Kulturbahnhof: Die Herausforderung einer perfekten Akustik

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Der Veranstaltungssaal des Kulturbahnhofs Aalen. Hinter der Orgelwand liegt der Musikschulsaal. Spielt dort ein Orchester, hört man das auch im Veranstaltungssaal - zumindest, wenn es dort nicht auch laut ist. Archivfoto: Oliver Giers
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Nach den Lockerungen wird bei Veranstaltungen deutlich: der Lärmschutz im Veranstaltungssaal ist nicht ausreichend.

Aalen

Die Corona-Pandemie geht, Lockerungen kommen - und damit tritt auch manches zutage, was in den vergangenen zwei Jahren im Verborgenen ruhte. Dazu gehört auch, dass im Kulturbahnhof in Sachen Lärmschutz nicht alles so ist, wie es sein sollte.

Das Problem Hinter der Wand bei der Orgel im Veranstaltungssaal liegt der Musikschulsaal. Hier finden die pädagogischen Vorspiele statt. Hier probt an den Abenden dienstags aber auch das Aalener Sinfonieorchester, mittwochs die inklusive Musikgruppe und donnerstags eine Erwachsenen-Bläserklasse. Geht es in Sachen Lautstärke zur Sache, dann ist das bei Lesungen und Vorträgen im Veranstaltungssaal zu hören. Das wurde unter anderem bei einem Vortrag von Karin Senz an einem Donnerstag im März im Veranstaltungssaal deutlich.  „Die Situation in Kombination mit dem  Veranstaltungssaal ist noch nicht so wie versprochen“, sagt dazu auch Musikschulleiter Chris Wegel.

Vom Problem mit dem Lärmschutz im Veranstaltungssaal weiß man auch bei der Stadt Aalen.  „Bedingt durch Corona war bisher noch kein Veranstaltungsbetrieb in voller Auslastung möglich und es gab jetzt die ersten Erfahrungen bei paralleler Nutzung“, so Stadtsprecherin Karin Haisch. Es sei bei einem solchen Bauprojekt normal, dass man da nachjustieren müsse. „Das ist schließlich ein großes Haus“, sagt Karin Haisch. Der Schallschutz und die Akustik seien aber bei der Planung extrem wichtig gewesen.

Die Ursache: Bisher sei bei Messungen festgestellt worden, dass Versorgungsleitungen nicht ordnungsgemäß verschlossen waren. „Das wurde nachgearbeitet und gleichzeitig wird weiter geprüft, ob auch der in der Lüftung eingearbeitete Schallschutz ordnungsgemäß eingebaut wurde“, sagt Karin Haisch.

Herausforderung Lärmschutz:  „Schon bei der ersten Ausschreibung gab es den großen Wunsch der Nutzer, dass es eine sehr gute akustische Entkoppelung geben sollte“, berichtet Jan Lugtenburg vom Kino am Kocher. Im Kino sei das sehr gut gelöst. „Selbst wenn direkt über dem Kinosaal im Orchestersaal ein großes Orchester spielt, hören wir nichts“, sagt Lugtenburg. Man habe aber im Kino nichts anders gemacht als sonst im Haus. Nur die kinospezifische schalltechnische Isolierung sei im Vorführraum an die Gegebenheiten angepasst worden. „Wir haben null Probleme“, so Lugtenburg. Wie kompliziert der Lärmschutz in einem Gebäude wie dem Kulturbahnhof ist, habe er von einem Bauphysiker erfahren.  „Da spielt alles Mögliche eine Rolle. Fenster, Vorhänge, die Bestuhlung, ob der Saal voll oder eher leer ist, sogar was die Gäste anhaben“, sagt Lugtenburg. Im Kino sei das alles einfacher, weil vieles fest installiert sei und nicht viel verändert werde.

Noch keine befriedigende Lösung. „Es ist schon besser geworden, nachdem man nachgesteuert hat, aber wir sind nicht zufrieden“, so Wegel zu den bisherigen Nachbesserungen. Wenn in beiden Sälen gleichzeitig laut musiziert werde, höre man sich gegenseitig aber nicht, sagt Wegel. Beispiel KubAA-Stage, die immer an einem Donnerstagabend ist. Die verlaufe ungestört.  „Ich habe noch nichts bemerkt“, sagt Marcel Hafner, der die Veranstaltung aktuell moderiert.

Wer zahlt die Nachbesserungen? „Die Arbeiten werden in der Regel im Rahmen der erteilten Aufträge von den jeweiligen Auftragnehmern erledigt. Das ist nichts Außergewöhnliches – erst im Vollbetrieb zeigen sich wo man noch nachsteuern muss und gegebenenfalls kleinere Mängel noch behoben werden müssen“, antwortet Karin Haisch. Man wolle den besonders hohen Ansprüchen an die Akustik und den Lärmschutz in jeder Weise gerecht werden.

Die Fassade des Kulturbahnhofs in Aalen.
Die Fassade des Kulturbahnhofs in Aalen.
Konzert iim Veranstaltungssaal des Kulturbahnhofs in Aalen.

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