Lernbrücken gegen Lernlücken

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Am KGW hat am 30. August die Lernberücke begonnen. An täglich vier Schulstunden können Schülerinnen und Schüler in den Ferien etwaige Lernlücken füllen.
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In den letzten Ferienwochen drücken manche Schülerinnen und Schüler bereits wieder die Schulbank. Welche Erfahrungen Aalener Schulen damit machen.

Aalen. In Aalen und den Teilorten gibt es 21 Schulen in städtischer Trägerschaft. Elf davon bieten laut Sascha Kurz vom Presseamt diesen Sommer Lernbrücken an. In den letzten beiden Ferienwochen - oder in der letzten Ferienwoche wie an der Realschule auf dem Galgenberg - sollen Schülerinnen und Schüler einen Teil dessen aufholen, was während der Schulschließungen und des Fernunterrichts in der Corona-Pandemie auf der Strecke geblieben ist. Das Angebot, das vom Land finanziert wird, richtet sich vor allem an diejenigen, bei denen die Lernlücken besonders groß sind.

Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen (KGW): Dass innerhalb von zwei Wochen sämtliche Lernlücken geschlossen werden können, dürfe man nicht erwarten, sagt Michael Weiler, Schulleiter des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen (KGW). Für diejenigen aber, die während des Fernunterrichts schlecht mitgekommen seien, sei das nun eine gute Möglichkeit, sich wieder an den Präsenzunterricht zu gewöhnen, bevor das neue Schuljahr beginnt. "Sie haben trotzdem noch vier Wochen Ferien gehabt", sagt Weiler. Unterricht in Deutsch, Mathe, erster und zweiter Fremdsprache, während der Lernbrücken findet vormittags statt. "Die Resonanz war positiv", sagt der Schulleiter. 16 Schülerinnen und Schüler nutzen am KGW das Angebot. Eine Lehrkraft betreut sie während der Lernbrücke. Dass es auch in diesem Sommer wieder Lernbrücken geben soll, hätten die Schulen kurzfristig erfahren. Bei manchen Familien war da der Urlaub für Anfang September schon gebucht. Sonst hätten laut Weiler wohl noch mehr Schülerinnen und Schüler das Angebot angenommen.

Uhland-Realschule Aalen (URS): Rund 70 Schülerinnen und Schüler lernen trotz Ferien im Moment an der Uhland-Realschule in Aalen. Neun Lehrerinnen und Lehrer betreuen sie. Einer von ihnen ist Schulleiter Gerd Steinke. Er übernimmt den Französisch-Unterricht in der Lernbrücke. "Die Schülerinnen und Schüler haben von sich aus nach einem Angebot in Französisch gefragt,", sagt Steinke. "Da wollen und können Sie nicht nein sagen", sagt er. Schülerinnen und Schüler hätten außerdem von sich aus gefragt, ob sie an der Lernbrücke, wo außerdem Deutsch, Mathe und Englisch auf dem Stundenplan stehen, teilnehmen können. Besonderes Interesse hätten diejenigen gezeigt, die jetzt in die 10. Klasse kommen. Allein 30 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse nehmen an der URS an der Lernbrücke teil. Diese Motivation sei nun auch während des Unterrichts zu spüren. "Das bereitet mir sehr große Freude", sagt Steinke. Auch die Eltern freuen sich. "Heute Morgen hat mich ein Elternteil angerufen, um Danke zu sagen", erzählt der Schulleiter. Eine Mammutaufgabe sei es gewesen, die Lernbrücken am Ende des Schuljahres kurzfristig noch zu organisieren. "Aber gemeinsam haben wir das gut gelöst", sagt Steinke.

Kappelbergschule Hofen: "Die Kinder kommen gerne her", sagt Schulleiterin Sandra Bretzger, die Schulleiterin der Kappelbergschule. "Es wird gelesen, gerechnet und gespielt", sagt sie. Unterricht ist von 8.30 Uhr bis 12 Uhr. Das ein oder andere Spiel zwischendurch lockert die Lernbrücke für die Grundschüler etwas auf, erläutert Bretzger. Angemeldet sind zehn Kinder. Die meisten seien angehenden Viertklässler, sagt die Schulleiterin. Die Gruppe ist in dieser Woche noch nicht vollständig. Manche seien als Reiserückkehrer noch in Quarantäne und nehmen daher erst kommenden Woche teil. "Wir haben eine Abfrage gemacht bei allen Kindern, von denen wir dachten, dass die Lernbrücke sinnvoll ist", sagt Sandra Betzger und fügt an: "Alle haben das Angebot angenommen, bis auf die, die im Urlaub sind." Eine Lehrkraft und eine Studentin betreuen die Lernbrücke an der Kappelbergschule. Es handle sich um die Kollegin, die bereits vergangenen Sommer die Lernbrücke betreut hat. "Außer ihr wäre niemand bereit gewesen", sagt Bretzger. Wenn sie abgelehnt hätte, hätte die Kappelbergschule diesen Sommer keine Lernbrücke anbieten können.

Hygienekonzept: Die drei Schulleiterinnen und Schulleiter berichten, dass alle Schülerinnen und Schüler während der Lernbrücken zweimal die Woche getestet werden und dass sie während des Unterrichts eine Maske tragen. Für die tägliche Reinigung der Räume in der Schulen hat die Stadtverwaltung gesorgt.

Diese Aalener Schulen bieten Lernbrücken an: Greutschule (für 13 Schülerinnen und Schüler), Kappelbergschule (zehn Schülerinnen und Schüler), Weitbrechtschule mit Hermann-Hesse-Schule (15 Schülerinnen und Schüler), Kopernikus-Gymnasium (16 Schülerinnen und Schüler), Theodor-Heuss-Gymnasium (47 Schülerinnen und Schüler), Realschule auf dem Galgenberg (30 Schülerinnen und Schüler), Uhland-Realschule (70 Schülerinnen und Schüler), Karl-Kessler-Schule (65 Schülerinnen und Schüler), Gemeinschaftsschule Welland (38 Schülerinnen und Schüler), Reinhard-von-König-Schule (fünf Schülerinnen und Schüler), Schillerschule (40 Schülerinnen und Schüler.)

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