Limes-Thermen: Badegäste beklagen neue Tarifstruktur 

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Wer am Wochenende die Limes-Thermen besucht und länger als zwei Stunden bleiben will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen.
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Während Badbesucher Abzocke wittern, verteidigen die Stadtwerke ihre „Preisanpassung“.

Aalen

Es war so zu erwarten: Die Preisanpassung bei den Limes-Thermen sorgt nicht überall für gute Laune. Bei der Schwäbischen Post haben sich Leser gemeldet und bitter beklagt. Sie monieren, dass der Badbesuch für sie jetzt deutlich teurer geworden ist.

Größter Aufreger ist vor allem die neue Tarifstruktur. Sie führt dazu, dass Besucher der Limes-Thermen am Freitagabend nun für einen dreistündigen Aufenthalt im Bad 17,60 Euro berappen müssen.  Bis zum 30. September kostete das lediglich 11,50 Euro. „Das ist eine satte Preiserhöhung von über 50 Prozent und selbst durch die Gaspreiserhöhung nicht zu rechtfertigen“, moniert ein Stammgast des Bades im Gespräch mit der SchwäPo.

Schuld daran ist zum einen der neu eingeführte Wochenendzuschlag in Höhe von zwei Euro sowie der Umstand, dass der Drei-Stunden-Tarif bei den Limes-Thermen ersatzlos weggefallen ist. Ab sofort können Gäste nur noch zwischen einem zwei- oder einem vierstündigen Badbesuch wählen. Dafür werden dann entweder 10,20 oder 19,40 Euro fällig. Wer die gebuchte Zeit überzieht, muss  nachzahlen - 5,40 Euro je weitere Stunde werden dafür seit dem 1. Oktober in Rechnung gestellt. Davor schlug eine Überziehung mit lediglich  2,50 Euro zu Buche.

Wegfall des Drei-Stunden-Tarifs ist inakzeptabel

Der Stammgast wittert Abzocke. Ihn ärgert in diesem Zuge auch, dass es in den Limes-Thermen einen gewissen Sanierungsstau gebe. So würden zwei Duschen im Herrenbereich schon seit Monaten nur noch kaltes Wasser spenden; beim Außenbecken ließe die unebene Umrandung zu wünschen übrig; es fänden sich hier mittlerweile regelrechte Stolperfallen. Und überhaupt: Es käme nicht von ungefähr, dass der Aalener Gemeinderat  den Modernisierungsbedarf in den Limes-Thermen schon vor fünf Jahren auf rund zehn Millionen Euro taxiert hatte. Das würde man dem „eigentlich sehr schönen Bad“ zwischenzeitlich auch ansehen.

Dass die Preise angesichts der explodierenden Gaspreise steigen müssen, wird von den Kritikern grundsätzlich eingesehen. Aber andere Thermalbäder in der Region würde die Kostensteigerungen mit einer fairen Tarifstruktur besser abfedern. Der Wegfall des Drei-Stunden-Tarifs im Limes-Thermal-Bad sei inakzeptabel. „Wer geht denn nur für zwei Stunden ins Thermalbad? Es dauert doch schon allein eine dreiviertel Stunde bis man geduscht und geföhnt ist“, moniert ein Anrufer. Mit den neuen Tarifen würde der Badbesuch in Aalen vor allem am Wochenende so teuer, dass die Fahrt in eine andere Therme, zum Beispiel in Göppingen oder Ansbach, womöglich zur günstigeren Variante wird - zumindest wenn man sich in einer Fahrgemeinschaft auf den Weg macht.

Stadtwerke: Kurzeitbesucher profitieren

Bei den Stadtwerken will man diese Kritik nicht unwidersprochen hinnehmen. Das Unternehmen verteidigt seine „Preisanpassung“, schließlich habe man letztmals vor fünf Jahren an der Preisschraube gedreht und seit 2018 sei vieles - nicht nur die Energie - deutlich teuerer geworden, betont der Pressesprecher der Stadtwerke, Igor Dimitrijoski, in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Anpassung der Tarifstruktur berücksichtige im Übrigen ausdrücklich „Gästewünsche“ und biete mehr „Flexibilität“. 

So gebe es durchaus Badegäste, die künftig von der neuen Preis- und Tarifstruktur profitieren werden, unterstreicht der Stadtwerkespreche. „Für Kurzzeitbesucher, die mit zwei Stunden auskommen, ist der Thermalbadbesuch  günstiger geworden.“ 

Dass es zu Abwanderungsbewegungen kommen wird, glaubt Igor Dimitrijoski nicht: „Die Preisanpassungen betreffen letztlich alle Bäder, so dass wir nicht befürchten, dass sich Badegäste aufgrund der neuen Eintrittspreise anders orientieren. Die Limes-Thermen sind ein beliebtes Thermalbad.“

Energieversorgung mit Gas soll „geprüft“ werden

Auch zum  Sanierungsstau nimmt der Sprecher Stellung. Er verweist darauf, dass im Bad „laufend Instandhaltungsmaßnahmen stattfinden“. Defekte würden „schnell behoben“. Darüber hinaus gebe es aber auch unbestritten „generelle Herausforderungen“, die man angehen muss. Dazu würde von den Stadtwerken gerade ein „Zukunftskonzept“ für die Limes-Thermen erarbeitet. In diesem Zuge werde man sich dann auch mit der Energieversorgung des Bades intensiv befassen, die  aktuell noch durch ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk erfolgt. 

Seit 2008 verzeichnen den Limes-Thermen einen Besucherrückgang

Die Limes-Thermen haben seit Jahren mit einem Besucherrückgang zu kämpfen. Eine Entwicklung, die sich seit 2008 abzeichnet. Seitdem sind die Zahlen um rund 23 Prozent gefallen. In den Jahren 2016 bis 2019 wurden aber jeweils noch zwischen 253 000 und 276 000 Badegäste gezählt. Dann traf die Corona-Pandemie die Limesthermen mit voller Wucht. Das Bad blieb für acht Monate geschlossen. An den 119 Öffnungstagen kamen nur noch 82 000 Besucher, so die Statistik der Stadtwerke. Zur Höhe des Abmangels, der aktuell in den Limes-Thermen eingefahren wird, äußern sich die Stadtwerke nicht. Man belässt es bei der Feststellung, „dass das Thermalbad ein Zuschussbetrieb ist, wie alle anderen Bäder auch“.

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