Limesthermen: Diskussion über Zukunft des Thermalbads vertagt

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Die Limesthermen in Aalen.
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  Die Bäderkonzeption kommt am 17. Februar auf die Tagesordnung des Gemeinderats - Bis dahin sollen die Thermen offen bleiben.

Aalen.

Wie geht es nun mit den Limesthermen weiter? Wann kommt die drängende Sanierung? Mit Spannung war bei den Etatberatungen des Aalener Gemeinderats am Donnerstag eine Diskussion darüber erwartet worden.

Bei den Haushaltsreden im Dezember hatte die Gemeinderatsfraktion FDP/FW den Antrag gestellt, ein aktuelles Bäderkonzept mit externen Beratern im Laufe des Jahres 2022 erarbeiten zu lassen - mit einem besonderen Fokus auch auf die Limesthermen. Und Norbert Rehm (Aktive Bürger) hatte einen aktuellen Sachstandsbericht zum „Leuchtturmprojekt Thermalbad“ und die damit verbundenen notwendigen Investitionen gefordert; gleiches für das Lehrschwimmbecken Ebnat.

Eingangs der Etatberatungen des Gemeinderats am Donnerstag hatte Kämmerin Daniela Faußner die Änderungsliste für den Haushaltsplanentwurf vorgestellt. Norbert Rehm (Aktive Bürger) forderte, die Sanierung der Limes-Thermen mitaufzunehmen und dafür Geld bereitzustellen. Die Sanierung habe der Gemeinderat schließlich 2017 bereits beschlossen. Eine Machbarkeitsstudie zum Mountainbiken am Ostalb-Skilift dagegen sei bereits in die Fortschreibung aufgenommen worden. „Aber die wiederum hat noch niemand beschlossen.“

Oberbürgermeister Frederick Brütting antwortete darauf, dass der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen in den vergangenen Jahren kein Geld für die Sanierung der Limes-Thermen in den Haushalt eingestellt habe. Rehm würde nun einfach irgend einen der Beschlüsse der vergangenen Jahre herausgreifen. Brütting verwies zudem auf mehrere Anträge zum Haushalt aus den Fraktionen, die zum Thermalbad gestellt worden waren. Der OB merkte dazu an, dass Investitionen am Bad eigentlich die Stadtwerke zu tragen hätten, dass man aber besprechen und beschließen könne, dass die Stadt einen Anteil übernimmt. So sei man beim Kombibad ebenfalls vorgegangen.

Der Zeiger der Uhr war am Donnerstag bereits auf 21.20 Uhr vorgerückt, als Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer zu überlegen gab, ob es zu so später Stunde überhaupt noch Sinn mache über ein „so gewichtiges Thema“ wie die Limesthermen zu diskutieren. Schützenhilfe erhielt er von Hermann Schludi (SPD):  Auch er war der Meinung, dass das Thermalbad mehr Aufmerksamkeit verdiene.

65 Prozent weniger Besucher

Laut Betreiber, den Stadtwerken Aalen, besuchten im Oktober 2021 knapp 19 000 Gäste die Thermen; das seien 25 Prozent weniger als im Oktober 2019, dem Jahr vor Corona. Mit der Landesverordnung 2G plus ab November, seien die Besucherzahlen dann weiter eingebrochen. So verringerte sich der Besucheranteil im November zum Vergleichsmonat 2019 auf 55 Prozent. Im Dezember seien es sogar nur noch etwa 9000 Badegäste gewesen. Das entspreche einem Besucherrückgang von 65 Prozent und bedeute für die Stadtwerke allein im Monat Dezember einen Erlösausfall von rund 170 000 Euro. Als „korrigierende Alternativen“ benennen die Stadtwerke eine erneute vorübergehende Schließung oder einen zeitlich befristeten Betriebskostenzuschuss der Stadt. Aus der Sitzungsvorlage geht allerdings hervor, dass eine Bezuschussung aus dem städtischen Haushalt rechtlich nicht möglich sei. Die Erlösausfälle, so die Stadt, seien von den Stadtwerken im Rahmen des Wirtschaftsplans zu tragen.

Alsdann  rief OB Frederick Brütting eine kurze Pause aus, in der sich die Fraktionen im Gespräch mit Stadtwerke-Chef Christoph Trautmann und der Stadtspitze darauf verständigten, die weitere Diskussion um die Limesthermen auf die nächste Gemeinderatssitzung am 17. Februar zu vertagen.  „Dann  wollen wir auch gemeinsam über die Bäderkonzeption und das Lehrschwimmbecken Ebnat beraten - wichtige Themen für die Stadt“ , so Brütting. Die Geschäftsführung der Aalener Stadtwerke wolle die Stadtspitze anweisen, die Limesthermen bis dahin offen zu halten. Möglichkeiten für die angedachte Sanierung der Limesthermen will die Stadtverwaltung dem Gemeinderat bis Juli 2022 vorlegen.

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