Lernen, Geflüchteten im Ostalbkreis zu helfen

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Die Flüchtlingsunterkunft in Unterkochen. Geflüchtete Familien brauchen Hilfe von Ehrenamtlichen, etwa bei der Kinderbetreuung. Archivfoto: Oliver Giers
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Aalen. Ein Ehrenamt ausüben, Geflüchteten helfen: Das ist ohne Hintergrundwissen nur bedingt möglich. In einem sechsteiligen Kurs, der im Februar startet, soll allen, die ehrenamtlich helfen wollen, das nötige Handwerkszeug vermittelt werden. Angeboten wird der „Qualifizierungskurs für Ehrenamtliche“ von der evangelischen Kirchengemeinde Unterkochen-Ebnat, der Diakonie Ostalb, dem DRK Aalen, dem Landratsamt und Aalens Stadtverwaltung.

Mitmachen können alle

Mitmachen kann jeder, der zwischen Aalen, Neresheim und Ellwangen wohnt, wie Sylvia Caspari, Geschäftsführerin der Diakonie, während des Pressegesprächs am Montag sagt.  „Der Kurs lebt vom Miteinander, je bunter, desto schöner.“

Die Abende: An sechs Abenden, meistens dienstags von 18.30 bis 21 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus in Unterkochen, erhalten die Teilnehmenden Infos rund um die Rahmenbedingungen der Flüchtlingsarbeit im Ostalbkreis, die Grenzen und Chancen des Ehrenamts, den Umgang mit Stammtischparolen, und, und, und. Ein siebtes Treffen ist für Anfang April geplant. Oberbürgermeister Frederick Brütting wird dann als Schirmherr der Aktion den Teilnehmenden ihre Zertifikate überreichen.

Der Moderator: Pfarrer Manfred Metzger führt durch die Abende. Er ist es auch, der über das Thema „Fluchtgeschichte im Alten und Neuen Testament“ spricht. Er verrät unter anderem, warum sich Christen in der Flüchtlingshilfe engagieren sollten. Gläubig müssten Teilnehmende des Kurses allerdings nicht sein, betont er. Und: Auch Menschen, die bereits ehrenamtliche Erfahrung haben, könnten teilnehmen. 

Die Grenzen: Es sei wichtig, seine persönlichen Grenzen zu kennen, sagt Diakonie-Mitarbeiterin Hanady Preuß. An einem der Abende sollen diese definiert werden.

Die Fakten: Was darf ein Geflüchteter? Welche Leistungen gibt's? Was ist das Asylrecht? All dies soll im Kurs vermittelt werden. „Wir erklären auch, unter welchen Bedingungen Geflüchtete im Ostalbkreis leben“, erklärt Andrea Daniel, Mitarbeiterin des Landratsamts. Es sei wichtig, dass sich Teilnehmende ihr eigenes Bild zum Thema Flüchtlingsarbeit machen. „Doch dieses Bild soll auf Fakten fußen.“ 

Vier Unterkünfte für die vorläufige Unterbringung der Geflüchteten gebe im Ostalbkreis, bilanziert sie. Nach einer gewissen Zeit werden die Geflüchteten auf die Gemeinden im Kreis verteilt. Begleitet werden sie von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern. Diese könnten im Alltag nicht „das geben, was ein gelebtes Willkommen ausmacht“, betont Andrea Daniel. Daher sei seien die Organisationen und die Kreisverwaltung auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer angewiesen. „Geflüchtete haben einen steinigen Weg hinter sich. Es ist wichtig, dass wir Begegnungen schaffen können.“

Die Arbeit: Wer den Kurs absolviert hat, kann sich danach in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Es seien Helferinnen und Helfer für „die ganze Bandbreite des Lebens“ gesucht – etwa Mitarbeitende für die Kleiderkammer, für die Kinderbetreuung oder Ehrenamtliche, die mit den Geflüchteten einen Kaffee trinken gehen.

Mitbringen müssten Teilnehmende ein offenes Herz und die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen, sagt Pfarrer Metzger. 

⋌Marcia Rottler

  • Termine, Themen, Ameldung
  • Die Treffen starten meistens dienstags von 18.30 bis 21 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus in Unterkochen.
  • Die Themen:
  • Einführungsabend,1. Februar;
  • Rahmenbedingungen der Flüchtlingsarbeit, 8. Februar;
  • Grenzen und Chancen im Ehrenamt, 15. Februar;
  • Interkulturelle Kompetenz, 22. Februar;
  • Rechtliche Rahmenbedingungen, Mittwoch, 9. März;
  • Umgang mit Stammtischparolen, 22. März;
  • Angebotsbörse, 29. März;
  • Abschluss mit Zertifikatsübergabe 5. April.
  • Anmeldung bis zum 25. Januar bei Pfarrer Manfred Metzger, E-Mail: manfred.metzger@elkw.de, Telefon: (07361) 8520. 

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