Lob für frisch renovierte Aalener Tafel

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Architekt Peter Kayser hat bei der Wiedereröffnung der Aalener Tafel einen Spendenscheck überreicht. Im Bild von links: Ursula Hubel, Kai Kirchvogel, Peter Kayser, Katja Stark, Pfarrer Bernhard Richter, Elke Esber, Almut Braasch, Gerburg Tull, Christine
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Der Kocherladen an der Bahnhofstraße ist umgebaut und wiedereröffnet. Die Bedeutung der sozialen Einrichtung steht im Mittelpunkt des kleinen Festakts.

Aalen

Die Aalener Tafel – der Kocherladen ist ein wichtiger Knoten im sozialen Netz der Stadt Aalen. In dem Eckhaus an der Bahnhofstraße werden von Montag bis Freitag Lebensmittel, die oft auf dem Müll landen würden, an Menschen in Not günstig verkauft. Jetzt sind sämtliche Räume des Tafelladens frisch renoviert. In einem kleinen Festakt wurden der Kocherladen selbst, die neuen Räume wie auch die Leistungen des Teams gewürdigt.

Die Räume sind hell und freundlich, aber nicht luxuriös. Die Klimaanlage an der schwarzen Decke ist nicht verkleidet. Rohre sind nicht unter Putz verlegt. Alles ist zweckmäßig. Aber neu. Theke und Boden, sanitäre Anlage und Fenster; vor allem der Brandschutz und die Elektrik. „Beide haben schon lange nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprochen“, wie Architekt Peter Kayser den Gästen erläuterte. „So reifte der Plan, umzubauen, zu renovieren, aber auch nicht zu vergessen, dass wir eine soziale Einrichtung sind und bleiben wollen“, sagt Pfarrer Bernhard Richter, Vorsitzender des von den christlichen Kirchen getragenen Vereins Aalener Tafel - Kocherladen bei der Eröffnung, mit dem Hinweis, dass 110000 Euro geplant waren, die aber nicht reichen werden.

Die neuen Regale an diesem Mittag sind fast leer. Am Vormittag haben sich bereits zahlreiche Kundinnen und Kunden dort mit Lebensmittel eingedeckt - noch bevor die offizielle Eröffnung des Tafelladens gefeiert wird. „Lebensmittel retten – Armut lindern“, nennt dann bei der Feier Bernhard Richter das Ziel der Einrichtung und erinnert an die Anfänge der Tafelbewegung 1993, die ein Zweifaches als Auftrag und damit auch im Fokus hatte und bis heute hat: der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken und zugleich auch die Armut vor Ort nicht aus den Augen zu verlieren. Das macht die Aalener Tafel seit 1999 – zunächst an der Friedhofstraße, seit 2002 an der Bahnhofstraße. Nach knapp 20 Jahren sei eine Renovierung unvermeidbar gewesen.

„Es war lange nicht klar, wie wir diesen Umbau bewältigen, was wir in der Übergangszeit machen“, blickt Richter zurück. Dabei kritisiert er, dass zwar alle beteuerten, wie wichtig der Tafelladen sei, aber wenn es drauf ankäme, die Tafel für ein paar Monate in einem leerstehenden Ladengebäude in Aalen unterzubringen, dann gehe das nirgends. Umso mehr sei es, wie Richter betont, wichtig, der Öffentlichkeit über die Wiedereröffnung deutlich zu machen „wir sind wieder da“. Der Tafelladen brauche die Unterstützung durch Geld- und Lebensmittelspenden.

Komplimente für eine „gelungene Kombination aus Alt und Neu“ spricht Katja Stark, Leiterin des städtischen Sozialamts, aus. Sie lobt neben den Räumen das Engagement des haupt- und nebenamtlichen Teams und bezeichnet die Einrichtung als Teil des sozialen Fundaments der Stadt.

Kai Kirchvogel, Fachbereichsleiter des Geschäftsbereichs Soziales beim Landratsamt, betont, dass er sich nach der dreimonatigen Umbauphase über die Wiedereröffnung besonders freue. Die Tafel, eine feste Größe in der Stadt, sei in dieser Zeit sehr vermisst worden. Kirchvogel bezeichnet die Einrichtung als“ Paradebeispiel für soziales Engagement und für den ökumenischen Schulterschluss“. Der Fachbereichsleiter thematisiert in seiner Rede auch die zunehmende Armut. „Die Tafel leistet einen Beitrag zum sozialen Frieden.“

Infos gibt es unter www.aalener-tafel-kocherladen.de

Spenden an die Aalender Tafel – Kocherladen e.V.; IBAN: DE 61614500501000077908

Pfarrer Bernhard Richter bei der Wiedereröffnung der Aalener Tafel in der Bahnhofstraße.
Scheckübergabe bei der Wiedereröffnung der Aalener Tafel nach einer drei monatigen Umbauphase. Im Bild v.l.: Diakon Jörg Dolmetsch, Tafel-Leiter Gerhard Vietz, Pfarrer Bernhard Richter, Architekt Peter Kayser und Vereinskassiererin Ursula Hubel.

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