Langertstraße: Mehrheit für Bauvorhaben – Kritik bleibt

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Investor Amos Engelhardt plant ein Bauvorhaben auf einem bislang zum größten Teil freien Grundstück zwischen Langert-, Vogtland- und Saarstraße.
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Investor Amos Engelhardt erhält Grünes Licht für seine im Zochental geplante Wohnbebauung. Aber es gibt auch Gegenstimmen.

Aalen

Klares Votum für das von Investor Amos Engelhardt geplante Bauvorhaben auf einem bislang zum größten Teil freien Grundstück zwischen Langert-, Vogtland- und Saarstraße: Bei acht Gegenstimmen und einer Enthaltung hat die deutliche Mehrheit des Aalener Gemeinderats Grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben.

Auf dem westlichen Drittel der freien Grundstücksfläche soll ein Einfamilienhaus entstehen; östlich, zur Bestandsbebauung der Langertstraße hin, werden acht Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften gebaut.

Die direkten Anlieger der Grundstücksfläche hatten in den vergangenen Monaten mehrfach ihre Kritik und ihre Sorgen vorgebracht. Ihre Argumente richten sich nicht gegen eine Bebauung an sich, sondern gegen die ihrer Ansicht nach unausgewogene Nutzung der Fläche: einerseits viel Platz für das Einfamilienhaus im Westen, andererseits verdichtete Bebauung im Osten. „Zu verdichtet, zu hoch und zu nah am Gebäudebestand“, kritisieren sie auch nach der zweiten Auslegung des Bebauungsplans. Der Investor hatte da den Abstand zur Bestandsbebauung bereits etwas vergrößert.

Nur kurz streifte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, was bereits geschehen war. Und betonte dann: „Ich bin froh und dankbar, dass es nach den vielen Jahren und den vielen gescheiterten Versuchen endlich einen Investor für dieses Grundstück gibt.“ Man habe versucht, eine Brücke zu bauen zwischen den Interessen des Investors und jenen der Grundstücksnachbarn. „Hier wird kein Mehrfamilienhaus gebaut. Die Doppel- und Reihenhäuser fügen sich unserer Meinung nach gut ein in den Bestand.“

Grünen-Fraktion gespalten

Wie schwer sich einzelne Fraktionen in der Abwägung der Interessen tun, zeigt sich besonders bei der Gemeinderatsfraktion der Grünen. Deren Sprecher Michael Fleischer signalisierte, dass seine Fraktion in dieser Frage gespalten sei und unterschiedlich abstimmen werde. Grundsätzlich sei eine Wohnbebauung hier begrüßenswert. „Wenn die ungleiche Gewichtung der Bebauung zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil nicht wäre, hätten wir mit dem Bebauungsplan keine Probleme“, so Fleischer.

Genau aus diesem Grunde, so betonte Claus Albrecht (Freie Wähler), werde er dem Bebauungsplan nicht zustimmen. Im Westen erstelle man ein Einzelhaus auf 1800 Quadratmeter Grundfläche, und im Osten acht Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften auf 3300 Quadratmetern.

Albrecht plädierte für künftig mehr Fingerspitzengefühl bei der Nachverdichtung innerhalb der Bestandsbebauung. „In diesem Fall ist das Gleichbehandlungsprinzip nicht gewährleistet“, monierte er. Er habe nichts gegen eine Innenentwicklung, wenn gleichmäßig nachverdichtet werde. Doch hier seien die Gegensätze extrem. „Wir brauchen in der Stadt mehr Wohnraum. Aber wir müssen aufpassen, dass wir auch die Interessen der Bewohner im Bestand berücksichtigen“, mahnte der Stadtrat. Albrecht gab sich enttäuscht darüber, dass sich nach dem Vorort-Termin des Bauausschusses keine neue Entwicklung ergeben habe.

„Eine schwierige Interessenabwägung“, meinte auch Thomas Wagenblast (CDU). Seine Fraktion werde dem Bebauungsplan dennoch zustimmen. Auch die SPD-Fraktion steht geschlossen hinter der geplanten Bebauung. Andrea Hatam: Der Investor hat den Abstand zu den Nachbarhäusern vergrößert und erfüllt zudem die Sozialquote, wonach 25 Prozent der neuen Wohnungen als geförderter Wohnraum angeboten werden.

Hier ist das Gleichbehandlungsprinzip nicht gewährleistet!“

Claus Albrecht, Stadtrat Freie Wähler
Investor Amos Engelhardt plant ein Bauvorhaben auf einem bislang zum größten Teil freien Grundstück zwischen Langert-, Vogtland- und Saarstraße.
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Investor Amos Engelhardt will das freie Grundstück zwischen Saarstraße und Langertstraße im Zochental bebauen. Kritik kommt von den Anwohnern und auch von einzelnen Stadträten.
Auf der roten Fläche entstehen Doppel- und Reihenhäuser. Westlich im Anschluss ist ein Einfamilienhaus geplant. Grafik: ca

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