Langertstraße: die Sorgen der Anlieger

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Anhand eines eigens aufgestellten Gerüsts demonstriert Investor Amos Engelhardt die Höhe der geplanten Doppelhäuser und ihren Abstand zur bestehenden Bebauung.
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Investor Amos Engelhardt stellt sich vor Ort der Kritik der Anwohner.

Aalen. Die Anlieger eines großen seit Jahrzehnten unbebauten Grundstücks im Zochental - zwischen Langertstraße und Saarstraße - protestieren seit längerem gegen die Art und Weise des dort geplanten Wohnbaus. Auf einem Drittel des 0,7 Hektar großen Grundstücks soll ein Einfamilienhaus entstehen; auf der restlichen Fläche, zur Bestandsbebauung hin, acht Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften. Die Anlieger führen folgende Argumente ins Feld: „Zu verdichtet, zu hoch und zu nah an der Bestandsbebauung.“ Die Anwohner - neun Partien - haben darum bei der Aalener Stadtverwaltung wiederholt Einspruch eingelegt.

Am Donnerstag gab es einen Vorort-Termin auf der derzeit noch grünen Wiese, bei dem Angrenzer und Investor ihre Argumente austauschen konnten. Mit dabei: die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST), die Spitze der Stadtverwaltung und Investor Amos Engelhardt, Geschäftsführer der i Live Group. Engelhardt hatte eigens ein Gerüst aufstellen lassen, um die Ausmaße der an die Bestandsbebauung grenzenden Doppelhäuser zu veranschaulichen.

Bürgermeister Wolfgang Steidle wies eingangs darauf hin, dass der Gemeinderat im Dezember den Bebauungsplan beraten und über das Ergebnis der mittlerweile zweiten Auslegung entscheiden werde. Steidle: „Dann hoffe ich auf Rechtsfrieden für alle Beteiligten.“

Engelhardt machte deutlich, dass er den Anliegen der Anwohner bereits so weit wie möglich entgegengekommen sei. Der Abstand zur Bestandsbebauung - „von Haus zu Haus“ - habe er auf zehn Meter vergrößern lassen, und auf fünf Meter bis zur Grundstücksgrenze.

Engelhardt wies darauf hin, dass die Dachfirste der bestehenden Häuser höher sind als die der geplanten Doppelhaushälften. „Ich kann als Angrenzer nicht erwarten, dass ein Neubau niedriger wird, als die Bestandshäuser.“ Allerdings musste er zugestehen: Aufgrund des ansteigenden Geländes werden die Firsthöhen der Neubauten die umliegenden Dächer überragen. Tiefer in die Erde gehen könnte man jedenfalls nicht. „Sonst bekommen wir ein Problem mit der Erschließungsstraße. Wir liegen jetzt schon 60 Zentimeter unter der Straße.“

Die Sorgen der Anlieger konnte Engelhardt nicht zerstreuen. Die listete Simon Schwarz, Anwohner der Langertstraße, auf:

Verschattung: „Die Häuser auf dem ansteigenden Gelände werden wie eine Wand wirken.“

Die Zufahrt über die Stichstraße: Schon jetzt sei im Begegnungsverkehr kein Ausweichen möglich. „Man kommt nicht aneinander vorbei.“

Die Art der Nachverdichtung: „Für uns ist nicht ersichtlich, warum auf dem oberen Drittel der Fläche nur ein einziges Einfamilienhaus entstehen soll und nach unten zur Bestandsbebauung hin acht Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften hineingepresst werden.“

Die Antworten des Investors: Das Baufeld für das Einfamilienhaus habe man größer geplant, um später daneben noch ein zweites Einfamilienhaus setzen zu können. Und zur Innenverdichtung: Wenn man das Projekt, wie von den Anliegern gewünscht, um ein bis zwei Häuser reduziere, würden die übrigen Häuser automatisch teurer. „Wir müssen ein Reihenhaus hier jetzt schon für 600 000 Euro verkaufen, damit es sich rechnet“, sagte Engelhardt, der alles daran gesetzt hat, dieses „Filetstück“ im Zochental zu erwerben. Und dafür eigenen Angaben zufolge 480 Euro pro Quadratmeter gezahlt hat. Engelhardt: „Niedriger als eine Reihenhausbebauung kann ich nicht gehen. Und wir sind das erste Projekt in Aalen, das hier Reihenhäuser und Doppelhäuser mit sozialem Wohnungsbau verbindet.“ Wie der Investor erläuterte, werde er zwei Häuser aus dem Verkauf nehmen, um vier Wohnungen zu dem von der Stadt Aalen festgesetzten Sozialmietpreis vermieten zu können. Engelhardt betonte, dass er den Wünschen der Anwohner bereits fünf bis sechs Mal entgegengekommen sei und für ihn jetzt „das Ende der Fahnenstange“ erreicht sei.

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