Landratsamt: Im Ostalbkreis verfallen keine Impfdosen

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So gehen die Corona-Impfungen im Ostalbkreis voran. Nicht erfasst werden können in der Statistik Personen, die sich außerhalb des Ostalbkreises impfen ließen. Grafik: ca
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Der Impffortschritt im Ostalbkreis, was im Kreisimpfzentrum mit "Impfresten" passiert und warum es ein Überangebot geben könnte.

Aalen

Im Vergleich zur Vorwoche gab es 2418 weitere Impfungen von mobilen Teams in den Pflegeheimen sowie im Kreisimpfzentrum. Damit hat sich die Quote der Menschen mit vollem Impfschutz im Ostalbkreis von rund 0,6 auf etwa 0,8 Prozent erhöht. Nicht miteingerechnet sind die Menschen, die sich außerhalb des Ostalbkreises haben impfen lassen.

Im Aalener Kreisimpfzentrum werde "akkurat geplant", versichert Susanne Dietterle, Pressereferentin im Landratsamt. So gebe es am Ende eines "Impftages" lediglich einzelne übrige Impfdosen von Biontech/Pfizer. "Im Durchschnitt sprechen wir allerdings von einer sehr kleinen Menge, und zwar von maximal vier Einzeldosen je Woche", sagt sie. Bei Bedarf würden auch kurzfristig Termine verschoben.

Das Tempo der Zweitimpfungen im Ostalbkreis hat sich geringfügig, das Tempo der Erstimpfungen etwas deutlicher erhöht. In der Summe haben etwa 1,9 Prozent aller Ostälbler entweder eine Erst- oder auch bereits schon eine Zweitimpfung erhalten. Der Durchschnitt in Baden-Württemberg liegt dafür bei 3,9 Prozent.

Was mit Impfresten im Kreisimpfzentrum passiert

Wenn es am Abend im Kreisimpfzentrum noch Ampullen gibt, die nicht komplett leer sind, stimmen sich laut Angaben des Landratsamts die ärztliche Leitung und die Schichtleitung im Kreisimpfzentrum ab. "Anhand vorliegender Listen von Impfberechtigten der Priorität 1 werden kurzfristig Personen zur Verimpfung von etwaigen Restanten ins KIZ gebeten", sagt Dietterle. Dazu gehörten unter anderem Pflegekräfte aus den Kliniken, die älter als 65 Jahre seien, Ärzte aus Corona-Schwerpunktpraxen oder etwa Rettungsdienstler.

Bislang sei es immer gelungen, diese kurzfristig ins KIZ zu bitten. Es mussten noch keine Impfdosen verworfen werden.

Im Gegensatz zu anderen Impfzentren in Deutschland, bei denen offenbar auch Personen außerhalb der festgelegten Impfreihenfolge solche "Reste" bekommen haben, sei dem Landratsamt in Aalen kein einziger derartiger Fall bekannt.

Zu viel AstraZeneca, zu wenig Biontech?

Am Dienstag hat Landrat Dr. Joachim Bläse im Kreistag die Lage beim Impfen als "ärgerlich" bezeichnet und sich konkret auf den Impfstoff von AstraZeneca bezogen. Von 250 Impfterminen seien nicht einmal 100 in Anspruch genommen worden, bedauerte er.

Allerdings können sich auch erst seit nicht einmal einer Woche bestimmte Personengruppen aus der Priorität 2 der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission im Alter von 18 bis 64 Jahren zusätzlich impfen lassen. Dazu gehören Personen in medizinischen Einrichtungen, mit einer Demenz oder geistigen Behinderung und Erzieher und Lehrer. Viele davon konnten allerdings auch bereits schon über die Priorität 1 mitgeimpft werden – Krankenhauspersonal zum Beispiel oder Fahrer von Krankentransporten, die gleichzeitig auch im Rettungsdienst eingesetzt werden.

Zudem müssen Menschen im Alter zwischen 65 und 79 Jahren weiter warten, wenn sie nicht in eine der weiteren Kategorien fallen. Das sind immerhin rund 45 000 Menschen im Ostalbkreis. Rund 20 000 Menschen im Ostalbkreis sind 80 Jahre oder älter – bei aktuell rund 7000 mit einer Erst- oder auch einer Zweitimpfung.

11 500 Impfdosen von AstraZeneca erwartet der Ostalbkreis bis Anfang April. Bleibt als vermeintlich größte Gruppe noch die der Erzieher und Lehrer an öffentlichen Schulen. Im Ostalbkreis gibt es laut Bildungsbericht davon in der Summe etwa 5200 Personen. Etwa 35 Prozent aller Deutschen möchten sich laut einer aktuellen Umfrage gar nicht impfen lassen – damit kämen in dieser Gruppe im Ostalbkreis nur noch etwas mehr als 3300 für eine Impfung infrage.

Es könnte also sein, dass es bald zum einen ein Überangebot des einen Impfstoffs gibt, den nicht alle bekommen dürfen, während es an Impfstoff für die höchsten Risikogruppen weiter mangelt. Zumindest solange, bis die Impfprioritäten nicht erneut angepasst werden.

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