KubAA: volle Besucherreihen trotz Corona?

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Das Bestuhlungskonzept im neuen Kulturbahnhof (KubAA) – hier bei der Schubart-Soirée – findet manch ein Besucher in Corona-Zeiten befremdlich.
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Manch einer findet es befremdlich: Im Kulturbahnhof gelten besondere Regeln.

Aalen. "Die Stadt Aalen darf stolz sein auf diesen Kulturtempel, der sich KubAA nennt", schreibt eine Besucherin der SchwäPo-Redaktion. Bei ihrem Besuch einer Veranstaltung dort, der Schubart-Soirée am Samstag, sei sie dennoch ziemlich enttäuscht gewesen.

Der Abend begann mit einem Sektempfang. "Die Leute standen zusammen im Foyer, mit geringem Abstand, ohne Mundschutz und tranken ihren Sekt", sagt sie. Sie habe nicht verstanden, wie die Stadtverwaltung in Corona-Zeiten überhaupt einen Sektempfang veranstalten konnte. Nach dem Empfang ging es in den Veranstaltungssaal, wo das Konzert stattfinden sollte. "Ich wunderte mich, dass der Saal ziemlich gut bestuhlt war", sagt sie. Sie habe aber angenommen, dass die zulässige Besucherzahl reduziert worden sei und zwischen den Einzelnen ein Mindestabstand gewahrt werde.

Die Hoffnung zerschlug sich: "Es kamen immer mehr Leute in den Saal." Weil es kontinuierlich enger wurde, habe sie "sicherheitshalber den Sitz neben mir mit meiner Tasche blockiert, um den Abstand einzuhalten." Doch nach einer Zeit sei es so voll geworden, dass es gar nicht mehr möglich war, den Platz zu sperren. "Ich saß dann schließlich, nur mit Mundschutz geschützt, Schulter an Schulter neben einer Fremden."

Die Sorge, dass nicht genügend Abstand eingehalten wird, "hatte auch eine ältere Dame", berichtet die SchwäPo-Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Seniorin habe schließlich schon vor der Vorstellung den Saal wieder verlassen, obwohl sie bereits gezahlt hatte. "Ihr war es wirklich aufgrund des geringen Abstands zu riskant, dort weiter zu sitzen", habe sie später im Gespräch mit der Besucherin erfahren.

Stadtsprecherin Karin Haisch weist daraufhin, dass die Besucher im gesamten Kulturbahnhof auf den erforderlichen Mindestabstand aufmerksam gemacht werden. Die Einhaltung werde auch angemahnt. "Allerdings hat auch jeder eine gewisse Eigenverantwortung und muss sich an die Vorschriften halten", sagt Haisch. Genau das gelte auch beim Sektempfang. "Speisen und Getränke dürfen im Foyer eingenommen werden, müssen allerdings mit dem nötigen Abstand geführt werden."

Der Veranstaltungssaal sei gemäß den Vorschriften der Corona-Verordnung bestuhlt. Das bedeute: "Es sitzen immer fünf Personen direkt nebeneinander, dann kommt ein Abstand von eineinhalb Metern", erklärt Karin Haisch. Auch zwischen den Sitzreihen sei ein Eineinhalb-Meter-Abstand bemessen und werde auch eingehalten.

In diesem Zusammenhang macht sie darauf aufmerksam, dass eine Ansammlung von bis zu 20 Personen – ohne Abstand – durchaus zulässig sei. Trotz allem seien übrigens bei der Schubert-Soirée immer noch genügend Plätze frei gewesen. "Von 135 Plätzen, die zur Verfügung standen, waren um die 90 Plätze belegt", sagt sie.

Sie betont, dass "während der gesamten Zeit die Lüftungsanlage laufen muss, damit ein ausreichender Luftaustausch zustande kommt". Doch genau das ist ein weiterer Kritikpunkt der SchwäPo-Leserin: "Natürlich gab es diese Lüftung, doch die machte so einen Lärm, dass man sich kaum auf das Konzert konzentrieren konnte." Am Betrieb der Lüftungsanlage kann und wird sich in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings laut Stadtsprecherin nichts ändern. "Dass dieser Luftaustausch mit Lärm verbunden ist, ist leider unvermeidbar", sagt sie.

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