Landwirte fordern andere Politik

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In der Online-Diskussion der FDP Ostalb spricht sich Nicole Bauer (MdB) für ein europäisches Tierwohllabel aus.

Aalen.

Die FDP möchte die Wählerstimmen der Landwirte gewinnen. Das wurde bei der Online-Diskussion deutlich, zu der sich Landtagskandidat Manuel Reiger und Bundestagskandidat Arian Kriesch fachkundige Unterstützung geholt hatten.

Für die FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer aus Niederbayern sei "der Name Programm", sagte sie. Die ganze Familie sei im Bereich Landwirtschaft tätig und ihr großes Vorbild sei der einstige FDP-Landwirtschaftsminister Josef Ertl. Die Bundestagsabgeordnete spricht sich für ein europäisches Tierwohllabel aus, für klare Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln und für Handelsabkommen, die der heimischen Landwirtschaft nicht schaden. "Mercosur ist zu einseitig und wurde zu Recht auf EU-Ebene geblockt", sagte sie. Lebensmittel würden bei eindeutiger Auszeichnung und einheitlichen Standards automatisch teurer, eine Preissteigerung durch neue Gebühren und Abgaben sei nicht im Sinne der FDP.

Wir können nicht mehr warten, sonst ist es zu spät.

Hubert Kucher Vorsitzender Kreisbauernverband

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Ostalb-Heidenheim, Hubert Kucher, forderte eine schnelle Politikänderung: "Wir können nicht mehr warten, sonst ist es zu spät." Für die Betriebe sei das Ende der Fahnenstange erreicht, die wirtschaftlichen Folgen der immer neuen gesetzlichen Auflagen wie Düngeverordnung, Tierwohlverordnung und immer höhere bürokratische Hürden führten zu enormem Frust und dem Ende vieler Höfe. "Wir brauchen dringend eine Bagatellgrenze. Es kann nicht sein, dass von der EU halbe Cent-Beträge zurückgefordert werden und Angaben zu den Flächen auf den Quadratmeter exakt vermessen werden", gab der Landwirt der Bundestagsabgeordneten zu bedenken.

Der Landtagskandidat der FDP für den Wahlkreis Aalen machte darauf aufmerksam, dass seine Partei schon immer die Interessen der Landwirte verteidigt habe und erinnerte an die FDP-Hochburg Walxheim. Dort habe er auch mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Wilhelm Pflanz, gesprochen und Anregungen für den Wahlkampf geholt. Manuel Reiger favorisiert beispielsweise ein regionales Herkunftslabel, um bessere Preise für die heimischen Landwirte zu erwirtschaften. Thema der Diskussion war auch die Erzeugung von regenerativer Energie in der Landwirtschaft. Der Biogaserzeuger Anton Abele beklagte, dass die Einspeisevergütung im erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in 20 Jahren nicht angepasst wurde, nicht einmal die Inflation wurde ausgeglichen. Das Positionspapier der Bioenergieverbände sei bei der aktuellen Überarbeitung des EEG nicht berücksichtigt worden. Abele machte auch auf Cybermobbing im Internet aufmerksam, das sich insbesondere gegen Tierhalter richte. "Es wird Zeit, dass die Politik hier mal Grenzen setzt", sagte er.

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