Kunstverein Aalen ernennt Elmer zum Ehrenvorsitzenden

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Artur Elmer (Mitte) ist als Vorsitzender des Kunstvereins verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt worden. Von links: Ehrenvorsitzender Herbert Zirkel, Roland Hamm, Heidrun und Artur Elmer, die neue Vorsitzende Ines Mangold-Walter, OB Thilo Rentschler
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38 Jahre und fünf Monate hat Artur Elmer den Aalener Kunstverein geprägt. Warum er jetzt zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden ist.

Aalen

Im Stadthallenrestaurant, just an jenem Ort, wo Elmer am 7. März 1983 seine erste Hauptversammlung abhielt, fand auch die letzte statt. Einstimmig wurde Ines Mangold-Walter zu seiner Nachfolgerin gewählt.

„Ich bin beeindruckt, wie viele Mitglieder da sind“, freute sich Artur Elmer. Sicherlich auch ein gutes Zeichen für Artur Elmer und seine Frau Heidrun, dem kongenialen Ehepaar, das gemeinsam dem aus kleinen Anfängen entstandenen und heute 431 Mitglieder zählenden Verein Strahlkraft weit ins Land hinaus verliehen hat.

Vor den Ehrenreden waren die Regularien dran. Kein einfaches Jahr liegt hinter dem Verein. „Kunst von uns“ wurde am 9. März 2020 eröffnet, wenige Wochen später schloss Corona die Ausstellungstüren zum Alten Rathaus. „Tabula rasa“ bis zum heutigen Tag.

Für die vielen bürokratischen Dinge sei er trotzdem ständig präsent gewesen, sagte Elmer in seinem Jahresbericht und er lobte sein Vorstandsteam, das fest zur Stange gehalten habe. Die große Hoffnung liege jetzt auf dem 13. Oktober, wenn die neue Mitgliederausstellung eröffnet werden solle – falls Corona es zulässt.

Trotz alledem stimmt die Kasse beim Kunstverein – dies war aus dem Zahlenwerk von Schatzmeisterin Brigitte Mangold abzulesen. Dank Zuschüssen in Höhe von 12 400 Euro und Spenden von 9700 Euro.

Otto Jedele leitete die Neuwahlen, die kollektiv einstimmig über die Bühne gingen. Nachfolgerin von Artur Elmer ist Ines Mangold-Walter, 2. Vorsitzender bleibt Roland Hamm, Kassenführerin ist Nadine Donner und als Beisitzer im Vorstand fungieren Brigitte Mangold, Hermann Gerstung, Dr. Harald Issel, Gernot Jahn und Dr. Matthias Rösch. Zu Beisitzern wurden Wilhelm Schiele und Karl Groß bestellt.

Die neu gewählte Vorsitzende Ines Mangold-Walter brachte ihre Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass mit der Mitgliederausstellung im Oktober ein Neubeginn eingeläutet werden könne. Man verzichte dabei auf die Bezahlung von Standgebühren. 2022 soll „Kunst von uns“ wieder weitergeführt werden. Alles andere sei wegen der Entwicklung der Pandemie noch in der Schwebe. Demnächst, so Mangold-Walter, werde es ein entsprechendes Mitglieder-Schreiben verschickt.

Als erster Laudator war Oberbürgermeister Thilo Rentschler dran. Artur Elmer sei der „Kopf des Vereins“ gewesen. Ein Künstler und Kunstkenner aus Leidenschaft, der sich um Kunst und Kultur weit über die Region hinaus verdient gemacht habe. Als Beispiel nannte Rentschler die Rembrandt-Ausstellung, aber auch viermal Buchheim. Und Rentschler ließ die Bedeutung der Artur-Elmer-Stiftung nicht außen vor.

Eine überaus erfolgreiche Ära gehe zu Ende, meinte der Ehrenvorsitzende Herbert Zirkel. Dies habe Elmer geschafft mit seiner unverwechselbaren Eigenschaft der Kontaktknüpfung zu Künstlern, Sammlern und Museumskuratoren. „Sein Verdienst ist es, dass die Stadt Aalen Ausstellungen bekommen hat, die keine andere Stadt dieser Größe hatte“, so Zirkel wörtlich. Betonen müsse man aber auch, dass seine Frau Heidrun unermüdlich für den Kunstverein tätig gewesen sei.

Artur und Heidrun Elmer hätten den Anstoß zur Vereinsgründung gegeben“, blickte der 2. Vorsitzende Roland Hamm in seiner Laudatio zurück. Unter den beiden habe der Verein eine grandiose Entwicklung genommen. „Wir können von einer einmaligen Erfolgsstory sprechen“, betonte Hamm. „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“, dieses Zitat von Friedrich Schiller habe Artur Elmer mit allen Fasern gelebt und er sei dabei immer am Zahn der Zeit geblieben.

Artur Elmer sei immer ein „unabhängiger, freier Geist“ geblieben und mit Fug und Recht könne man ihn als „Homo universalis“ bezeichnen. Diese großen Fußstapfen müssten nun mit gemeinsamem Engagement vom neu gewählten Vorstand gefüllt werden.

Applaus im Stehen gab es, als Artur Elmer zum Ehrenvorsitzenden und Heidrun Elmer zum Ehrenmitglied ernannt wurden. Artur Elmer dankte seinen langjährigen Wegbegleitern, allen voran dem Ehrenvorsitzenden Herbert Zirkel. „Ich bin aber auch sehr dankbar, dass ich zu Oberbürgermeister Thilo Renschler ein enges und vertrauensvolles Verhältnis haben durfte“, schloss Artur Elmer.

Artur Elmer wurde im Mai 1939 in Aalen geboren. Er studierte Malerei und Kunstgeschichte sowie Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft. Lange Jahre arbeitete er als Lehrer für Kunsterziehung am Theodor-Heuss-Gymnasium in Aalen. Viele Jahre unterhielt Elmer Kontakt zu dem Maler, Autor und Kunstsammler Lothar Buchheim

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