Kunst am Hochschulbau in Aalen: Wo Forschung sinnlich wird

+
Von links: Martina Geist, Künstlerin und Mitglied der Kunstkommission, Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, Künstlerin Nadja Schöllhammer, Karola Lake, Vertreterin von Vermögen und Bau Baden-Württemberg und Leiterin der Kunstkommissi

Werke „Fields I“ und „Fields II“ der Berlinerin Nadja Schöllhammer sind nun offiziell übergeben.

Aalen. Fließende, zuckende, strömende Linien, die beim Betrachter ein weites Feld an Assoziationen eröffnen und sinnlich an Forschungsansätze andocken: Zweiteilige Kunst unter dem Titel „FIELDS I + II“ ziert die Wände des neuen Forschungsgebäudes an der Hochschule Aalen. Erschaffen wurden die beiden Kunstwerke von der in Berlin lebenden Künstlerin Nadja Schöllhammer. Nun wurden sie im Rahmen einer Vernissage offiziell eingeweiht.

Über ein Jahr hat Nadja Schöllhammer ihre Kunstwerke vorbereitet und mehrere Wochen vor Ort im Forschungsgebäude der Hochschule daran gearbeitet. Die Werke schaffen eine Verbindung zwischen innen und außen: Zunächst hat Schöllhammer im Innern des Gebäudes an einer 28 Meter langen Flurwand mit einer Schaumstoffschablone und flüssiger Sprühfarbe eine graffito-artige Wandzeichnung mit dem Titel „FIELDS I“ erschaffen. „Der Flur ist für mich ein Ort der Bewegung und des Durchgangs. Mein Werk soll Dynamik ausstrahlen und den Betrachtenden quasi durchspülen“, erläutert die 1971 in Esslingen am Neckar geborene Künstlerin.

An der Wand des Innenhofs griff sie in „FIELDS II“ die Amplitudenthematik in einem großformatigen Aluminiumobjekt auf und erweiterte sie ins Dreidimensionale. Fragile Elemente spiegeln dezent die Farben des Himmels, der Sonne und der Vegetation wider und verändern ihre Erscheinung je nach Lichteinfall. Sie stehen laut Schöllhammer für den Übergang zwischen Aggregatszuständen und sollen zum Innehalten einladen.

Inspiriert habe sie die Beobachtung der Forschenden während ihrer Arbeit: „Meine Eindrücke von für mich seltsamen Messkurven, Schaubildern und Zeichnungen, sich bewegenden Lichtteilchen und hochtechnologisierten Geräten in den Laboren flossen in meine künstlerische Arbeit ein“, erläutert sie.

Wechselspiel zwischen Kunstwerk und Betrachter

Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, zeigte sich von den beiden Kunstwerken begeistert. Er sieht in ihnen die Herausforderungen der Forschungstätigkeit in die Kunst übersetzt: „Im Forschungsgebäude werten die Forschenden scheinbar chaotische Energieströme, Strukturen und Schwingungen aus und versuchen sie in eine gedankliche Ordnung zu bringen.“ Und eben diese intellektuelle Anstrengung erfordere auch Schöllhammers Kunst vom Betrachtenden: „Ich lade Sie alle ein, sich auf dieses Wechselspiel unvoreingenommen einzulassen“, so Schneider.

Ausgewählt wurde Nadja Schöllhammer für das Projekt „Kunst am Bau“ aus sechs Bewerberinnen und zwei Bewerbern von der zuständigen Stuttgarter Kunstkommission. Karola Lake, Vertreterin von Vermögen und Bau Baden-Württemberg und Leiterin der Kunstkommission, berichtete von der einstimmigen Entscheidung für Schöllhammer: „Unter anderem haben ihre künstlerische Aussage, ihr Bezug zur Nutzung des Ortes und ihr Umgang mit der vorhandenen Architektur überzeugt.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare