie solle „soft“ dazu passen.

Ein Kommentar von Dagmar Oltersdorf zum Thema: Braucht der Aalener Kulturbahnhof eine Gastronomie?

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