Landtagswahl: So verbringen die Kandidaten den Wahlabend

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Große Wahlparties wird es am Sonntag coronabedingt nicht geben. Die Parteien haben sich aber ein Ersatzprogramm einfallen lassen.

Aalen

An einem normalen Wahlabend hätten die Kandidaten in Aalen, Ellwangen oder Bopfingen Parties organisiert und gemeinsam mit dem Wahlkampfteam, Parteifreunden und der Familie gefeiert oder sich gegenseitig getröstet. All das fällt an diesem Sonntag coronabedingt aus. Wir haben die Landtagskandidaten gefragt, was sie stattdessen vorhaben.

Winfried Mack (CDU): Der Abgeordnete ist nachmittags von 17.30 bis 19.30 Uhr im Stuttgarter Landtag. Dort steht er Journalisten Rede und Antwort. "Das ist das gleiche wie immer", sagt er. "Nur dieses Jahr stark zugangsbeschränkt." Außerdem komme nur hinein, wer ein negatives Testergebnis vorweist. Gegen 20.30 Uhr will er in der Kreisgeschäftsstelle in Aalen sein und dort seine Zweitkandidatin Heike Brucker und Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter treffen. Aus Stuttgart und aus Aalen will sich Mack zur Online-Wahlparty zuschalten. Die ist offen für alle. Den Link dazu gibt's unter www.winfried-mack.de

Alexander Asbrock (Grüne): Er trifft sich online mit Parteifreunden und dem Wahlkampfteam. Gemeinsam wollen die Grünen über Videokonferenz die aktuellen Hochrechnungen verfolgen. "Der Wahlkampf war so eine Riesen-Aufgabe", sagt Asbrock. "Ich möchte mich in der Videoschalte bei allen bedanken, die mich unterstützt haben."

Jan-Hendrik Czada (AfD): "Ich werde den Wahlabend zuhause vor dem Fernseher verbringen und dort die Ergebnisse erwarten und verfolgen", sagt er. Telefonsich schließt er sich währenddessen mit Parteifreunden kurz. Eine Online-Konferenz, um den Wahlkampf und das Ergebnis zu analysieren, ist für Anfang kommende Woche geplant.

Dr. Carola Merk-Rudolph (SPD): Gemeinsam mit Jakob Unrath, dem Kandidaten für den Wahlkreis Gmünd, lädt Merk-Rudolph zur Online-Wahlparty ein. Den Link gibt es unter www.carola-merk-rudolph.de. Sie hofft, dass sie im Sommer eine Gartenparty für ihr Wahlkampfteam geben kann, um sich zu bedanken. "Die Nachbarn sind schon vorgewarnt", sagt sie und lacht.

Manuel Reiger (FDP): "Wir treffen uns parteiintern im engsten Kreis in unserem Büro in der Reichststädter Straße", sagt der FDP-Kandidat. Gemeinsam schaut man sich die Ergebnisse an. "Hoffentlich haben wir Grund zu jubeln", sagt Reiger.

Justin Niebius (Linke): Eher spontan und im kleinen Kreis will sich Niebius mit Parteifreunden zu einer Videokonferenz zusammenschalten. Geplant ist, die Hochrechnungen zusammen zu erwarten und Fotos aus dem Wahlkampf anzuschauen.

Dr. Franz-Josef Grill (Freie Wähler): Mit sechs Leuten aus dem engsten Wahlkampfteam trifft sich Grill in einer Kantine, um Wahlergebnisse zu erwarten. "Mit Abstand und jeder an einem extra Tisch", betont er. Er habe ein tolles, junges Team und hätte gerne eine Party für sie veranstaltet. "Aber die Party holen wir nach, egal wie es ausgeht!", sagt er.

Wolfgang Hofer gewinnt in Essingen

Essingen

In Wolfgang Hofers "Headquarter" – wie Essingens neuer und alter Bürgermeister das Rathaus am Sonntagabend nannte – knallten gegen 20.30 Uhr die Bügelverschlüsse der Bierflaschen. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl stand fest: Mit 90,03 Prozent der Stimmen wurde der Amtsinhaber wiedergewählt. Sein Herausforderer Samuel Speitelsbach – der am Sonntag nicht vor Ort war – erhielt 6,96 Prozent.

