Kurz vor den Pfingstferien in den Wechselunterricht

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Katrin Freimüller-Lutz mit der 4a der Aalener Schillerschule. Am 17. Mai hat an vielen Schulen nach dem Homeschooling der Wechselunterricht begonnen. Um an der Schillerschule Abstände zu halten, sind Stühle zwischen den Schülern aufgestellt.
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Seit Montag ist in den Schulen im Ostalbkreis wieder umfangreicherer Unterricht in Präsenz möglich. Unter welchen Bedingungen das klappt.

Aalen

Seit Montag dieser Woche dürfen Schulen im Ostalbkreis wieder mit Präsenzunterricht starten. Denn: Der Landkreis hatte am vergangenen Samstag an fünf Werktagen in Folge die 7-Tage-Inzidenz von 165 unterschritten. Damit ist Wechselunterricht auch in Nicht-Abschlussklassen wieder möglich. Wie die Schulen in Aalen das eine Woche vor den Pfingstferien umsetzen, ist unterschiedlich.

Was genau bedeutet Wechselunterricht? „Das heißt, dass nicht die ganzen Klassengruppen anwesend sind, weil nach wie vor das Abstandsgebot gilt“, berichtet Michael Weiler, geschäftsführender Schulleiter der Aalener Gymnasien. „Wir teilen die Klassen in zwei Gruppen“, führt er aus. Demnach sei ungefähr die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an seiner Schule, dem Kopernikus-Gymnasium in Wasseralfingen, zurzeit in den Klassenzimmern. Die Hälfte, die die Schulbank nicht in Präsenz drückt, werde über Onlineplattformen mit Unterrichtsmaterial versorgt. „Die Lehrer können ja nicht gleichzeitig Fern- und Präsenzunterricht machen“, erklärt Weiler. Teilweise gebe es Lehrende, die den Präsenzunterricht streamen.

Die Tests sind verbindlich beim Schulbesuch.“

Michael Weiler, geschäftsführender Schulleiter

„Es gibt viel zu organisieren“, sagt der geschäftsführende Schulleiter der Aalener Gymnasien. Unter anderem bei den Räumlichkeiten. Denn um Abstände zu wahren, sitze an einem Tisch, der normalerweise für zwei Schülerinnen und Schüler reiche, nur noch eine oder einer. Hinzu kommen zurzeit Abiturprüfungen. Auch wegen des Stundenplans gestaltet sich die Planung nicht ganz einfach. „Die haben natürlich nicht unbedingt die gleichen Fächer“, sagt Weiler.

Tests teilweise verpflichtend

Bei Prüfungen, wie Klassenarbeiten oder dem Abitur, herrscht keine Testpflicht, erklärt Weiler. Getestete und Nicht-Getestete werden allerdings räumlich voneinander getrennt. Anders hingegen sieht es beim Unterricht generell aus. „Die Tests sind verbindlich beim Schulbesuch.“ Hinzu komme Abstandhalten sowie das Tragen von Masken. Für Schülerinnen und Schüler, die das Testangebot nicht wahrnehmen wollen, bleibe der Fernunterricht bestehen. Auch am Schubart-Gymnasium (SG) in Aalen sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 wieder in kleineren Gruppen in den Klassenzimmern, bestätigt der stellvertretende SG-Schulleiter Martin Schaub. „Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler wird jetzt wieder beschult“, führt er aus. Anders als am Kopernikus-Gymnasium, werde es am Schubart-Gymnasium keinen Wechsel der Gruppe geben, die in Präsenz unterrichtet wird. Das Theodor-Heuss-Gymnasium starte erst am heutigen Dienstag mit dem Wechselunterricht.

In der Regel haben Schülerinnen und Schüler zu Hause gut gearbeitet, sagt Weiler. Trotzdem befürwortet er, dass es nun wieder in Präsenz losgehen kann. „Eine Diskussion kann im Fernunterricht schlecht stattfinden.“ In dieser Hinsicht gebe es Defizite. Trotzdem: „Es ist wieder Leben in der Schule.“

Ähnliches berichtet Katharina Morrison, Schulleiterin der Schwarzfeldschule in Dewangen. „Es war ein Gefühl wie nach den Sommerferien“, freut sie sich. An ihrer Schule sei der Start gut gelungen. Zudem komme man mit sehr wenig Fernunterricht aus, denn die Klassen der Schule seien klein genug, um problemlos Abstände einzuhalten. Das sei der Unterschied zu vielen großen Schulen, wo Klassen getrennt werden müssen.

„Die Wiedersehensfreude war auf allen Seiten sehr groß“, berichtet Morrison. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrende seien erleichtert gewesen, dass es wieder in Präsenz losgehen kann. Wenn auch hier mit Masken, Abstand und Tests. Doch das klappe selbst bei den Jüngsten ohne Schwierigkeiten. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie das auch die Erstklässler hinkriegen“, sagt die Schulleiterin. Was sie in dieser Zeit bemerkt: „Die Schule erfährt eine ganz neue Wertschätzung.“

Kitas wieder im Regelbetrieb

Kindertagesstätten dürfen wegen der unterschrittenen Inzidenz von 165 wieder mit dem Regelbetrieb starten. Dennoch gilt dabei eine Testpflicht für Kinder. Davon ausgenommen sind Geimpfte und Genesene.

Drei Pilot-Kitas der Stadt Aalen werden dafür mit zugelassenen Speicheltests für die Laienanwendung ausgestattet. Bei positiven Erfahrungen sei ein flächendeckender Einsatz dieser Tests in Kitas angedacht.

Elternbeiträge werden im Mai noch nach den tatsächlich betreuten Tagen abgerechnet. Ab dem 1. Juni werden reguläre Beiträge berechnet, teilt die Stadt Aalen mit. Bei Fragen stünden die Kitaleitungen zur Verfügung. err

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