Die Zukunft von Aalens zweitem Stadtoval ist definiert:

800 Millionen Euro Investitionsvolumen für Aalens Süden

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Das Triumph-Areal soll überplant werden.
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Auf rund sieben Hektar Fläche wird Platz für Unternehmen und Wohnraum geschaffen. Bis zu 800 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen.

Aalen. Paukenschlag bei der Stadtentwicklung. Triumph und die Aalener I Live Group GmbH entwickeln das Triumphareal im Süden der Stadt. Von den schieren Dimensionen her ist das Projekt ein zweites Stadtoval (6,8 Hektar). Rund sieben Hektar Fläche werden neu gestaltet. Die bestehenden Gebäude werden abgerissen, Neubauten entstehen.

Die Planung: Es sollen primär Flächen für die Wirtschaft entstehen. Für Unternehmen will man passgenaue Lösungen zuschneiden. An möglichen Branchen sei alles denkbar, wie I Live-Gründer und Chef Kai Bodamer beim Pressegespräch am Mittwoch in Aalens Rathaus sagt. Wohnen auf dem Areal sei ebenfalls Thema, weshalb die Aalener Wohnungsbau mit im Boot ist. Gedacht werde hier aber primär an Werkswohnungen für sich ansiedelnde Unternehmen. Dies sei heutzutage ein Marketing-Argument.

Das Thema Handel solle keine besondere Rolle spielen, grätscht OB Thilo Rentschler ein, um mögliche Konkurrenzängste des Innenstadthandels bereits im Vorfeld auszuräumen.

Ein Hektar Fläche sei für Grün vorbehalten, die übrigen sechs Hektar könnten verdichtet bebaut werden. Circa 200.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche (BGF) sind möglich, so Bodamer. (BGF bezeichnet diejenige Fläche, die sich aus der Summe aller Grundflächen aller Grundrissebenen eines Gebäudes errechnet. Sie ist geschossweise zu ermitteln.)

Die Optik: Stilistisch soll die Architektur innovativ werden und Akzente setzen. Wie so etwas aussehen kann, hat I Live mit seinem Tower am Eingang zum Triumphareal demonstriert. Aktuell sei man noch in der Findungsphase, sagt Bodamer. Wie viele Gebäude entstehen, auch das hänge von der Nachfrage ab.

Der Fahrplan: In sechs bis acht Monaten will Bodamer ein Team aus „fünf bis sieben Investoren“ am Tisch haben. Interessenten gebe es bereits. Er rechnet mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 700 bis 800 Millionen Euro. In viereinhalb Jahren, „vorausgesetzt alles verläuft reibungslos“, so Bodamer, könnten die ersten Bauten dort stehen, in sieben Jahren alles fertig sein. Gemeinsam mit Triumph werde ein Konsortium gegründet, das die Vermarktung übernimmt.

Triumph: Triumph-Geschäftsführer Karl-Heinz Gerl freut sich über dieses Joint Venture „mit starken Partnern auf dem Weg zu einer neuen, kreativen Nutzung“. Seit über zwei Jahren liefen die Gespräche mit I Live. „Die Entscheidung, die Logistik in Aalen drastisch zu verkleinern, war damals ein harter Schlag, aber wir hatten nie vor, eine Brache zu hinterlassen“, sagt Gerl. Es habe viele Angebote gegeben, „aber wir suchten Experten“. Und I Live habe die Expertise etwas Wertiges zu schaffen. Mit Bürgermeister Frederick Brütting habe Triumph in Heubach konstruktiv zusammengearbeitet, nachdem Brütting nun OB in Aalen ist, werde die Zusammenarbeit wohl auch hier klappen, ist der Triumph-Chef sicher.

Triumph-Werksverkauf: Ein Hinweis, der vor allem Damen freut: „Wir wollen den Werksverkauf so lange wie möglich offen halten“, sagt Gerl. „Wenn es später die Chance gibt, einen Verkaufspunkt in Aalen zu schaffen, werden wir sie nutzen, denn Aalen ist ein guter Markt für Triumph.“

Wohnungsbau: Man sei froh, hier Partner zu sein, „wenn auch nur ein kleiner Partner“, sagt Wohnungsbau-Geschäftsführer Roland Ihl, denn das Areal sei eine attraktive, stadtnahe Wohnlage.

Das sagt der OB: OB Thilo Rentschler freut sich über diesen großen Wurf zum Ende seiner Amtszeit. Das Areal sei für die Stadt von riesiger Bedeutung, „darum ist das heute ein sehr guter Tag für Aalen“. Er lobte die Lage, die Verkehrsanbindung, die noch besser werde, wenn der Bahnübergang Walkstraße beseitigt sei. In wenigen Tagen rechnet er hier mit einem positiven Signal des Bundes. Parallel dazu wird auch das Ergebnis eines „Stresstests“ für einen Bahnhalt Süd auf Höhe Erlau erwartet. Fällt dies positiv aus, sei ein Gewinn für die Brenzbahn in Aussicht.

Wissenschaft: Rentschlers Wunschtraum ist es, dass sich auf dem Areal Firmen ansiedeln, „die zum Forschungsstandort Aalen passen“. Er hofft auf neue Einwohner, neue Arbeitsplätze und Synergien mit der Wirtschaft und der Hochschule hier. Das Projekt werde er künftig als neuer IHK-Chef gerne begleiten.

Kein Architektenwettbewerb: OB Brütting, Baubürgermeister Wolfgang Steidle und die Wohnungsbau garantierten kompetente und konstruktive Begleitung des Projektes im Rathaus. Gemeinderat und der Landkreis würden natürlich eingebunden, sagte Rentschler. Er sei zuversichtlich, dass I Live, das hier federführend bei der Planung ist, hervorragende Architektur schaffe. Investoren brächten auch eigene Architekten ein, „das schafft dann auch einen Ideenwettbewerb“, so Rentschler.

Einen Kommentar von Martin Simon lesen Sie hier.

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