Sichtlich überrascht war Hofer, als der stellvertretende Bürgermeister Helmut Borst das Ergebnis verkündete. "Ich bin überwältigt, ich hab mit 70 Prozent plus X gerechnet", sagte der Schultes, dem das Lächeln trotz Mund-und-Nasen-Schutz anzusehen war. Das Ergebnis sei ein klares Zeichen. Er müsse und wolle sich in den kommenden acht Jahren anstrengen. "Es gibt viel zu tun in Essingen", betonte er und bedankte sich für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler. "Mit diesem starken Votum werde ich mich mit voller Kraft für Essingen einsetzen." Hofer dankte dem Gemeindewahlausschuss und den Helferinnen und Helfern, die am Wochenede vor Ort waren.

Mit von der Partie war am Sonntagabend Dieter Gerstlauer, Bürgermeister in Durlangen und Kreisverbandsvorsitzender Ostalbkreis des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er gratulierte Hofer, der seit 1997 im Rathaussessel sitzt und in seine vierte Amtszeit startet, im Namen des Gemeindetags. "Du hast Tatkraft und Puste, das zeichnet dich aus." Gerstlauer wünschte Hofer, dass er seine "hochgesteckten Ziele" erreicht und die kommenden acht Jahre in Zufriedenheit erlebt.

Aus der Nachbargemeinde Bartholomä gratulierte Thomas Kuhn. "Essingen liegt mitten im Ostalbkreis und ihr schafft es, mit anderen Gemeinden in Partnerschaft zusammenzuarbeiten." Er hofft, dass Essingen in den kommenden Jahren der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein beitritt, wie Bartholomäs Bürgermeister betonte. "Glück auf Essingen", sagte Kuhn und weitere Bügelverschlüsse im "Headquarter" knallten.

Du hast Tatkraft und Puste.

Dieter Gerstlauer Bürgermeister Durlangen

Die Zahlen der Bürgermeisterwahl auf einen Blick:

  • Das Ergebnis: Wolfgang Hofer bekam 2871 Stimmen, das sind 90,03 Prozent. Samuel Speitelsbach erhielt 222 Stimmen, also 6,96 Prozent.
  • Die Wahlbeteiligung: Von 5267 Wahlberechtigten gingen 3431 Essingerinnen und Essinger zur Wahl. Dies ist eine Beteiligung von 65 Prozent.

Weiter mit Rückenwind

Mit Rückenwind geht's in die vierte Amtszeit: Seit 1997 sitzt Wolfgang Hofer im Chefsessel in Essingens Rathaus. Dass er nun, 2021, mit 90 Prozent der Stimmen wiedergewählt wird, ist nicht selbstverständlich. Dass 65 Prozent der Essingerinnen und Essinger den Wahlschein ausgefüllt haben, ist es ebenfalls nicht. Gut, dass die Bürgerinnen und Bürger die Chance genutzt und Landtags- und Bürgermeisterwahl verknüpft haben.

Gut, dass Hofer die Chance bekommt, angestoßene Projekte zu beenden, die Gemeinde weiter zu entwickeln. Seit 1997 beschäftigt ihn der Ausbau der Bundesstraße B 29, diese Projekt wird, wenn alles nach Plan läuft, während seiner Amtszeit abgeschlossen – dies ist eine schöne Klammer seines Tuns.

Einen ernst zu nehmenden Gegner hatte Hofer zwar nicht. Dennoch: 222 Stimmen für Samuel Speitelsbach sind eine leise Kritik an Hofers Arbeit. Doch wer lange im Amt ist, eckt an, tritt so manchem auf die Füße.

Nun gilt es, nach vorne zu blicken, die kommenden acht Jahre mit weiter Taten zu füllen.

Wolfgang und Ulrike Hofer nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Der Amtsinhaber startet in Essingen in seine vierte Amtszeit. Fürs Foto nahmen die beiden den Mundschutz ab.
Wolfgang und Ulrike Hofer nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Der Amtsinhaber startet in Essingen in seine vierte Amtszeit. Fürs Foto nahmen die beiden den Mundschutz ab.

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