Leitstellen-Bau rege diskutiert

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Auf dem freien Grundstück im Zwickel zwischen Bischof-Fischer-Straße und Parkstraße soll der Neubau entstehen.

Öffentliche Vorstellung des Planentwurfs für eine neue Rettungsleitstelle des DRK im Greut. Wie die Anlieger reagieren.

Aalen

Muss das sein", werde er mitunter gefragt, eröffnete DRK-Kreisverbandsvorsitzender Dr. Eberhard Schwerdtner die Info-Veranstaltung des DRK-Kreisverbands Aalen zum beabsichtigten Bau einer neuen Leitstelle im Greut. "Ja es muss sein", lautet die Antwort Schwerdtners. Nach 40 Jahren sei die Rettungsleitstelle in die Jahre gekommen und die Anforderungen an neue Technik seien überbordend. Schließlich sei man auch zuständig für die gesamte Region Ostwürttemberg.

Man habe bislang ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft im Greut und dies solle auch so bleiben, betonte Schwerdtner.

70000 Rettungseinsätze pro Jahr würden über die Leitstelle koordiniert, erläuterte DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Wagner. Er sprach von einer "bedeutenden Funktion der Lebensrettung." Für die Zentralisierung sei der Standort im Greut ideal, andernorts müsse man das gesamte Equipment neu aufbauen und installieren.

Architektin Alisa Strese von der Essinger Wohnbau stellte den Planentwurf mit zwei Gebäudeteilen vor (wir berichteten). 18 Stellplätze seien vorgesehen. Herzstück seien die Leitstellen-Räume im ersten Obergeschoss.

Planung ganz am Anfang

Das Bebauungsplanverfahren befinde sich noch ganz am Anfang, die vorgestellte Planung sei ein Entwurf und Anregungen könnten ab dem 9. Juli im Rathaus vorgebracht werden, meinte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. Dezernent Thomas Wagenblast vom Landratsamt Ostalbkreis warb um Vertrauen, es handle sich um ein Projekt für die ganze Region. Die Aufgaben des Rettungsdienstes würden immer vielfältiger.

Empfehlung der Krankenkassen

Bei dem Entwurf handle es sich in keiner Weise um einen Luxusbau, der Blick gehe aufs Notwendige. Der jetzige Standort habe sich bewährt und auch die Krankenkassen hätten dringend empfohlen, den guten Standort nicht aufs Spiel zu setzen. Im Zuge der landesweiten Leitstellen-Vernetzung steige die Bedeutung, wenn beispielsweise die Leitstelle im Rems-Murr-Kreis ausfalle und hier vor Ort interimsweise ihr Domizil finden müsse.

Es entspannte sich eine rege Diskussion. Eltern verwiesen auf die Ballung von Gebäuden im Greut und damit auf Gefahren für ihre Kinder auf dem Schulweg in Sachen zunehmendem Verkehr. Die Parksituation beinhalte Gefahrenpotenzial.

Moniert wurde, dass DRK-Personal nicht schwerpunktmäßig auf dem Greutplatz parke. Kinder müssten zwischen parkenden Autos durchlaufen. Der stellvertretende DRK-Kreisverbandsvorsitzende Helmut Bezler verwies darauf, dass sich die Situation dahingehend verbessern werde, weil Leitstellen-Mitarbeiter ihre Einstellplätze in der Tiefgarage hätten.

Wir sind für die Leitstelle zuständig, Verkehrsprobleme muss die Stadt lösen.

Helmut Bezler stellvertretender DRK-Kreisverbandsvorsitzender

Höhe des Neubaus in der Kritik

Eine Mutter wünschte sich, dass einmal das Ordnungsamt vorbeischauen solle morgens zwischen 7 und 8 Uhr sowie zwischen 12 und 13 Uhr. Bürgermeister Steidle sagte zu, er werde sich mit seinem Kollegen Karl-Heinz Ehrmann ins Benehmen setzen. Steidle sprach "einen breiteren Gehweg" und eine Temporeduzierung in der Bischof-Fischer-Straße an. Auch werde man im Bebauungsplan ein Auge werfen auf die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage. "Wir sind für die Leitstelle zuständig, Verkehrsprobleme muss die Stadt lösen", warf Helmut Bezler ein.

Kritisiert wurde die Höhe des Gebäudes und es wurde gefragt, warum die Technik nicht im Keller untergebracht werde. Dies sei aus Sicherheitsgründen und rechtlich nicht möglich, antwortete die Architektin. Die Technik müsse auf jeden Fall im Obergeschoss platziert sein. Ein Bürger meinte, man hätte die Leitstelle auch innerhalb des Rettungszentrums mit einer Aufstockung realisieren können "Nicht möglich aus statischen Gründen", so Dr. Eberhard Schwerdtner.

Union-Gelände Alternative?

Kritisiert wurde auch die erneute Versiegelung durch einen Neubau. Ein Bürger regte einen Neubau auf dem Union-Gelände im Zuge des Landratsamt-Neubaus an. "Alle Parameter sprechen dagegen", erklärt Thomas Wagenblast. Der Fachgutachter habe dringend ein Solitär-Gebäude für die Leitstelle nahegelegt.

Angeregt wurde auch eine Dachbegrünung. Ein Bürger wollte wissen, ob das Leitstellen-Gutachten einsehbar sei, was verneint wurde.

"Baubeginn sobald es geht", meinte Wagenblast. Der Kreistag werde sich mit dem Thema Mitte Juli befassen. Lars Fischer von der Essinger Wohnbau geht von einer Bauzeit von 18 Monaten aus.

Kosten der Leitstelle: Prognostiziert sind 16 Millionen Euro, davon tragen 50 Prozent die Krankenkassen, die anderen 50 Prozent teilen sich die Landkreise Ostalb und Heidenheim.

Der Entwurf ist ab Donnerstag, 9. Juli, im fünften Stock des Aalener Rathauses ausgelegt.

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